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Der jamaikanische Reggae-Sänger Buju Banton ist am Dienstag in San Francisco erstmals mit Homo-Aktivisten zu einem 40-minütigen Meinungsaustausch zusammengekommen. Die schwul-lesbischen Teilnehmer forderten später trotz der Unterredung, für eine Absage der Banton-Tournee zu kämpfen.

Organisiert wurde das Zusammentreffen vom schwulen Stadtrat Bevan Dufty. Anlass sind homophobe Liedtexte, in denen Banton zur Ermordung von Schwulen aufruft. Weltweit gibt es deswegen gegen den Sänger Proteste. In Nordamerika und Europa gab es wiederholt Konzertabsagen.

Die Aktivisten erklärten, das Gespräch sei in freundlicher Atmosphäre verlaufen, habe aber wenig Bewegung gebracht. Banton habe sich die Vorschläge der Aktivisten angehört, die forderten, er solle sich in Jamaika gegen Schwulenhass aussprechen. "Alle unsere Vorschläge wurden aber abgelehnt. Das hat uns frustriert, erklärte Michael Petrelis vom schwulen Beratungszentrum San Francisco.

Die Aktivisten hoffen, dass weitere Treffen dieser Art die angespannte Lage entspannen könnten: "Ich denke, Buju versteht, dass heute ein erster Schritt getan wurde. Die Gay-Community wird aber konkrete Schritte abwarten, bevor wir unsere Proteste gegen ihn beenden."

Viele Konzertabsagen

Banton beginnt gerade eine USA-Tournee. Wegen der Proteste sind bereits acht seiner 18 geplanten Konzerte abgesagt worden, darunter auch Auftritte in Los Angeles und Las Vegas. Auch in Deutschland gibt es immer wieder Widerstand gegen Konzerte von jamaikanischen Hasssängern. Zuletzt wurde ein Auftritt von Elephant Man in Düsseldorf verhindert (queer.de berichtete).

Jamaikanische Sänger berufen sich in ihrer konsequenten Ablehnung von Homosexualität auf ihren christlichen Glauben, der auf der Insel viele alttestamentarische Bezüge enthält. Homosexualität ist dort ein Verbrechen, das mit zehn Jahren Haft inklusive Zwangsarbeit geahndet werden kann. Immer wieder kommt es aber auch zu Lynchmorden an Schwulen, die von der Polizei nur selten aufgeklärt werden. Oft werden Reggae-Musiker dafür verantwortlich gemacht, die Stimmung mit ihren Liedern noch anzuheizen. So hatte Buju Banton unter anderem in dem Lied "Boom Bye Bye" dazu aufgerufen, Schwule durch Kopfschuss, Säure- oder Brandanschläge zu töten.

Zwar hatte Banton den "Reggae Compassionate Act" unterschrieben, der von einer Homo-Gruppe erstellt wurde. Darin verpflichtete er sich, nicht mehr gegen Schwule zu hetzen. Allerdings hat er später geleugnet, je etwas Derartiges unterzeichnet zu haben (queer.de berichtete). (dk)



10 Kommentare

#1 MatsAnonym
  • 14.10.2009, 18:51h
  • Meiner Meinung nach, hat er dem Treffen nur zugestimmt, weil er langsam merkt, dass es an seinen Verdienst geht. Da er aber auf kein einziges Argument eingehen will und an seinem Verhalten nichts ändern will, bleibt alles wie gehabt! Und deswegen war dieses Treffen auch sinnlos: jemand, der gar keinen Kompromiss will, sollte nicht noch so in die Öffentlichkeit gerückt werden.

    Wir müssen weiter boykottieren, bis er irgendwann von sich aus (ohne irgendwelche Pseudo-Treffen) seine Meinung ändert.
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#2 gniwerjProfil
  • 14.10.2009, 21:27hdortmund
  • Antwort auf #1 von Mats
  • "jemand, der gar keinen Kompromiss will, sollte nicht noch so in die Öffentlichkeit gerückt werden."

    das ist es doch gerade. ich will menschenrechte OHNE kompromisse. und seine meinung wird er erst dann ändern, wenn er sieht, dass homosexuelles leben völlig normal ist, was er ja auf jamaica nicht wirklich mitbekommt. und da beißt sich die katze leider wiedermal in den eigenen schwanz... treffen und dialog sind wichtige grundsteine, reichen meiner meinung aber nicht aus.
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#3 reggaeville.comAnonym
  • 14.10.2009, 23:15h
  • servus!

    zu den Fakten der Tour: die Tour hat am 12.September begonnen und dauert bis zum 1.November... wenn die Tour vorbei ist, hat er mehr als 30 Shows gespielt. Es wurden mehr Shows abgesagt als die Anzahl der, die nicht stattgefunden haben, weil viele Shows verlegt wurden. Dazu auch
    cancelbujubanton.wetpaint.com/
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#4 KomprogeschisseAnonym
#5 JamaicanLadyAnonym
  • 15.10.2009, 15:31h
  • Ich muss dazu sagen, das ich SEHR hoffe das hier korrekt recharchiert wird. Seit 2009 sind alle Gesetzte zur rechtl. Verfolgung von Homosexuellen auf Jamaica nicht mehr vollstreckbar.

    In Jamaica wurde das treffen in der Zeitung gebracht und zwar auf seite 1! und zwar auch mit bujus aussage, das er lösungen sucht und das treffen als positiv bewertet.

    Könnt ihr euch über kleine schritte nicht auch freuen ?! Dinge haben zwei und es geht nicht innerhalb von 1 min, auch wenn das schöner wäre. Aber ALLES hat in der Vergangenheit Zeit gekostet, leider.

    Dessweiteren hoffe ich das ihr BITTE nicht alle jamaikanischen Sänger über einen kamm schert. Alle jamaikaner + sänger zu verurteilen ist ebenfalls diskrimienierung und in einen Sack und draufhaun und aussagen "man trifft keinen falschen" ist nicht fair.

    Ich hoffe das sich die situation sehr verbessert und wir irgendwann "equality" auf jamaika haben, und ich hoffe ihr vergesst nach eurem kampf nicht, das jamaica auch andere probleme (mordrate etc) haben, wo wir eure unterstützung auch bräuchten, damit nicht Menschen sterben, egal ob schwul, lesbisch, asexuell oder hetero!

    Die Situation ändert sich übrigens nicht durch 1000 queer artikel sondern indem konzerte verboten werden und ihr reggae konsumenten hasst und umgekehrt sondern durch gespräche wie das mit buju auch wenn er nicht gleich aufspringt und eure förderungen erfüllt =)
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#6 TshiTshi-ManAnonym
  • 16.10.2009, 05:29h
  • Das ist nicht ganz korrekt, die internationale Aufmerksamkeit bereitet einigen Herrschaften auf Jamaika inzwischen durchaus mehr als nur etwas Kopfzerbrechen. Und die sollten sich sehr genau überlegen, ob sie es weiterhin riskieren wollen, ihre Vetternwirtschaft und korrupten Machenschaften dadurch schönzufärben, dass sie Unschuldige verleumden und einen künstlich aufgepeitschten Mob auf sie loslassen. Solange die Gesetzgebung Jamaikas pauschal alle Schwulen und Lesben verurteilt, verurteile ich diesen Staat als Geisel in den Händen einer korrupten Casinobande. Dort haben anständige Menschen keinen Urlaub zu machen, genausowenig wie man hierzulande keine Waffendeals mit Apartheidsregimen hätte dulden dürfen. Es gibt reichlich Gerüchte, dass der saubere Premierminister selbst Tendenzen haben soll, die mit seiner demnächst geänderten Verfassung wohl kaum konform gehen. Und warum der Neuseeländer und frühere britische Handelskonsul John Terry ermordet worden ist, wird auch betont uninteressiert und schlampig ermittelt.

    Ich gebe dir aber völlig Recht, dass Sänger, die sich tatsächlich distanzieren und versuchen die Situation vor Ort zu verbessern, nicht mit denen in einen Topf zu werfen sind, die auf dem Rücken der Homosexuellen versuchen einen Fuß ins internationale Big Business der Musikindustrie zu bekommen. Da aber viele die Texte auf Patois überhaupt nicht verstehen, ist es nicht verwunderlich, wenn sich allmählich ein Problem mit dem gesamten Reggaesound entwickelt, auch unsereins kann nämlich platt pauschalisieren, wenn es dumm läuft.

    Das sollte trotzdem sehr genau beobachtet werden, weil die Verantwortlichen davon ausgehen, dass es Ausländern letztendlich ziemlich scheißegal ist,was mit Homos passiert, die in ihren Augen sowieso nur Dreck sind, für den sich auch im Ausland keiner interessiert und mit denen deswegen weiterhin machen können, was sie wollen. Pro forma irgendwelche "acts" und "peace papers" unterschreiben, ab und zu mal ein bisschen labern, hinterher Tüte kreiseln lassen und alles ist wieder peachy, oderso. Nee, echt nicht.

    Vielleicht sollte man einfach alle Homos, die da raus wollen, auch wirklich rausholen, das sollte weltweit durchaus zu organisieren sein und dann können die dort mal sehen, wie schön es auf ihrer Paradiesinsel plötzlich ist, wenn sie mit ihrem überdimensioniert heterosexuellen Premierminister und seiner feinen Regierung in Zukunft ohne verfügbare Prügelknaben und Frauen, die sie blutig schlagen können, klarkommen müssen.
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#7 LorenProfil
  • 16.10.2009, 12:13hGreifswald
  • Zur Homophobie der Jamaikaner äußert sich en
    passant der englische Choreograf Lloyd Newson
    ("To be straight with you") im Kölner Stadtanzeiger
    am 15.10.09 wie folgt:

    " (...) und es gibt Vorurteile in den in Europa le-
    benden Gemeinden. Ich habe schwule Jamaikaner
    in London getroffen, die es niemals wagen wür-
    den, sich zu offenbaren. Der Kern der Intoleranz
    in den Gemeinden ist ihre Verbundenheit mit der
    Religion. So zählt Jamaika zu den Ländern mit gro-
    ßer Kirchendichte (...)."
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#8 AndiAnonym
#9 hwAnonym
#10 KameliendameEhemaliges Profil