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Nicht nur auf der Erotikmesse Venus gibt es optische Anreize satt. Mit Hustla-Ball und Pornofilmfestival kochen die Hormone in Berlin so richtig hoch.

Von Christian Scheuß

Am Anfang war die Venusmesse, das war vor zwölf Jahren. Ein leicht belächelter Treff der "Schmuddelbranche" auf dem zugigen Berliner Messegelände, bei dem überwiegend pralle Möpse und freigelegte weibliche Geschlechtsorgane in unterschiedlicher Präsentation das zahlende heterosexuelle - und natürlich männliche - Publikum anlocken sollte. Doch die Messe wuchs, das Interesse daran ebenfalls, schon bald öffneten sich die Hallen auch für andere sexuelle Orientierungen und Spielarten. Neben dem Stand für Artikel der Ehehygiene gesellte sich der SM-Toys-Hersteller. Und auf der Bühne tanzt heute nach der weiblichen blonden Sexbombe ganz selbstverständlich der Hauptdarsteller aus dem aktuellsten Schwulenporno an der Go-Go-Stange. Oder um es mit der alten Swingerclub-Devise zu umschreiben: Alles kann, nichts muss. Große Neuigkeit in diesem Jahr: Nicht nur eine Miss Venus, auch ein Mr. Venus wird erstmals gekürt. Zwölf smarte Männer stellen sich dem Publikum, um zum erotischsten Mann Deutschlands gewählt zu werden.

Die schwule Pornobranche kommt zusammen

Die Anziehungskraft der Venus, die vom 15. bis 18. Oktober zum 13. Mal stattfindet, ist inzwischen so groß, dass sie weitere Events angelockt hat, in der sich die schwule Szene auch mal gerne allein und ohne Hemmungen vergnügt. Der HustlaBall ist hier auf jeden Fall das absolute Highlight. 1998 in New York als Treffen der auf der Seite rentboy.com inserierenden Hustler erstmals durchgeführt, wurde die Party 2003 nach Berlin geholt. Callboys, Pornostars, Voyeure und Exhibitionisten treffen zu Tausenden aufeinander, um zu feiern und zu ficken, beziehungsweise anderen bei dieser Tätigkeit auf der Bühne zuzusehen. Vor der Party steht jedoch die Preisverleihung. Die besten Produktionen und Darsteller des schwulen Segments sollen geehrt werden. 2007 fand diese Bestenehrung noch unter dem Dach der Venus statt. Doch der "Gay David Award" sorgte für heftigen Streit. Man beklagte die Bevorzugung eines deutschen Videolabels, die amerikanischen Kollegen lehnten eine Teilnahme ab, weil auch Bareback-Produktionen ausgezeichnet worden waren.

Mit dem 1. Hustlaball-Award in diesem Jahr versucht man den Streit vergessen zu machen. Preise in 16 Kategorien - außerdem zwei Jury-Preise - werden am 16. Oktober zu vergeben sein. In den Kategorien: Bester Darsteller (EU) sowie (US), Beste Gruppen-Szene (EU) sowie (US), Bester Top sowie Bester Bottom, und Bester Fetisch-Film (Special-Interest). Wer nach dem Feiern beim Hustla-Ball in Der Münze noch nicht genug hat, der kann einen Tag später auch noch zur Youngster Pornstars Party im Fate Club wandern. Auch hier wird es Live-Erotikshows und GoGo-Tänzer geben.

Alice Schwarzer dürfte empört sein

Wenn die letzten Spermareste des wilden Wochenendes weggewischt sind, ist aber noch nicht Schluss mit den erotischen Reizen. Das 4. Pornfilmfestival Berlin (22. -25. Okt) schließt sich beinahe nahtlos an. Und hier heißt es in diesem Jahr verstärkt: "Pornoland in Frauenhand". Schwule und lesbische Hardcore-Produktionen, sowie queere erotische Shorts und Feature-Filme gehen hier eine friedliche Koexistenz ein. Wer vom ständigen Starren auf Leinwände, auf denen Männer, Frauen und sonstige Genderspielarten ihre Lustpunkte drücken, etwas verspannt ist, der kann in Workshops in die Geheimnisse der männlichen Prostatamassage eingeführt werden, oder lernen, wie man daheim seinen eigenen Porno dreht.

Wir wissen nicht, ob sich Alice Schwarzer hierbei empört abwenden wird, aber erstmals wird im Rahmen des Festivals der "Feministische Pornofilmpreis" verliehen werden. In Anlehnung an Schwarzers damalige Antipornokampagne "PorNO" heißt dieser Preis "PorYES". Laura Méritt, Betreiberin eines Shops für Sextoys in Berlin, ist die Initiatorin des Awards mit dem "die sexpositivste Darstellung weiblicher Lust" gekürt werden soll. Der Preis, in Form einer violett schillernden Auster mit Perle, wird mit Sicherheit international für Aufsehen sorgen.

Galerie:
HustlaBall-Impressionen
14 Bilder


#1 seb1983
  • 15.10.2009, 13:06h
  • Porno geht halt immer.
    Und wenn Heteros schon Milliarden dafür im Jahr ausgeben, lässt sich mit Schwulen halt auch ein hübsches Sümmchen machen, vielleicht mit einer Null weniger, aber für den Osteuropa-Lowcoast-Porno reicht es allemal.

    Wenn die Mandy mit ihrem Fingerspiel auf der Bühne fertig ist darf also auch mal Detlef mit seiner Handakrobatik dran. Das is doch mal Emanzopation
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#2 PierreAnonym
#3 seb1983
  • 15.10.2009, 22:55h
  • Antwort auf #2 von Pierre
  • Naja dekadent??

    Den Hetero Teil der Messe präsentiert dieses Jahr übrigens... naaaaa.... greifen wir mal ganz ganz tief nach unten ins klo..... genau: die liebe Naddel

    Da würde ich doch für "uns" den lieben Marc Medloc oder gar den noch lieberen Ross vorschlagen. Nur aufpassen dass der dann nicht mit Naddel zusammenprallt, wenn der loskreitscht impludieren bei ihr noch die Silikonkurven

    Und damit zurück an die Profirammler in der Arena, Anal for Equality
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#4 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 16.10.2009, 19:23h
  • Antwort auf #2 von Pierre
  • Dekandenz gibt es wohl eher in anderen Kreisen, wie z. B. das, was man als Schickeria bezeichnet. Ich denke, Dekadenz gibt es auch nur bei Heten, wenn man sich mal die ganze High Snobiety oder die Bussi-Bussi-Gesellschaften, welche immer in den Hochglanzmagazinen wie z. B. Gala oder der Bunten sich ein Stelldichein gibt.

    Hinweis für alle Österreicher: Beim HustlaBall handelt es sich nicht um eine Veranstaltung, bei der fleißig gehustet wird (Vorsicht: ist ironisch gemeint)! Wenn ein Österreicher das Wort oft genug ausspricht, hört es sich wirklich nach "Hustenball" an!
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#5 Liedel
  • 16.10.2009, 23:43h
  • @seb1983

    Das peinliche Naddel- Plakat "dürfte" ich die ganze Woche in irgendwie jedem Ubahnhof bewundern (kommt nach dem Spätdienst besonders toll *seufz*).

    Und wer meint, für den Hustlaball 25/30€ rausschmeißen zu müssen, um sich kopulierende Pornostars anzusehen und sich in ner Masse nerviger Berlin- Touristen zu suhlen: von mir aus. Solang's Geld in die Stadt spült und die Leute nach der Venus wieder veschwinden
    Übrigens, die Summen, die der Ball für "Charity"- Projekte 2008 ausweist, finde ich beschämend niedrig...
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