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Ein heterosexuelles Paar aus Italien hat einen Reiseanbieter auf ein Schmerzensgeld in Höhe von 3.000 Euro verklagt, weil dieser die Eheleute auf ein schwules Kreuzfahrtschiff schickte.

Das Paar buchte einen Dreitagestrip von Civitavecchia nahe Rom nach Barcelona bei Unternehmen Grimaldi Lines. Als sie beim Schiff ankamen, war es von Kamerateams umgeben. Sie erfuhren vor Ort, dass das Unternehmen seien erste "Gay Cruise" für 1.500 Homo-Paare veranstaltete. Dennoch gingen sie an Bord - und waren dort eigenen Angaben zufolge das einzige Hetero-Paar.

Der Anwalt des Paares fordert nun Schadensersatz: "Hier geht es nicht um Diskriminierung, sondern um die Tatsache, dass meine Klienten wegen eines Missverständnisses ihre Reise nicht genossen haben. Daher müssen sie entschädigt werden", so Antonio Francesconi nach Angaben der Nachrichtenagentur APA. Das Paar fürchtete offenbar auch, von anderen als homosexuell angesehen zu werden: "Meine Mandanten wurden so in Verlegenheit gebracht, auch weil sie einige Passagiere kannten und keine Ahnung hatten, dass sie schwul sind. Das war dann allen peinlich."

Italienische Homo-Gruppen haben das Paar, dessen Name nicht veröffentlicht wurde, bereits beschuldigt, aus Homophobie zu handeln. Der Anwalt der Kläger wies diese Behauptungen zurück. Zudem wurde die Berichterstattung in den Medien kritisiert, in denen die Homo-Kreuzfahrt in die Nähe eines Bordellbesuchs gerückt wurde. So hat auch im deutschsprachigen Bereich haben einige Zeitungen tendenziös berichtet. Das österreichische Boulevardblatt "Krone" titelte etwa: "Peinlicher Trip: Ahnungsloses Paar musste Schwulen-Kreuzfahrt ertragen".

Schwul-lesbische Kreuzfahrten sorgen immer wieder für Kontroversen. So gab es 2007 Proteste auf den Bermudas, weil ein amerikanisches Homo-Schiff anlegen wollte (queer.de berichtete). Die Kirche erklärte die schwul-lesbischen Besucher damals zu unerwünschten Personen auf der Insel. (dk)



15 Kommentare

#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 15.10.2009, 17:48h
  • Ach Du meine Stars, wegen sowas machen die zwei einen Riesenaufstand! Fragt sich nur, ob der Mann und die Frau von den netten Schwulen und Lesben angebaggert wurden. Ist aber auch egal, die zwei werden wohl ihren Spaß gehabt haben !
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#2 das schacklineAnonym
  • 15.10.2009, 17:50h
  • 1 teil vodka

    stehen lassen, nichts machen.

    es muss heissen:

    sie waren d i e einzige hetero-bar !
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#3 alexander
  • 15.10.2009, 18:38h
  • na da muss ich doch aber rückwirkend für meine 36 absolvierten kreuzfahrten noch schadensersatz einklagen, für den hetenterror, dem ich ausgesetzt war ? und die peinlichkeiten der vielen kerle die plötzlich ihre eheträume dabei hatten, obwohl sie angeblich schwul
    waren ???

    das muss wohl eine sommerlochrestente der medien sein, schön ist die empörung der schluchtenscheissergazette, sind doch die "besseren deutschen".

    aber scherz beiseite, kein reiseanbieter wird vergessen das motto einer kreuzfahrt mitzuteilen, zumal schwule kreuzfahrten immer noch eher die ausnahme sind und mit sicherheit auch prospekte für dieses "event" existierten !

    vielleicht hat männe ja vergessen die holde gattin aufzuklären ?
    nach dem motto : "dat is ein schiff da wo man mitmuss !!!"
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#4 schwulenaktivist
#5 JollyAnonym
  • 15.10.2009, 22:22h

  • Also ich finde die Schadensersatzklage nicht so unpassend und ich glaube auch nicht,dass es was mit Homophobie zu tun hat.

    Wenn ich eine erholsame Reise buche und es ist auf dem Schiff nur Party und niemand sagt mir das oder wenn ich eine Partytour buche und dann sind nur Rentner auf dem Schiff, die Skat spielen,käme ich mir auch verarscht und vom Veranstalter getäuscht vor. Wer würde dann nicht versuchen, daraus Profit zu schlagen?! Ich kann das Ehepaar voll verstehen.

    Und dass es auf einer Gaykreuzfahrt nicht ganz "jugendfrei" zuging, kann ich mir auch gut vorstellen. Dass sich dann jemand peinlich berührt fühlt, ist doch nachvollziehbar.

    Homorechte und -freiheiten bedeuten nicht, dass man Wünsche und Bedürfnisse anderer missachten darf und deren Probleme leichtfertig abtut!
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#6 Good ol friendAnonym
  • 16.10.2009, 10:51h
  • Na, dann sollten wir so langsam, aber sicher, auch alle Schadensersatzklagen anstrengen, weil wir als Schwule von kleinauf einem ständigen heterosexistischen Terror unterworfen werden und uns gegen eine angebliche "Norm" und "Mehrheit" behaupten müssen, die nichts anderes sind als mittelalterliche Zwangskonstruktionen . Die oben beschriebene Erfahrung wünsche ich mir daher dringend für mehr "Heteros"!
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#7 GerdAnonym
  • 16.10.2009, 12:31h
  • Ich wüsste an der Stelle des Ehepaares auch vorher gerne, wenn das speziell eine schwule Kreuzfahrt ist, damit ich selbst entscheiden kann, ob ich da mitfahre.

    Ich kann mir gut vorstellen, dass sie sich dabei nicht unbedingt wohl gefühlt haben und deshalb finde ich die Schadensersatzklage gerechtfertigt. Man muss auch nicht überall Homophobie vermuten.
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#8 Good ol friendAnonym
#9 RoggeAnonym
  • 16.10.2009, 14:22h
  • Ach ja - das Wohlfühlen ist wichtig !
    Hatte vor Jahren bei einer Aufführung der Oper Rosenkavalier eine Lesbenkußszene (mit Hosenrolle), die sich hinzog, ertragen müssen.
    Und das alles im ersten Akt, der einfach nicht enden wollte. Hab mich auch nicht sonderlich wohl gefühlt - hätte ich nun unser Theater auf Rückerstattung des Eintrittspreises verklagen sollen?
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#10 HomonorminativAnonym
  • 16.10.2009, 22:18h
  • Antwort auf #8 von Good ol friend
  • Ja hast Recht, wird Zeit das wir die Heterofaschisten aus dem Land jagen damit sich Schwule endlich wohl fühlen können. Keinen Meter für Heteronazis und Heteroterroristen! Dann sind wir endlich eine post-mittelalterliche homosexitische zwangskonstruierte "Mehrheit", und deine Träume werden wahr!
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