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Ein Gesetzentwurf ist ins ugandische Parlament eingebracht worden, der "schwere Homosexualität" künftig mit der Todesstrafe ahnden will.

Das "Antihomosexualitätsgesetz 2009" wurden vom Abgeordneten David Bahati von der Regierungspartei NRM eingereicht. "Schwere Homosexualität" soll fortan zur Hinrichtung führen, "normale Homosexualität" soll dagegen eine lebenslängliche Haftstrafe zur Folge haben. Bereits jetzt können Schwule in Extremfällen zu lebenslänglicher Haft verurteilt werden. Todeswürdig ist demnach, Sex mit einem gleichgeschlechtlichen Behinderten oder Jugendlichen zu haben. Auch eine HIV-Infektion des "Täters" wäre "schwere Homosexualität". Für nicht vollendete schwule Beischlafsversuche sollen sieben Jahre Gefängnis winken.

Auch die Werbung von Homosexualität soll zu einer Gefängnisstrafe bis zu fünf Jahren führen. Wirtschaftsbetriebe oder Vereine, die für Schwule werben, sollen mit dem sofortigen Lizenzentzug bestraft werden.

"Schwule sind Gefahr für Kinder"

Im Gesetz heißt es, dieses hohe Strafmaß "schützt die traditionelle Familie, indem es alle Formen der sexuellen Beziehungen zwischen Personen des gleichen Geschlechts verbietet". Es schütze damit insbesondere die Jugendlichen, die Gefahr laufen, "sexuelle Misshandlungen und Ausschweifungen erleiden zu müssen als Ergebnis von kulturellen Veränderungen, unzensierten Informationstechnologien und zunehmenden Versuchen von Homosexuellen, Kinder in gleichgeschlechtlichen Beziehungen aufzuziehen."

Uganda wäre das achte Land, das die Todesstrafe aufgrund der sexuellen Orientierung verhängt. Es wäre zudem der erste Staat mit dieser Bestrafungsform, das nicht mehrheitlich muslimisch ist. 45 Prozent der Ugander sind Katholiken, 40 Prozent sind Anglikaner.

Der ostafrikanische Binnenstaat gilt als einer der homofeindlichsten Länder der Welt. Erst im April hat der ugandische Ethikminister erklärt, dass die Vereinten Nationen seinem Land Homosexualität aufzwingen wollten (queer.de berichtete). Präsident Yoweri Museveni hatte zuvor gleichgeschlechtliche Liebe als "ausländische Kultur" bezeichnet (queer.de berichtete). Die Regierung ist der festen Überzeugung, dass es das Hauptanliegen von erwachsenen Schwulen ist, Kinder zu ihrem "Lebensstil" zu verführen. (dk)



21 Kommentare

#1 alexander
  • 16.10.2009, 16:48h
  • KOTZ !!!!!
    die haben noch nicht mal nach dem schwänze-abschneidenten-und ins- maul -steckenden
    idi amin was begriffen !
    spricht es doch für die 85% "christen" in diesem land ! offensichtlich finden es die kirchen völlig in ordnung, oder hat jemand einen widerspruch vernommen, eventuell wenigstens vom "heiligen stuhl"(gang) ?
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#2 LorenProfil
  • 16.10.2009, 16:55hGreifswald
  • Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zu-
    sammenarbeit und Entwicklung informiert(u.a.):

    "2006 wurde Museveni zum dritten Mal in seinem
    Amt bestätigt. In Zukunft gilt es, verbliebene De-
    fizite im Demokratieverständnis und bei der Rechtsstaatlichkeit abzubauen. Positive Entwick-
    lungen sind zum Beispiel, dass die ugandische Men-
    schenrechtskommission ihre Funktion als Kon-
    troll- und Beschwerdeinstanz für Menschenrechts-
    verletzungen engagiert ausfüllt und das Parlament
    seine Rolle mit zunehmendem Selbstbewusstsein
    ausfüllt ..."

    Da kommen mir gleich die Tränen vor Freude, ist Herr Museveni doch erst seit 1986 im Amt
    und hat "mit einer umfassenden Reformpolitik
    vielfältige Erfolge erzielt" (so das MInisterium).

    Meine Frage an die (noch) regierende Ministerin:
    "Wurde da nicht mindestens eine Minderheiten-
    gruppe bei der Ausarbeitung der umfassenden
    Reformpolitik vergessen und welche Auswir-
    kungen hat das auf die Entwicklungszusammen-
    arbeit zwischen Deutschland und Uganda?"
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#3 olblueye
  • 16.10.2009, 17:18h
  • Die Korruption in diesem Land ist so riesig, da kann man schön mit Hass auf Homosexuelle ablenken. Zumindestens bei der grossen Mehrheit der Nicht-Schwulen und Lesben.

    Dieses Land hat so viele Probleme, was für eine Rolle spielt es da, wer mit wem ins Bett geht ?

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#4 seb1983
#5 Benedictus
  • 16.10.2009, 20:43h
  • "Erst im April hat der ugandische Ethikminister erklärt, dass die Vereinten Nationen seinem Land Homosexualität aufzwingen wollten. Präsident Yoweri Museveni hatte zuvor gleichgeschlechtliche Liebe als "ausländische Kultur" bezeichnet."

    Was ich wirklich schade finde ist, dass die einzige Kultur, die afrikanische Länder wie diese für sich übernommen haben, fanatische, religiöse Auslegung der Ansichten der katholischen Kirche oder des Islams ist.

    Wir, der Westen, die ausländische Kultur, kriegen nun das zurück, was vor Jahrhunderten (dank unserer Kirchen) gesät wurde und bis heute noch gesät wird: Religiös motivierter Hass!

    Was mir fehlt an Uganda und Jamaika (ja ich weiß, Jamaika ist nicht afrikanisch) und sonstige Länder, die sich als Exkolonien per se bevormundet fühlen, eine gewisse konsequente Art und Weise sich von den "ausländischen" Zwängen zu lösen. Man kann nicht einerseits sich in Sachen Homosexualität sich dem Einfluss einer ausländischen Religion unterwerfen, oder das Geld ausländischer Touristen oder Entwicklungshilfe annehmen und andererseits sich über die Einmischung des Auslands beklagen.

    Ich wünsche mir dann lieber einen Umgang mit Homosexuellen, wie er vor dem Einfluss der westlichen Welt statgefunden hat. Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass das in nicht westlich beeinflussten Ländern überhaupt ein Thema ist.

    Aber mir fehlen leider die Quellen, um zu beweisen, dass es mit Sicherheit Kulturen in Afrika gab, in denen, bevor westliche und arabische Missionare Afrika verseucht hatten, Homosexualität etwas völlig Natürliches war, so natürlich, dass es noch nicht einmal eine Begrifflichkeit dafür gab.
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#6 buddel rumAnonym
  • 16.10.2009, 21:04h
  • Antwort auf #5 von Benedictus
  • in den ehemaligen sklavenhalter- und plantagenkolonien spielen in den identitätsstiftenden nationalmuseen dokumente,
    zeichnungen und stiche über sexuellen mißbrauch
    durch die weiße herrscherschicht eine tragende rolle.

    sowohl der mißbrauch von frauen und kindern, wie der der schwarzen männer durch den weißen mann, die natürlich eigentlich frauen und kinder schützen sollten.

    "natürlich" bezieht sich auf die übernahme dieser rolle seit mindestens zehntausenden von jahren.

    in grundschulen lernt man nationalhymnen und die geschichte der realtiv jungen länder durch
    ausflüge in die museen.

    es gab sklavenfarmen, die der buchstäblichen zucht neuer sklaven dienten.

    obama besuchte als letzten ort seiner afrikareise das fort in dem sklaven mit den größten sexualorganen die teuersten waren. Alles belegt,
    alles dokumentiert. von dort wurden sie in die karibik und später nach brasilien verschifft.
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#7 Peter B.Anonym
#8 Liedel
  • 16.10.2009, 23:52h
  • Aber mit Guido wird doch jetzt alles besser?

    Ach so stimmt, der ist ja noch gar nicht im Amt...
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#9 EinfaltspinselProfil
#10 gatopardo
  • 17.10.2009, 12:53h
  • Wir müssen uns nur nicht einbilden, dass die Hetero-Mehrheit in unseren aufgeklärten Ländern Anstoss nimmt an Verfolgungen homosexueller Minderheiten in Entwicklungsländern. Staunend sah ich kürzlich einen Bericht über das ach so harmonische Miteinander auf Jamaika, was geradezu animierte, nach dort zu reisen, aber natürlich nur, wenn man zum "normalen" Teil der Bevölkerung zählt.
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