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Die Mitglieder der DAH haben am vergangenen Wochenende in München beschlossen, dem Aids-Aktivisten die Ehrenmitgliedschaft anzutragen.

Von Carsten Weidemann

In den 1980er Jahren zählte Rainer Jarchow zu den Initiatoren des Kölner Schwulen- und Lesbenzentrums Schulz, das die politische Durchsetzungskraft der Community bündeln sollte. Dieses politische Engagement führte ihn auch zur Gründung der AIDS-Hilfe Köln, da in Deutschland zu befürchten war, dass Aids zu neuer Repression und Ausgrenzung führen würde. Dass es dazu nicht kam und dass die HIV-Prävention in Deutschland unter Einbeziehung der Hauptbedrohten- und Hauptbetroffenen mit einem Ansatz ihrer Lebensweisen ausgebaut wurde (sog. "strukturelle Prävention"), ist - neben vielen anderen Frauen und Männern – ebenfalls Rainer Jarchow zu verdanken.

Auch an der Gründung des späteren DAH-Landesverbandes, der AIDS-Hilfe NRW e.V., war er beteiligt und setze das Ziel der Bündelung und Vernetzung zur wirkungsvollen politischen Interessenvertretung fort. Ein weiterer Beitrag zur Verbesserung der Lebenssituation von Menschen mit HIV und Aids war 1987 die Gründung der Deutschen Aids-Stiftung "positiv leben", die später in der Deutschen AIDS-Stiftung aufgehen sollte. Rainer Jarchow ist weiter ehrenamtlicher Vorsitzender ihres Fachbeirates.

Zu dem ehrenamtlichen Engagement trat die hauptamtliche Tätigkeit: 1986 wurde Rainer Jarchow als erster Aids-Koordinator im Gesundheitsamt der Stadt Köln angestellt. Er war maßgeblich beteiligt an der liberalen Gesundheitspolitik der sog. "Kölner Linie". Von 1994 bis 2004 begleitete Rainer Jarchow als erster "Aids-Pastor" in Hamburg Erkrankte und ihre Angehörige. In diese Zeit fiel der Wandel von HIV/Aids von einer unausweichlich zum Tode führenden hin zu einer chronischen Erkrankung. Von 2003 bis 2004 gehörte Rainer Jarchow dem Vorstand der DAH an.

Winfried Holz, Mitglied des Bundesvorstandes der DAH, freut sich: "Mit Rainer Jarchow ehrt die Deutsche AIDS-Hilfe einen Aktivisten der ersten Stunde der Aidshilfe-Bewegung in Deutschland, der bis heute in den unterschiedlichsten Feldern in den Bereichen HIV und Aids tätig ist. Sein Einsatz soll mit der Ehrenmitgliedschaft Anerkennung finden."

Auf dem Welt-Aids-Tags-Empfang der Deutschen AIDS-Hilfe am 5. November um 19:00 Uhr im Atrium der Deutschen Bank, Charlottenstr. 38, wird Rainer Jarchow die Ehrenmitglieds-Urkunde überreicht werden.



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
#2 Knueppel
  • 19.10.2009, 19:24h
  • Ich erinnere mich ... "da in Deutschland zu befürchten war, dass Aids zu neuer Repression und Ausgrenzung führen würde. Dass es dazu nicht kam und dass die HIV-Prävention in Deutschland unter Einbeziehung der Hauptbedrohten- und Hauptbetroffenen mit einem Ansatz ihrer Lebensweisen ausgebaut wurde (sog. "strukturelle Prävention"), ist - neben vielen anderen Frauen und Männern – ebenfalls Rainer Jarchow zu verdanken."

    Ich hatte damals eine tierische Angst, dass es zu Lynchmorden an Schwulen kommen würde ... die Panik und der Hass gegen die "AIDS-Fucker" waren bereits vorhanden. CSU-Mann Gauweiler schlug ernsthaft "Lager" für AIDS-Infizierte vor.

    Später unterhielt ich mich mit einem schwulen Freund über diese Zeit, er sagte: "Es waren damals sehr kluge Leute, die verhinderten, dass es zu 'Pogromen' gegen Schwule kam ..."

    Rainer Jarchow, vielen Dank für Ihren außergewöhnlichen Einsatz und
    HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH
    zur Ehrenmitgliedschaft!

    Knueppel
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