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20 Prozent der schwulen, lesbischen und bisexuellen Schüler haben im vergangenen Jahr einen Selbstmordversuch unternommen, verglichen mit vier Prozent der heterosexuellen Schüler, so eine neuseeländische Studie.

Schüler mit Interesse am eigenen Geschlecht weisen auch höhere Raten an Alkohol- und Drogenmissbrauch, sexuell übertragbaren Krankheiten und psychischen Störungen auf, erklärten Forscher der Universität von Auckland in ihrer Untersuchung "Youth 07", die jetzt veröffentlicht wurde. Sie wurde von der neuseeländischen Aidshilfe in Auftrag gegeben. Insgesamt basieren ihre Daten auf der Befragung von über 8.000 Mittelschülern bis zu 18 Jahren.

Demnach haben 39 Prozent der schwul-lesbischen Befragten schon einmal ernsthaft über Selbstmord nachgedacht; bei jungen heterosexuellen Neuseeländern waren es "nur" 20 Prozent. Insgesamt sind Schüler, die am gleichen Geschlecht interessiert sind, unglücklicher als heterosexuelle Jugendliche: So berichten 30 Prozent der Schwulen und Lesben von depressiven Phasen; bei Heteros sind es lediglich zehn Prozent.

Hoher Drogenkonsum

Bei Erfahrungen mit Alkohol und Drogen liegen gleichgeschlechtlich Interessierte vorn: Von ihnen bezeichnen sich 48 Prozent als Komasäufer (Heteros: 36 Prozent), 16 Prozent rauchen (Heteros: sieben Prozent) und zwölf Prozent kiffen (Heteros: fünf Prozent). Schwule und Lesben sind zudem viel öfter sexuell aktiv als heterosexuelle Jungs und Mädchen (45 Prozent zu 25 Prozent).

Insgesamt haben sich die Zahlen aber im Vergleich zu einer Studie aus dem Jahr 2001 verbessert. Gerade der Zigarettenkonsum sei auch bei Schwulen und Lesben stark zurückgegangen. "Es ist allerdings noch sehr eindeutig, dass Mobbing und Isolation von Schwulen, Lesben und Bisexuellen in der Schule sehr ernste Konsequenzen für diese jungen Menschen hat", erklärte Aidshilfen-Sprecher Nathan Brown. Seine Organisation sehe die Ergebnisse als Auftrag, die Diskriminierung von Schwulen und Lesben zu bekämpfen, damit sich die Ergebnisse von Homo- und Heteroschülern angleichen können.

Insgesamt gaben 92 Prozent der Schüler an, sie seien nur am anderen Geschlecht interessiert. 0,9 Prozent erklärten, sie hätten ausschließlich Interesse am eigenen Geschlecht, weitere 3,3 Prozent sagten, sie hätten Interesse an beiden Geschlechtern. 3,6 Prozent waren sich nicht sicher oder haben eigenen Angaben zufolge kein sexuelles Interesse. (dk)



17 Kommentare

#1 TimmAnonym
  • 20.10.2009, 16:44h
  • Komisches Ergebnis der Untersuchung:

    Bei mir kann ich dies in keinster Weise bestätigen. Ein Suizidgedanke war nie vorhanden und ich hatte eine gute Kindheit und eine erfolgreiche Schulzeit.
    Mein Coming-Out hatte ich erst nach der Schulzeit im Studium an der Universität.

    Auch kenne ich in meinem schwulen Freundeskreis keinen einzigen Mann, der Suizidgedanken in der Jugendzeit/als Schüler hatte. Ich bin daher bei diesen Studien immer ein wenig skeptisch, was die Prozentraten angeht und ob diese Werte nich wesentlich geringer sind.
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#2 seb1983
  • 20.10.2009, 16:59h
  • Fast 40% der Schwulen und 20% aller Heteros haben schonmal über Selbstmord nachgedacht??

    Wie kommt man auf solche Ergebnisse??
    Mit der Raucherei und dass Schwule mehr rumpoppen ok, dafür braucht man keine Studien.

    Aber puh, Selbstmord, da bin ich wohl unnormal dass mir der Gedanke nie kam, scheint ja für manche wie Brötchen holen zu sein...
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#3 LorenProfil
  • 20.10.2009, 17:22hGreifswald
  • Wenn Menschen nicht gern öffentlich über ihre
    Selbstmordgedanken oder -versuche aus ver-
    gangenen Tagen sprechen, muss das nicht heißen,
    dass sie nicht dennoch Realität waren. Für mich
    gibt es keinen Grund, an der Echtheit solcher
    Untersuchungen zu zweifeln, werden sie doch
    m.W. anonym durchgeführt.
    Anschließen kann ich mich da nur Aidshilfen-Spre-
    cher Nathan Brown, der diese Ergebnisse als Auf-
    trag ansieht, "die Diskriminierung von Schwulen
    und Lesben zu bekämpfen".
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#4 Liedel
  • 20.10.2009, 17:49h
  • Es dürfte wohl nicht lange dauern, bis diese Ergebnisse auf einschlägigen Webseiten und Kongressen christlicher Fundamentalisten wieder als Beleg für die "Therapiebedürftigkeit" homosexueller Jugendlicher gesehen wird.
    Womit natürlich die "Veränderung" hin zur Heterosexualität gemeint ist.
    Aber wenigstens hat sie die neuseeländische Aidshilfe in Auftrag gegeben und nicht irgendein religiöser Fundi- Verein
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#5 ABEAnonym
  • 20.10.2009, 18:53h
  • Antwort auf #4 von Liedel
  • Die Frage ist natürlich immer, was denn mit Selbstmordgedanken gemeint war, das kann ja vieles bedeuten.

    Also ich z.B. habe auch durchaus schonmal über das Thema nachgedacht, allerdings rein theoretisch, ohne daß ich tatsächlich in der Nähe davon war das wirklich zu planen. Ich glaube das ist bei sehr vielen Menschen so.

    Daß man eher darüber nachdenkt und es auch eher tut, wenn man erstmal damit klarkommen muss daß man schwul ist, wenn man dadurch viel mehr Problemen, Konflikten und Diskriminierung ausgesetzt ist, dürfte doch nicht verwunderlich sein...
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#6 axelAnonym
  • 20.10.2009, 19:03h
  • Glücklicherweise lief das bei mir so gut, das ich mich nie mit diesem Gedanken auseinandersetzte. Auch wenn mein CO bereits 21 Jahre zurück liegt.

    Aber ich kenne genug Schwule, die mit dem Gedanken gespielt haben. Daher sind die Zahlen durchaus nachvollziehbar.

    Gerade dann, wenn die Homophoben Witze und dummen Sprüche nicht nur von den Mitschülern, sondern auch noch von der Lehrerschaft ausgeht, was sehr häufig der Fall in Religiös gegründeten Schulen der Fall ist, z.Bsp.: Katholische Gymnasien
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#7 hwAnonym
  • 20.10.2009, 20:33h
  • Antwort auf #2 von seb1983
  • es kann auch sein, dass du deinen heimat- und deinen studienort, sowie dein mileu, als pars pro toto setzt.
    was du in der anatolischen hitze der großexkursion bestimmt nicht gemacht hast, hoffe ich.

    ansonsten glaube ich, daß bei diesem thema, bewußt abgewehrt wird. da geht es ja um ohnmacht und abhängigkeit, betroffener dort, hier
    und der lesenden. so etwas ist nie schön.

    es wird daher auch nicht sehr viele kommentare gaben.

    good ol friend wird sich naturgemäß melden,
    da die erhöhten autoagressionen in der studie ja die direkte folge struktureller gewalt sind.

    die tritt milieuspezifisch mit unterschiedlichen gesichtern, in unterschielicher intensität auf.

    und natürlich hat scheuß' beitrag auf der meta-ebene etwas mit good ol friends momentanen
    gesprächen in stuttgart, bzgl. des schwulenzentrums auf lokaler ebene, zu tun.

    sebs abwehr ist irgendwie natürlich. timms abwehr besitzreligiös zynisch.

    ich kenne hier alle oben beschrieben varianten von autaggression bei jungen und alten lesben und schwulen.
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#8 hwAnonym
  • 20.10.2009, 20:41h
  • was meine ich mit struktureller gewalt ?

    „Strukturelle Gewalt ist die vermeidbare Beeinträchtigung grundlegender menschlicher Bedürfnisse oder, allgemeiner ausgedrückt, des Lebens, die den realen Grad der Bedürfnisbefriedigung unter das herabsetzt, was potentiell möglich ist“.
    Diesem erweiterten Gewaltbegriff zufolge ist alles, was Individuen daran hindert, ihre Anlagen und Möglichkeiten voll zu entfalten, eine Form von Gewalt. Hierunter fallen nicht nur alle Formen der Diskriminierung, sondern auch die ungleiche Verteilung von Einkommen, Bildungschancen und Lebenserwartungen, sowie das Wohlstandsgefälle zwischen der ersten und der Dritten Welt. Selbst eingeschränkte Lebenschancen auf Grund von Umweltverschmutzung oder die Behinderung emanzipatorischer Bestrebungen werden hierunter subsumiert.

    de.wikipedia.org/wiki/Strukturelle_Gewalt

    diese definition ist für bundesdeutsche hass-sänger wie ein hurricane.

    da flippen die jamaikaner aus.
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#9 IchAnonym
  • 21.10.2009, 11:50h
  • Ja....Neuseeland ist eine völlig andere Gesellschaft mit völlig anderen poltischen, rechtlichen und sozialen Lebensumständen als bei uns in Europa und in Deutschland. Vielleicht hätte man im Artikel deutlich darauf hinweisen sollen, daß es sich um eine Studie in Neuseeland über Neuseeland handelt und dies nicht in einem Nebensatz versteckt andeuten. Dann würde man sich auch vom Bild-Journalismus ein bißchen abheben....
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#10 stromboliProfil
  • 21.10.2009, 12:25hberlin
  • Antwort auf #1 von Timm
  • was wohl die untersuchung nicht genau belegt: suizidgefährdete jugendliche sind in der altergrenze anfang pupertät bis ende pupertät besonders anfällig. Ein in dieser phase gemachtes coming out ist entsprechend den umständen gefährdeter als das eines , über das alter des heranwachsenden, hinausgekommenen studenten!
    So ergeben sich zwei sichtbare faktoren: einmal die tatsache , dass du offensichtlich länger brauchtest , um deine sexuelle bestimmung rationell einzuordnen; gnade der späten entscheidungen, aber offensichtlich auch produkt deiner herkunft....
    zum zweiten: zeitpunkt und umgebung, in dem sich der werte & werdungskonflikt abspielt, lassen rückschlüsse auf den belastungsdruck zu!
    Da ist ein 16-17 ausgelieferter, als ein 20-22 jähriger, der mit anderen lebens & berufszielen beschäftigt ist...

    Ich habe in den frühen 70 jahren 2 junge menschen aus meinem freundeskreis verloren. Beide im alter unter 20zig! Beides folgen ihrer elternhäuser und der irrationalität des strebens nach "normalität"! Da konnte sich nicht viel aufbauen, trotz guter noten und vermeintlich geborgener kindheit.

    zu#4: sicher, solche daten können gegen uns gewendet werden... dazu dienen ja die auslegungen von statistiken... aber es ist auch notwendig für uns selbst , uns diesen realitäten zu stellen; jeder tote, ist ein toter zuviel für uns!

    zu#9: alle studien, die sich auf westlich orientierte gesellschaften beziehen, haben den gleichen auswertungseffekt. Unterscheiden würde sich eine untersuchung hin zur problematik der maoris ... etc.
    "Dann würde man sich auch vom Bild-Journalismus ein bißchen abheben..."; was hast du gegen bild? Mittlerweile outen sich queer.de user als bildleser, ohne an suizid zu denken... was mir wiederum zu denken gibt!
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