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Die Sopranos und Krays lassen grüßen: In New York hat sich ein Mann vor Gericht geoutet, der für die Mafia als Auftragskiller gearbeitet haben soll. Zugleich schwor er von der Mafia ab.

Von Norbert Blech

"Das ist das erste Mal, dass ich so etwas in diesem Gericht gehört habe", soll der seit 1967 aktive Bundesrichter in der Verhandlung am Montag gesagt haben. Mafia-Mitglieder würden sich sonst nie von ihrer Blutsbande lösen. Der 44-jährige Robert Mormando, ein geschiedener Vater von zwei Söhnen, stand vor Gericht, weil er 2003 den Bäcker Howard Beach angeschossen haben soll. Den Auftrag soll er von Vincent Gotti bekommen haben, Bruder des verstorbenen Mafia-Bosses John Gotti, um eine Affäre des Bäckers mit seiner Frau zu rächen.

Wie sich erst vor Gericht herausstellte, soll sich Mormando bereits kurz nach der Schießerei den Behörden als Informant zur Verfügung gestellt haben - aus Angst um sein Leben. Sein Verteidiger gab vor Gericht an, Mormando habe zu diesem Zeitpunkt sein Coming-out gehabt und einen Partner gefunden. Seitdem habe er "ein Leben im Versteck geführt, nicht vor der Polizei, sondern La Cosa Nostra". Denn die Mafia möge keine Schwulen.

Lebensrisiko Homosexualität

So wurde etwa - in der gleichen Familie - 1992 das ranghohe Mafia-Mitglied John D'Amato aus New Jersey erschossen, weil er schwul war; John Gotti hatte ihn zuvor als potentiellen Nachfolger in die "Familie" geholt. D'Amatos Leiche wurde nie gefunden, aber vier Mafia-Mitglieder wurden für den Mord verurteilt. Der Vorfall wurde Vorbild für einen Handlungsstrang um den schwulen Mafioso Vito Spatafore in den "Sopranos".

Und John Gotti war erst durch den Mord an einen anderen schwulen Mafioso an die Macht gekommen: 1983 ließ er den Mafia-Boss Roy DeMeo erschießen, dem nicht nur Homosexualität, sondern auch eine zunehmende Kooperation mit den Behörden nachgesagt wurden.

Für den Informanten Mormando lief die Sache glücklicher ab: obwohl er nicht in einem offiziellen Zeugenschutzprogramm ist, leben er und sein Partner versteckt vor der Mafia. Und aufgrund seiner Kooperation verurteilte ihn das Gericht, wie in Amerika als Standard-Strafe möglich, nur zu der bereits abgesessenen Zeit - obwohl Mormando keinen Tag im Gefängnis verbracht hatte. Ihm hatten bis zu 17 Jahre Haft gedroht.

Erinnerung an die Sopranos. Und die Kray-Brüder

Die Geschichten aus New Jersey sind nicht die einzigen bekannten und faszinierenden über Homosexuelle in der Unterwelt. Legendär sind die Erzählungen um die Kray-Brüder, die in den 50ern und 60ern des letzten Jahrhunderts die Unterwelt Londons auf Mafia-Art regierten - und zwischenzeitlich zu gefeierten, unangreifbaren Stars wurden. Als Teil des Swinging Londons besuchten Größen wie Frank Sinatra oder Judy Garland ihre Nachtclubs.

Einer der beiden gewalttätigen Brüder, Ronald, war schwul und hatte Sex mit etlichen Männern - darunter mit dem konservativen Politiker Lord Boothby und wohl auch mit einem Politiker der Labour-Partei. Das sorgte, zusammen mit der Einschüchterung von Zeugen, für einen langen Schutz der Brüder vor der Polizei - und vor der Journallie. Der "Sunday Mirror" wollte eine Geschichte über die Verbindung zu Boothby bringen, kniff dann aber, zahlte auf eine Klageandrohung Boothbys 40.000 Pfund und machte es anderen Journalisten unmöglich, das Thema aufzugreifen.

Ronnie Kray wurde mit seiner Sexualität trotzdem nie glücklich. Gegenüber einem Freund soll er seine Liebe zu Männern als "Tragödie seines Lebens" bezeichnet haben und sie wurde wohl auch zu seinem Verhängnis: als ihm ein anderer Gauner "fette Schwuchtel" nannte, schoss ihn Kray ins Gesicht (ob dies stimmt oder der Mord einfach Teil eines Gang-Kriegs war, ist bis heute umstritten). Für diese Tat wurde Ronnie 1969 zu Lebenslänglich verurteilt - im März 1995 starb er im Gefängnis.

Für viele junge - und heterosexuelle - Kleinkriminelle wurde es zu einer Ehre, sich Ronnie Kray im Gefängnis für Liebesdienste zur Verfügung zu stellen. 1989 griff der britische Indie-Pop-Sänger Morrissey das Thema auf. In dem Song "Last of the famous international playboys", der es trotz der Subversivität in die britischen Top Ten schaffte, berichtet der Ich-Erzähler, er habe nur getötet, um Kray zu gefallen.



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 21.10.2009, 15:39h
  • Ein schwuler Mafiakiller - ich dachte, sowas gibt es nur im Film, im Fernsehserien oder im Gayporno (The Velvet Mafia von Falcon)! Wie sagt man in den USA so schön "There goes the Neighorhood!"
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#2 Liedel
  • 22.10.2009, 03:33h
  • Steilvorlage für eine mögliche "Brüno"- Fortsetzung. Wie wärs damit: schwuler Killer schwört dem Töten und der Mafia ab, trägt von nun an nur noch Pömps, Strapse, Handtäschchen, Madonna-T-Shirt (+ Papstbildchen im Portemonnaie) und greift seine Gegner allerhöchstens mit Haarsprayattacken an
    Und als Gegenpart natürlich eine Hardcore- Lederschwester. Kampf! Dildos statt Degen zum Fechten. Und das alles für den Weltfrieden. Dildos zu Pflugscharen sozusagen
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#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
#4 Thomas02Anonym
  • 23.10.2009, 19:54h
  • Wenn man so einen Artikel einstellt sollte man aber trotzdem das Bildmaterial vernünftig recherchieren!
    Auf dem obigen Bild ist nicht Robert Mormando sondern John Gotti Junior zu sehen.
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