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Dies ist keine Doku über Päpstin Benedetto oder ein Remake von Asterix erobert Rom. Es ist die wahre Story einer Frau, die sich als Mann ausgab und Papst wurde.

Von Christian Scheuß

Ach, es gäbe so viel schönen Filmstoff über die selbsternannten Vertreter Gottes auf Erden zu drehen. So eine richtig schöne Satire mit einem alten Mann mit roten Lackschuhen zum Beispiel, der sich wundert, dass er nicht mehr in Kansas, äh Verzeihung, in Regensburg ist, und der von einem großen Balkon herab singt: "Somewhere over the rainbow…". Das wäre doch mal eine Aufgabe für Mel Brooks. Oder ein tolles Musical, das im Petersdom spielt. Da ist riesig Platz für große Inszenierungen, Whoopi Goldberg könnte nochmal als Sister Act tanzen, und überhaupt wäre alles ganz camp und schrill. Den bekanntlich weilen ja unter der Priesterschaft etliche Herren Damen mit einer Vorliebe für prächtige, bunte Kostüme. Kann der Sönke Wortmann so was nicht mal umsetzen?

Zumindest steckt Wortmann gerade gut im Thema, und als Produzent von Komödien hat er sich in der Vergangenheit auch einen Namen gemacht. Doch lustig macht sich der Regisseur in seinem jüngsten Film keineswegs. Er geht ernsthaft an die Geschichte heran, die vom Leben der Johanna berichtet, die als Papst Johannes Anglicus im 9. Jahrhundert die katholische Kirche lenkte.

Die Story: Im Jahr 814 nach Christi ist Johanna zu einem Leben als Frau verdammt. Ihr Lebensweg scheint vorbestimmt: arbeiten, Kinder kriegen und früh sterben. Doch Johanna lehnt sich auf, gegen den strengen Vater, gegen die Regeln der Kirche, für ihre Überzeugung und ihren Glauben. Denn sie spürt, dass ihre Bestimmung eine andere ist, dass Gott ihr einen anderen Weg weist.

Youtube | Der offizielle Trailer

In Dorstadt besucht Johanna die Domschule und begegnet Graf Gerold, einem Edelmann am Hofe des Bischofs. Aus ihrer Freundschaft wird Liebe. Als Gerold in den Krieg zieht, erinnert sich Johanna ihrer Bestimmung. Ihr Ziel aber kann sie als Frau nicht erreichen. Unter dem Namen Bruder Johannes tritt sie als Mann verkleidet ins Benediktinerkloster Fulda ein und lebt dort als heilkundiger und geachteter Arzt. Als ihre wahre Identität droht, aufgedeckt zu werden, flieht sie nach Rom. Dort trifft sie Gerold wieder und bemerkt, dass sie eines nicht länger verleugnen kann: ihre Liebe.

Immer weiter steigt Johanna in der kirchlichen Hierarchie auf, immer größer wird die Gefahr der Entdeckung und immer stärker spürt sie, dass sie sich entscheiden muss: Will sie ihr Herz Gott schenken oder einem Mann? Doch ihr bleibt keine Wahl. Als Papst Sergius stirbt, wird Johanna zu seinem Nachfolger gewählt. Ihre Gefühle für Gerold sind jedoch stärker als ihre Angst, durchschaut zu werden – Johannas Feinde aber warten nur auf eine Gelegenheit, um sie vom Thron zu stürzen …

Also doch keine römisch-katholische Version von Charleys Tante, aber auch kein Remake von Asterix erobert Rom, obwohl die Inszenierung der Rollen und die Ausstattung des Films manchmal unwillkürlich ein wenig daran erinnern. Den Roman von Donna Woolfolk Cross über das wahre Leben der Johanna bringt Sönke Wortmann als seriöses Historienepos auf die Leinwand.

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Die Päpstin
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15 Kommentare

#1 wodnickProfil
  • 22.10.2009, 17:19hBerlin
  • Neu ist die Idee nicht. 1972 spielte schon Liv Ullmann in dem Film "Pope Joan" die Päpstin Johanna.
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#2 PierreAnonym
  • 22.10.2009, 18:47h
  • Die Story ist sicherlich nicht wahr.
    Man sollte die Leute von damals nicht für dummer halten, als sie waren.
    Das heißt nicht, dass es nicht eine interessante Geschichte ist...
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#3 roviAnonym
  • 22.10.2009, 20:16h
  • Der Film und der zugrunde liegende Roman bieten sicherlich spannenden Stoff und reichlich Unterhaltung. Gesagt werden sollte aber auch, dass es, bestätigt durch neuere historische Forschung, eine Frau als Päpstin wohl nie gegeben hat.
    Roman und Geschichte sollte man durchaus auseinander halten können....
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#4 SamuelAnonym
  • 22.10.2009, 20:22h
  • Oh man, queer.de, Ihr seid ja wirklich wie die BILD-Zeitung. Die Geschichte der Päpstin Johanna ist eine nicht belegbare Legende und alles andere als eine wahre Geschichte.
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#5 norbertcdnkathEhemaliges Profil
  • 22.10.2009, 20:58h
  • Dieser Fil ist sicher spannend und interessant, nur sollte schonnachgedacht werden das dies alles auf einer Legende beruht. Es wird eben nur vermutet das im 9 jahrh. dies sich so zugetragen hat. Historisch läst sich das nicht bestädigen und nach neuster kenntniss hat es diese Papstin Johnanna nie gegeben.
    Und zudem sollte man die Menschen damaliger Zeit nicht ganz für blöd verkaufen.
    Der Artikel ist zwar sehr ironisch geschrieben , aber dennoch eher geschacklos und respektlos.
    Alles in allem anschaun kann man sich den ja , aber mit wahrheit hat dieser wenig zu tun.
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#6 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 22.10.2009, 21:46h
  • Sönke Wortmann hat sich mit dem Film ja einiges getraut. Ich denke, daß die Geschichte von der Päpstin Johanna einen wahren Kern hat. Man kann sagen, Johanna war der erste und bisher einzige "Drag King", der Papst wurde.
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#7 UweAnonym
#8 AndreasAnonym
  • 23.10.2009, 08:41h
  • Antwort auf #7 von Uwe
  • Ich habe das Buch von Donna W. Cross verschlungen und es war wirklich sehr gut geschrieben.
    Auch wenn der Film bestimmt nicht an das Buch herankommt, werde ich mir den Kinofilm bestimmt ansehen.
    Wieso sollte die Geschichte nicht wahr sein! Die Antwort könnte man vielleicht in den Tiefen des Vatikans finden. Es gab ja auch sehr viele Frauen, die sich in veschiedenen Kriegen als Männer ausgaben und in die Schlacht zogen....
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#9 antos
  • 23.10.2009, 09:41h
  • "Denn bekanntlich weilen ja unter der Priesterschaft etliche Herren Damen mit einer Vorliebe für prächtige, bunte Kostüme. Kann der Sönke Wortmann so was nicht mal umsetzen?"

    Fellini hat es doch schon großartig umgesetzt:

    www.youtube.com/watch?v=CYzRL9YIswQ
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#10 stromboliProfil