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Oscar-Gewinner Paul Haggis ("L.A. Crash", "Ein Quantum Trost") verlässt die Scientology-Kirche, der er 35 Jahre lang angehörte. Grund: Die umstrittene Glaubensgemeinschaft warb in Kalifornien dafür, die Homo-Ehe abzuschaffen.

Der 56-jährige Kanadier begründete seinen Ausstieg in einem Brief an Kirchensprecher Tommy Davis, der in mehreren amerikanischen Medien veröffentlicht wurde. Darin bezeichnet der Drehbuchautor und Regisseur die Organisation als "moralisch verwerflich". Er bezieht sich dabei insbesondere auf die Scientology-Unterstützung für Proposition 8. In diesem Volksentscheid stimmte eine knappe Mehrheit der Kalifornier dafür, Schwulen und Lesben das Recht auf Ehe wieder zu entziehen (queer.de berichtete). Insbesondere die Gemeinde in San Diego habe sich ungehindert mit Hassbotschaften gegen Homosexuelle hervorgetan, so Haggis.

"Die Weigerung der Kirche, sich von den Aktionen dieser Fanatiker, Heuchler und Schwulenhasser zu distanzieren, ist erbärmlich. Mir fällt dazu kein anderes Wort ein", schrieb der mit einer Frau verheiratete Haggis in dem Brief, der als Datum den 19. August trägt. "Wenn man sich dagegen nicht wehrt, erklärt man sein Einverständnis zu solchen Aktionen, Tommy. Ich weigere mich, mein Einverständnis zu geben."

Haggis kritisierte auch die internen Regeln der Kirche, wonach man sich von Freunden und Verwandten lossagen soll, die Scientology kritisch gegenüberstehen. Haggis erklärte, seine Frau habe deswegen den Kontakt zu ihren eigenen Eltern abgebrochen.

Insgesamt drei Mal wurde Haggis für den Oscar nominiert. 2006 erhielt er die Auszeichnung für das Großstadtdrama "L.A. Crash", das sich völlig überraschend gegen "Brokeback Mountain" als bester Film durchsetzte (queer.de berichtete). Nominiert wurden zudem seine Drehbücher für "Million Dollar Baby" und "Letters from Iwo Jima". Zuletzt wirkte er am Drehbuch für den James-Bond-Film "Ein Quantum Trost" mit. (dk)



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10 Kommentare

#1 AxelAnonym
#2 GunnarAnonym
  • 28.10.2009, 03:36h
  • Antwort auf #1 von Axel
  • Die Redaktion hat hier die journalistisch einzig richtige Entscheidung getroffen, indem sie eine eigene Deutung vermieden hat, ohne Dir durch die Formulierung jedoch Deine zu verwehren. Also: alles in Ordnung.
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#3 LeninAnonym
#4 antos
  • 28.10.2009, 19:45h
  • Antwort auf #1 von Axel
  • Selbstverständlich ist Scientology eine Glaubensgemeinschaft!

    So wie Christentum, Judentum, Islam, Hinduismus etc. auch. Alle menschlichen Zusammenrottungen, die Überzeugungssysteme mit dem Ziel kollektiver Identitätsbildung tradieren und einen exklusiven Zugang zu irgendeiner Wahrheit behaupten [natürlich meinen die immer 'die Wahrheit', eine einzige, unteilbare - irgendein Gott also], kann man mit gutem Recht Glaubenssysteme nennen. Auch jede unserer politischen Parteien z. B. bietet sich uns als Glaubensgemeinschaft an - auch wenn den wenigsten deren Programme geläufig sind.

    Dass Christenmenschen sog. Sekten wie Scientology besonders ins Visier nehmen und selbst steinkonservative Katholiken in solchen Fällen viel Aufhebens um 'notwendige Aufklärung' machen, hat doch eher den Grund, dass diese 'Sekten' - als Wiederholung der großen christlichen Erzählung als Farce - zeigen, wie organisiertes Christentum funktioniert. Positiv formuliert: In sog. Sekten wie Scientology analysiert man die eigene Kirchenstruktur ;)

    Dass dieser Regisseur Scientology jetzt verlassen hat, finde ich als Nachricht nicht der Rede wert. Interessant wäre, was ihn all die Jahre dort gehalten hat.
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#5 rothschildAnonym
#6 antos
#7 QueenMargrethe
  • 29.10.2009, 00:00h
  • Antwort auf #1 von Axel
  • Scientology ist ebenso eine Glaubensgemeinschaft wie die katholische Kirche. Man kann es auch Sekte oder faschistische Sekte nennen, aber egal welchen Namen man dem Kind gibt, es handelt sich in beiden Fällen um widerliche Organisationen. Das gilt übrigens für (fast) jede Glaubensgemeinschaft auf diesem "gott"verdammten Planeten...
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#8 RoggeAnonym
  • 29.10.2009, 12:52h
  • Der Grund des Austritts erscheint mir zu vordergründig...ich glaube da ist eins zum andern gekommen...bis das Faß übergelaufen ist.

    Davon mal abgesehen ist die Scientology eine wirtschaftskriminelle Organisation mit Ziel der Weltherrschaft. Sie glauben tatsächlich dass der menschliche Wille alles vermag....

    Solche Organisationen gehören verboten.
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#9 stettlerProfil
  • 29.10.2009, 13:22hMünchen
  • Leider findet man in diesem Artikel keine Position der Scientology Kirche. Es ist selbstverständlich Haggis selber überlassen, Mitglied oder Nichtmitglied zu sein.
    Die Scientology Kirche weigert sich seit jeher politische Statements abzugeben. So würde sie ihren Mitgliedern auch nie empfehlen eine bestimmte Partei zu wählen. Die Diskussion um die Homo-Ehe ist eine politische Frage und so wird sich die Kirche weder dafür noch dagegen aussprechen. Dass ein einzelner Vertreter einer lokalen Kirche dazu ein Statement abgegeben hat war ein Fehler, dies wurde auch korrigiert, die Kirche hat sich davon distantiert.
    Unter den Mitgliedern der Scientology Kirche finden sich auch Homosexuelle, ohne dass die Kirche damit ein Problem hat.

    Auch müsste Haggis wissen, dass es jedem Mitglied selber überlassen ist zu entscheiden ob er mit jemandem den Kontakt abbricht oder nicht. Ein Kontaktabbruch geschieht selten...und meist dann wenn ein unüberwindbares Zerwürfnis besteht.

    Im übrigen: Hundertausende von Mitgliedern der Staatskirchen verlassen jedes Jahr ihre Kirche, darunter sicher auch viele Prominente. Nur wenn es um Scientology geht, werden daraus Schlagzeilen!
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#10 stromboliProfil
  • 29.10.2009, 14:54hberlin
  • Antwort auf #9 von stettler
  • "Hundertausende von Mitgliedern der Staatskirchen verlassen jedes Jahr ihre Kirche, darunter sicher auch viele Prominente. Nur wenn es um Scientology geht, werden daraus Schlagzeilen!" ...nun, dann hoffen wir auf weitere, viele schlagzeilen, egal welche "kirche" es betrifft!

    "Ein Kontaktabbruch geschieht selten...und meist dann wenn ein unüberwindbares Zerwürfnis besteht. "
    jedes unüberwindbare zerwürfnis wirft fragen auf, besonders wenn kirchen und sonstige sekten der zerwürfnisgrund sind.
    Eines hat user antos beim beurteilen dieser fälle richtig benannt: was eigentlich hält die leute mehr als eine woche in solchen denkkonstruktionen, ohne sich selbst der lächerlichkeit auszusetzen... und der haggis ist ja kein ganz dummer. Die frage sollten wir uns beantworten, dann wissen wir ,was mit solchen unternehmen zu tun ist!
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