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In NRW gibt es jetzt den HIV-Schnelltest in einem Infomobil. Cruisingparkplätze und Szenetreffpunkte werden zu professionellen Beratungsstellen.

Von Christian Scheuß

Als Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales in NRW, am Mittwoch in Düsseldorf das neue Info- und Beratungsmobil der AIDS-Hilfe NRW offiziell einweihte, hatte das Gefährt seine Feuertaufe längst hinter sich. Bereits im September hatte das Team der Duisburger Aids-Hilfe den Rastplatz "Dong" vor den Toren der Stadt angesteuert, Fahnen und Sonnenverdeck ausgerollt, Tische und Stühle aufgeklappt, und die Cruisinggäste eingeladen zu Beratung und Test. Eigentlich fehlte nur noch der rote Teppich, mit dem sie zu dieser Art "Fliewatüüt", dem neuen multifunktionalen Mittel der Prävention gelockt werden sollten.

"Beratung und Test" (BuT), so heißt auch das gesamte Projekt der Aids-Hilfe NRW, mit dem seit Anfang 2009 neue Wege in der HIV-Prävention gegangen werden. Der HIV-Schnelltest, mit dem innerhalb von 15 Minuten ein Ergebnis vorliegt, ist das neue Instrument dafür. Die Weise, wie dieser Test samt Risikoanalyse und Beratung zu sexuell übertragbaren Krankheiten angeboten wird, ebenfalls. Gesundheitsminister Laumann drückte es bei der Präsentation des Autos etwas verschwurbelt aber dennoch treffend aus: "Dieses Fahrzeug ist ein gutes Beispiel für eine Geh-Hin-Struktur, die wir den Komm-Her-Strukturen anderer Angebote hinzufügen müssen."

Das Präventionsteams unter dem Label Herzenslust in Nordrhein-Westfalen Autobahnraststätten aufsuchen, ist seit mehr als zehn Jahren üblich. Doch vorbei sind nun die Zeiten, in denen der wackelige Tapeziertisch Infomaterial, Kondome und Thermoskannen tragen musste. Mit dem Infomobil, dessen Einsatz durch die Unterstützung der TKK Landesvertretung NRW, der BZgA, der Firma Biomerieux Deutschland und des Landes Nordrhein-Westfalen möglich wurde, tritt eine Professionalisierung ein. Das ist auch notwendig. Der Schnelltest muss unter standardisierten und sauberen Bedingungen erfolgen, will man Diagnosefehler vermeiden. Die vorherige individuelle Beratung funktioniert nur in einem Vieraugen-Gespräch. Und im Falle eines positiven Testergebnisses sollte dann auch noch eine erste Begleitung der Person möglich sein, die ursprünglich nur ein bisschen Spaß beim cruisen haben wollte.

Für alle, deren Kindheit erst nach den siebziger Jahren begann: Beim Fliewatüüt handelt es sich um ein Allzweckgefährt, das durch den Puppenfilm "Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt" 1972 berühmt wurde.



#1 HandoAnonym
  • 28.10.2009, 14:12h
  • Einfach lächerlich, dass man den Szeneschwulen hinter her laufen muss!

    Man darf sich nicht wundert, wenn in der Presse oder in einigen Internetforen das "Homosexuellenmilieu" mit dem "Rotlichtmilieu" in einem Atemzug genannt wird.

    Die Zeiten, wo die Aidshelfer den Schwulen in den Büschen hinterher kriechen mussten, sollten doch langsam vorbei sein. Gibt es nicht würdevollere Plätze fü+r emanzipierte Schwule des Jahres 2009?

    Manchmal schäme ich mich, schwul zu sein.
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#2 Thom_ass1973
  • 28.10.2009, 14:20h
  • 1/3 der HIV-Infizierten wissen nichts von "ihrem heimlichen Mitbewohner" , also trifft das "mobile Testmobil" sowas von ins Wespennest, das wir wahrscheinlich demnächst dann wieder mal einen Anstieg bei den Erstdiagnosen haben werden!
    Jeder sollte für sich ganz persönlich sein Risiko abchecken und dann zum Test - oder aber auch nicht!
    und wenn der Prophet nicht zum Berge kommt, komme der Berg halt zum Propheten ...
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#3 MIZAnonym
  • 28.10.2009, 14:49h
  • Lieber Hando,

    was Du da schreibst hört sich für mich nicht sonderlich emanzipiert an. Eher wie der Wunsch nach Anpassung!

    Ich finde es gut, wenn die Aidshilfe solche Test-Möglichkeiten dort anbietet, wo sich Männer treffen, um mit anderen Männern Sex zu machen. Es geht eben nicht jeder ganz locker zum HIV-Test ins Gesundheitsamt oder zum Hausarzt. Das Test-Mobil ist da eine gute Ergänzung zu den anderen Angeboten.

    Ich finde das für die Männer mit unerkannter HIV-Infektion wichtig. Ihnen bleiben schwerste Erkrankungen erspart. Je eher eine Infektion entdeckt wird, desto optimaler die Therapiemöglichkeiten! Es geht darum, Menschen Leid zu ersparen! Deshalb verdient das Angebot auch Lob und Anerkennung!
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#4 seb1983
  • 28.10.2009, 14:51h
  • Ob das funktioniert?? Blut abgeben, 15 Minuten im Busch anonym jemanden vögeln, dann das Ergebnis abholen...

    "Hallo, sind Sie schwul oder haben Sie vor hier gleichgeschlechtlichen anonymen Sex zu suchen, dann raten wir Ihnen sich hier testen zu lassen, wir dimmen auch das Licht..."
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#5 mauslAnonym
#6 MIZAnonym
  • 28.10.2009, 15:41h
  • @ Mausl

    Wieso ist das unverantwortlich?

    1. Der Test und eine Beratung (!) finden in dem Wohnmobil (geschützter Raum) statt, nicht draußen am Tapeziertisch.
    2. Ein Arzt ist für die Diagnostik dabei.
    3. Die Berater sind geschult und selbst schwule Männer.
    4. Bei einem reaktiven ("positiven") Test-Ergebnis sind spezielle Betreuer (selbst positive Männer) vor Ort, um Beistand zu leisten.

    Was ist daran schlecht? Ist es Dir lieber, wenn in der Arztpraxis die Arzthelferin über den Tresen ins Wartezimmer schreit: "Herr Müller, ihr Aids-Test ist übrigens negativ!" ???
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#7 kryptonAnonym
#8 xv22Anonym