Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?11280

Ein Einwanderungsanwalt ist in den USA zu einer Haftstrafe von 18 Monaten verurteilt worden, weil er heterosexuellen Osteuropäern geraten hat, sich als schwul zu outen, um Asyl zu erlangen.

Der 41-jährige Steven Mahoney aus Kent (US-Bundesstaat Washington) wurde von einem Bundesgericht für schuldig befunden, mindestens 99 falsch ausgefüllte Asylanträge zwischen 1998 und 2007 eingereicht zu haben. Dabei habe der Amerikaner russischer Herkunft die meisten Bewerber angehalten, über ihre sexuelle Orientierung zu lügen. Einige Antragsteller erklärten zudem, Juden zu sein und deshalb in Europa verfolgt zu werden. In den Anträgen ist stets davon die Rede, dass die Bewerber Angst hätten, in ihrem Heimatland wegen ihrer Sexualität oder ihrer Religion gefoltert oder gar getötet zu werden. Für seine Dienste kassierte Mahoney zwischen 1.000 und 4.000 Dollar (700 bis 2.700 Euro) pro Kunde. Und das offenbar erfolgreich: Fast alle Bewerber haben eine Aufenthaltserlaubnis in den USA erhalten.

Die Staatsanwaltschaft warf dem Angeklagten vor, echten Asylbewerbern Schaden zugefügt zu haben: "Die Gefahr von Verfolgung in Osteuropa aufgrund sexueller Orientierung ist real. Einwanderern zu raten, sich fälschlicherweise als Homosexuelle zu bezeichnen, verringert die Chancen derjenigen auf Asyl, die wirklich unter Verfolgung leiden."

Auch seine Ex-Frau Helen Mahoney wurde zu einer Gefängnisstrafe verurteilt: Die 39-Jährige muss sechs Monate hinter Gitter. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass sie ihrem früheren Ehemann bei seinen illegalen Geschäften geholfen habe. So habe sie die Einwanderer mit Informationen über die Homo-Szene - etwa über "schwule Bekleidung" - versorgt und so für Gespräche mit dem Ausländeramt vorbereitet.

Schwule und Lesben werden seit 1994 von der US-Bundesregierung als eigene "soziale Gruppe" angesehen und können seitdem bei Verfolgung Asyl beantragen. (dk)



14 Kommentare

#1 LorenProfil
  • 28.10.2009, 17:52hGreifswald
  • "schwule Bekleidung" - wirklich köstlich

    Mal sehen, was ich da so im Kleiderschrank ...
    ah ja, T-Shirts, Pullover (uni), Hoodies (uni),
    Jeans (so blue), Boxer-Shorts (uni), Socken
    (kaum zu glauben, aber auch : uni). Und im Schuh-
    schrank: Halbschuhe (braun, schwarz), Sportschuhe
    (blau, weiß, rot). Und an der Garderobe: Mantel
    (schwarz) und Jacken (blau, grün), eine aus Leder
    (schwarz). Ganz schön schwul, Mr. Mahoney, oder?

    Merke: Sich schwul zu nennen bedarf es wenig,
    doch nur der Echte ist ein König!
  • Antworten » | Direktlink »
#2 herve64Profil
  • 28.10.2009, 20:55hMünchen
  • Recht so! Es kann ja wohl nicht angehen, dass sich ausgerechnet Leute als "schwul" schimpfen, die sonst wahrscheinlich auf Schwulenklatschen gehen, zumindest unsereins aber verachten. Das wäre ein Schlag ins Gesicht derjenigen, die wegen ihrer Homosexualität WIRKLICH in ihrem Heimatland verfolgt werden bzw. staatliche Repressionen zu befürchten haben.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 KT_77
  • 29.10.2009, 01:03h
  • Antwort auf #1 von Loren
  • Dann kommt bestimmt auch bald eine amerikanische Studie über das Sexualvehalten von Kleidung heraus ...

    Und wo kam noch der Reim her? Ich weiß, dass ich das in ähnlicher Form kenne! Jetzt werde ich statt zu schlafen noch lange drüber nachgrübeln, woher ... das müßte ein Lied sein, oder?

    Aber Scherz beiseite: Auf diese Weise nicht nur zu betrügen, sondern auch noch Klischees zu bedienen, finde ich wirklich ziemlich daneben.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 stromboliProfil
  • 29.10.2009, 06:39hberlin
  • Antwort auf #1 von Loren
  • leider durchgefallen loren, deine einwanderung unter falschen voraussetzungen ist hiermit abgelehnt; dein kleiner fehler, der aufmerksame augen auf die spur führte: "unifarbene boxer-shorts"!

    Da möcht ich nicht wissen wie die aufklärungsqoute bei den sogenannt russlandsdeutschen liegt; wieviel "deutsch " steckt dann da drinnen...
    die kriterien der asylbestimmungen sind eigentlich ein witz! Meist gegen die betroffen wirklich hilfbedürftigen gerichtet und immer einer politisch gewollten "das boot ist voll" mentalität unterworfen.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 TobiteufelProfil
  • 29.10.2009, 08:22hBonn
  • Antwort auf #2 von herve64
  • >>>Recht so! Es kann ja wohl nicht angehen, dass
    >>>sich ausgerechnet Leute als "schwul"
    >>>schimpfen, die sonst wahrscheinlich auf
    >>>Schwulenklatschen gehen, zumindest
    >>>unsereins aber verachten.

    Genau, ausgerechnet diese Russen, wo doch jeder weiß, dass Leute aus Russland per se homophob sind.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 HörbörtAnonym
#7 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 29.10.2009, 09:35h
  • Was hat sich dieser Anwalt eigentlich bei dieser Aktion gedacht? Er hat gegen das elfte Gebot, das da heißt "Du sollst Dich nicht erwischen lassen" verstoßen und bekommt jetzt gemeinsam mit seiner Ex-Frau eine Haftstrafe aufgebrummt. Und dann heißen die beiden auch noch Mahoney! Mich erinnnert das eher an die Kultklamaukfilme "Police Academy", die in der 80er und 90er mehr (oder weniger) erfolgreich im Kino liefen und nun im Fernsehen oft wiederholt werden.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 Frankyboy
  • 29.10.2009, 10:19h
  • Ach, dafür sind "wir" wider gut genug!!! Wenn sie ihre eigenen Vorteile sehen, ist Schwulsein OK, wenn nicht, gibts Schwulenklatsche! Na Bravo!!!
  • Antworten » | Direktlink »
#9 Lupo__Profil
  • 29.10.2009, 15:55hBielefeld
  • Mich würde wirklich mal interessieren, um welche Länder es sich hier in Osteuropa handelt? Spontan fällt mir da Serbien oder Weissrussland ein. Polen und Russland habe ich nicht in "Verdacht", daß man dort wegen der eigenen sexuellen Orientierung in die USA auswandert?
  • Antworten » | Direktlink »
#10 stromboliProfil
  • 29.10.2009, 16:20hberlin
  • Antwort auf #8 von Frankyboy
  • das ist doch eine altbekannte geschichte: in den 70zigern war es unter wehrdienstverweigerern mode den schwulenpassus bie der musterung einzubringen.. wir haben sogar noch im anderen ufer in FFm tips vergeben, wie sich bestmöglichst auf fragen einzustellen ist...
    Mit dem unterschied, die damalige generation der heranwachsenden hatte keine berührungsängste mit uns; im gegenteil, wir waren vorzeigeobjekte ihrer toleranzfähigkeiten... so ändern sich die zeiten!
  • Antworten » | Direktlink »