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Der britische Schauspieler Ian McKellen ("Herr der Ringe") erklärte, dass er wie andere ältere Schwule immer noch von Diskriminierungserfahrungen der Vergangenheit beeinflusst werde.

Der 70-Jährige kann sich auch heute noch nicht vorstellen, sich je zu verpartnern oder einen Mann zu heiraten: "Der Gedanke ist mir nie in den Sinn gekommen, dass das jemals erlaubt sein könnte. Das ist die Narbe, die ich und so viele andere tragen", erklärte er gegenüber dem amerikanischen Männermagazin "Details". "Wir hielten uns selbst lange Zeit für Bürger zweiter Klasse, so dass die Aussage 'Das ist mein Ehemann, dies sind meine Kinder' nie eine Option für mich war."

McKellen outete sich 1988 im Alter von 49 Jahren und war im selben Jahr einer der Mitbegründer der Homo-Gruppe Stonewall. Zuvor habe er aus Angst vor Akzeptanzverlust in der Öffentlichkeit seine Homosexualität geheim gehalten, obgleich Schwulsein in Großbritannien seit 1968 nicht mehr illegal ist. Das Versteckspiel habe ihn viel Kraft gekostet, erklärte der zwei Mal für den Oscar nominierte Schauspieler: "Es war schrecklich dieses geheime Leben zu leben. Man konnte ein wenig nachvollziehen, wie sich Juden in Mitteleuropa während einer gewissen Zeit gefühlt haben." Er verstehe nun auch, warum so viele Schauspieler in seiner Zeit schwul gewesen seien: "Die Schauspielkunst hat mir geholfen, öffentlich meine Gefühle darzustellen. Als Privatperson wäre so etwas verboten gewesen."

McKellen bekennt: Ich verunstalte Bibeln

Er verriet dem Magazin auch, dass Gerüchte stimmten, er reiße aus Hotel-Bibeln eine homofeindliche Passagen einfach heraus. Dabei handele es sich um das 3. Buch Mose, Kapitel 18, Vers 22 ("Du sollst nicht beim Mann liegen wie beim Weibe, denn es ist ein Gräuel"). "Ich bin nicht stolz darauf, dass ich Bibeln verunstalte", so McKellen, "aber die Alternative wäre, die ganze Bibel wegzuschmeißen."

Ian McKellen ist seit den 1960er Jahren als Bühnen- und Filmschauspieler aktiv. Einem großen Publikum bekannt wurde er insbesondere durch seine Darstellung von Gandalf in der "Herr der Ringe"-Trilogie. Er äußert sich stets auch zu homopolitischen Themen. Zuletzt forderte er versteckt lebende Schwule auf, sich zu outen, damit die Angst vor Homosexuellen in der Öffentlichkeit abgebaut wird (queer.de berichtete). (dk)



Ian McKellen hat Krebs

Der 73-jährige Schauspieler Ian McKellen hat erklärt, dass er seit "sechs oder sieben Jahren" unter Prostatakrebs leidet.
Keine Hotel-Bibel ist sicher vor Sir Ian McKellen

Ian McKellen findet, dass die Bibel eigentlich ein ganz interessantes Buch ist, wenn die homofeindlichen Stellen entfernt worden sind.

19 Kommentare

#1 SmokyAnonym
  • 29.10.2009, 15:28h
  • Guter Mann. Zeigt Alternativen auf. Man könnte die Bibel aber auch Obdachlosen geben, wenn sie Dünndruck aus Dünndruckpapier ist.
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#2 LeonidasAnonym
  • 29.10.2009, 18:04h
  • Antwort auf #1 von Smoky
  • Na, Hauptsache er reißt keine Seiten aus dem Koran heraus. Da sind unsere Muslimischen "Mitbürger" ja um einiges empfindlicher als Christen. Wer Toleranz fordert sollte auch selbst tolerant sein und die religösen Gefühle anderer Menschen respektieren. Nur so kann man bei religösen Sturköpfen was verändern auch wenn es nur ein wenig ist.
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#3 McKellermannAnonym
  • 29.10.2009, 22:43h
  • Quatsch, das ist genau richtig, was der macht, und bislang liegen in den Paris Hiltons eben Bibeln, keine Corans aus, und wenn doch, was sind die einschlägigen Suren da, damit man das gleich mitmachen kann ?
    Toleranz ggü. Gläubigen legen die nur als - neben der Homosex weitere - Schwäche von euch aus, und benehmen sich dann noch intransigenter, den Bushs kann man nur mit brutaler Gewalt kommen, das ist ihre Sprache, und Fremdsprachen verstehen sie nicht.
    Was der Mann sagt, können Jüngere wohl überhaupt nicht mehr nachvollziehen, aber als ich jung war, war mein Sex verboten, d.h. zuerst für meine älteren Lover ( denn gleichaltrige gab's nicht, wir hielten uns notgedrungen auch voreinander versteckt ), dann auch für mich : zwischen 18 und 21 waren BEIDE Verbrecher, und war man endlich 21, mußte man, um fortan nicht mehr straffällig zu werden, peinlich darauf achten, daß auch der Kamerad über 21 war - ach ja, hätte man sich permanent auf mind. 3 Jahre ältere Lover spezialisiert, statt mit 20jährigen Gleichaltrigen rumzumachen, wäre immer nur der andere straffällig geworden !
    Kurzum, der Staatsanwalt war immer mit im Bett, wer könnte uns hören, bespitzeln, verdächtigen, denunzieren...
    Und das, während doch angeblich Revolution war, aber die hat nur den Fischers und Cohn-Bandits genützt, die sind damit reich geworden.
    "Nie eine Option für mich" heißt, fern jeder Vorstellung, psychologisch ausgeschlossen. Perfekte Sozialisation, Selbstzensur weit über die viel zu späten Gesetzänderungen hinaus.
    Seid froh, daß ihr sowas nicht kennt, statt nur verständnislos den Kopf über uns zu schütteln. Und lest mal hier die Beiträge zu dem, was in den Pariser Migrantenvorstädten so abgeht, es hat sich nicht soviel geändert für viele.
    Und ihr, die ihr euch von den Heten ja sooo akzeptiert fühlt, ihr seid nur so gerade eben geduldet, so wie sie Asylbewerber dulden, weil es derzeit gerade schick ist, ein bißchen "tolerant" zu sein ; das kann sich von heute auf morgen radikal ändern, der Gauweiler-Peter wollte doch mal kasernieren, das ist gar nicht so lange her.
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#4 KT_77
  • 30.10.2009, 01:45h
  • Ich sehe keinen Sinn darin, Bücher zu verschandeln, bloß weil ich mit Teilen des Inhalts nicht einverstanden bin. Versteht mich bitte nicht falsch, ich finde es toll, dass er sich so sehr für unsere Rechte einsetzt.

    Aber es sind ja nicht die Bücher, auf die man einwirken muss. Unser Problem sind manche Menschen.
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#5 crusaderAnonym
#6 stromboliProfil
  • 30.10.2009, 09:42hberlin
  • Antwort auf #3 von McKellermann
  • ...Und das, während doch angeblich Revolution war, aber die hat nur den Fischers und Cohn-Bandits genützt, die sind damit reich geworden."
    kam natürlich immer drauf an, wo du damals deinen hintern bewegtest! Ich hab in der phase das klein klein der emanzipation erlernt, dank "revolutiönchen" ...
    den grössten teil der schwuchteln mußte man noch mitnehmen weil sonst in ihrem tuntenbarok erstarrt, sie sich gegen jede "änderung" wehrten!
    Erstarrt wohl auch weil das was du beschreibts lähmend war! Aber sich seiner fesseln entledigen, bedarf auch des entledigen alter zöpfe und regeln ... deshalb hat es die heutige generation wieder schwer, sich ein eigenes bild von sich selbst zu schaffen. Sie haben das bild verinnerlicht, dass die tolerante gesellschaft sich von ihnen wünscht.

    ZU fischer: er hat in der spontibewegung nie was explizit gegen schwule gesagt, eher neutral deren emanzipationsbemühungen als teil des ganzen "revolutionären kampfes verstanden"... was ich aus erster quelle bestätigen kann. Cohn-Bendit ( übrigens eine dümmlichkeit den als bandit verunglimpfen zu wollen!) hat eine viel ausagekräftigere haltung zur homosexualität gehabt, die sich darin bündelte, homosexualität als wichtigen (!) teil eines überwindungskonstruktes der alten heterosexuellen herrschaftsformen zu betrachen... kann man teils noch im pflasterstrand nachlesen... Na ja, der überschwang! Auch hier stehe ich als zeuge.
    Also, nicht gleich die linke socke winken, wenns um vergangenheitsbewältigungen geht McMeckermann.
    Weil es aber unterstützer dieser art gab in reihen der ausserparlamentarischen opposition, konnte die damalige schwulenbewegung ihren wirkungsgrad entfalten, auch gegen die stubenhocker in ihren tuntenbarokeinzimmerappartementschlößchen , in der ihre ..."Perfekte Sozialisation, Selbstzensur weit über die viel zu späten Gesetzänderungen hinaus... " zelebriert wurden!
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#7 GastGastGastAnonym
  • 30.10.2009, 11:24h
  • Also wenn wir schon Respekt von einer Religionsgemeinschaft erwarten, dann sollte es doch eine Selbstverständlichkeit sein ihr ebenfalls Respekt zu erweisen.

    Dazu zählt auch der Respekt vor ihrer heiligen Schrift, ganz egal wie man persönlich dazu steht. Man muss selbst nicht viel von der Bibel halten, man kann sie kritisieren und über ihren Inhalt diskutieren, aber man muss ihre Bedeutung und ihren Wert für viele Menschen anerkennen.

    Das Buch zu schänden ist jedenfalls ein Akt der Verachtung und ein Schlag ins Gesicht eines gläubigen Christen, wer sowas macht braucht sich nicht wundern daß uns Schwulen auch wieder Hass und Verachtung entgegen gebracht wird.

    Von einem Jan McKellen, der angeblich für mehr Akzeptanz und Verständnis eintritt hätte ich jedenfalls etwas anderes erwartet als so einen dummen archaischen Gewaltakt...
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#8 stromboliProfil
  • 30.10.2009, 11:38hberlin
  • Antwort auf #7 von GastGastGast
  • was ist eine herausgerissene seite aus einem buch im vergleich zu den millonen opfern die dieses buch bisher gefordert...
    in abwandlung des spruches mit ewiger gültigkeit:
    "Eine Seite heraus zu reißen ist ein Verbrechen, hundert Seiten zu reißen ist ein politischer Akt." U.M.
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#9 stromboliProfil
#10 GastGastGastAnonym
  • 30.10.2009, 11:59h
  • Es behauptet ja niemand, daß das Herausreißen einer Seite aus der Bibel auch nur annähernd mit den Opfern der Kirche zu vergleichen sei, das ist selbstverständlich nicht gegeben. Ich bin der letzte der viel von der Kirche hält, aber trotzdem schüttele ich den Kopf wenn ich sowas lese.

    Was ist denn das für eine Botschaft, wenn man einerseits sagt, daß die Kirche und die Christen die Schwulen akzeptieren sollen, daß man aber gleichzeitig zeigt, daß man eben die christliche Religion selbst eben nicht akzeptiert.

    Für einen gläubigen Christen ist das nunmal ein Schlag ins Gesicht wenn man so respektlos mit der Bibel umgeht, die ja wie gesagt etwas Heiliges für einen Gläubigen ist. Er fühlt sich da genauso angegriffen, wie wir wenn wir etwas homophobes von jemandem hören.

    Wenn wir ein friedlicheres Miteinander haben wollen, dann kommen wir so jedenfalls nicht weiter. Auch wir müssen uns bewegen und unseren Hass der Kirche gegenüber aufgeben, wenn wir im Gegenzug von denen akzeptiert werden wollen.

    Es sagt ja niemand, daß es sich hier jetzt um ein schweres Vergehen handelt, aber es ist einfach ein dummes und unangebrachtes Verhalten eine Bibel zu zerstören.
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