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PolitikDeutschland
  • 03.11.2009           59       | | |

Darf Sizzla in München Hass verbreiten?

Der 33-jährige Sizzla Kalonji will mit seinen aggressiven Texten provozieren.
Der 33-jährige Sizzla Kalonji will mit seinen aggressiven Texten provozieren.
Die Münchener Behörden drohen mit einem Konzertverbot für den jamaikanischen Reggae-Sänger Sizzla, wenn er sich nicht von den schwulenfeindlichen Äußerungen distanziert.

"Wenn Sizzla keine Erklärung abgibt, in der er sich von volksverhetzenden, Gewalt verherrlichenden und homophoben Inhalten distanziert, wird der Auftritt verboten," erklärte Daniela Schlegel, Sprecherin des Kreisverwaltungsreferates, gegenüber der Tageszeitung "tz". Auch die Münchener Polizei und das Stadtjugendamt seien über den am 27. November geplanten Auftritt informiert und prüften weitere Schritte. Das Referat hat zudem das Auswärtige Amt gebeten, Sizzla die Einreise in den Schengenraum zu unterbinden. Im letzten Jahr führte diese Taktik schließlich zum Erfolg: Sizzla ist bei der Einreise nach Spanien verhaftet und abgeschoben worden (queer.de berichtete).

Der 33-Jährige ruft in mehreren Liedern offen zum Mord an Homosexuellen auf - gemeinsam mit anderen Reggae-Sängern wie Elephant Man oder Buju Banton. Menschenrechtsorganisationen zufolge heizen diese Lieder die Stimmung in Jamaika auf und liefern die Rechtfertigung zu Lynchattacken auf Schwule. Das Auswärtige Amt hat daher Anfang des Jahres eine Reisewarnung für Jamaika herausgegeben (queer.de berichtete).

(Fortsetzung nach Anzeige)


"Falsch übersetzt"

Veranstalter von Sizzla-Konzerten in Deutschland zweifeln dagegen die Mordaufrufe an. So erklärte Hans Georg Stocker, Chef des geplanten Münchener Austragungsorts "Backstage": "Der Songtext wurde falsch übersetzt, in Wirklichkeit heißt es nicht ,verbrennt die Schwulen‘ sondern so viel wie: ,Schande über die Schwulen‘." Gleichwohl ist durch Berichte von Amnesty International belegt, dass für Sizzla das Leben von "Schwuchteln" wenig Wert besitzt. So zitiert die Menschenrechtsorganisation aus einem Auftritt des Sängers im Jahr 2004 auf Jamaika, in dem er zwischen den Liedern ausdrücklich zur Ermordung von Schwulen aufruft. So sagte er: "Kill dem, battybwoys haffi dead, gun shots pon dem. Who want to see dem dead, put up his hand" ("Tötet sie, die Schwuchteln müssen durch Schüsse in den Kopf sterben. Wer sie tot sehen will, soll jetzt die Hand heben"). Bei einem Konzert in Chicago wurde er noch deutlicher: "Ich töte Sodomiten und Schwuchteln. Sie bringen Aids und andere Krankheiten unter die Leute."

Sizzla hat zwar im Jahr 2007 eine Erklärung unterschrieben, nach der er "das Recht von Menschen, ohne Gewalt zu leben, respektiert und aufrechterhält, egal welcher Religion, sexuellen Ausrichtung, Rasse, ethnischer Herkunft oder welchem Geschlechts sie angehören" (queer.de berichtete). Allerdings hat er sich kurz daraufhin über diese Vereinbarung lustig gemacht und mit weiteren Morddrohungen reagiert. So heißt es im Lied "Nah Apologize": "Ein Rastamann entschuldigt sich nicht bei Schwuchteln, wenn ihr schwarze Menschen disst, werde ich auf euch mit meiner Waffe schießen".

Weitere Sizzla-Konzerte sind Ende November im "Kesselhaus" Berlin und im "Zapata" Stuttgart geplant. Die Hamburger "Fabrik" hat den Schwulenhasser auf Druck des LSVD bereits Ende August wieder ausgeladen (queer.de berichtete).

Das Münchener "Backstage" prüft unterdessen, ob Sizzla wirklich schwulenfeindlich ist: Wenn es keine Erklärung Sizzlas gibt, in der er sich von solchen Aussagen distanziert, wird das Konzert abgesagt", erklärte Veranstalter Stocker. (dk)

Links zum Thema:
Backstage München
Mehr zum Thema:
Schwulenhasser will in München auftreten (12.10.09)

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Tags:  sizzla   hasssänger   münchen 
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Themenschwerpunkt

   Homophobe Reggae-Sänger   
Bounty Killer, Sizzla, Capleton, TOK, Beenie Man & Co.

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Reaktionen zu "Darf Sizzla in München Hass verbreiten?"


 59 User-Kommentare als Feed (RSS 2.0, ?)

S.  1  2  3  4  5  6
Die ersten:   
#1
03.11.2009
16:10:41


(+8, 8 Votes)

Von Loren

Münchens Behörden werden aktiv - und das ist
auch gut so .

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#2
03.11.2009
16:45:38


(-2, 6 Votes)

Von Timm

Weg mit den Typen und zurück mit ihm nach Jamaica... solche homophoben Leute brauchen hier nicht öffentlich ihr Geld verdienen.

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#3
03.11.2009
17:15:46


(+7, 7 Votes)

Von alexander
Profil nur für angemeldete User sichtbar

immer wieder die gleiche leier !
wie oft wurden die hassaufrufe überprüft.....................???????
wir haben die eu-gesetze, warum werden sie nicht konsequent angewendet und diesen brüdern bis auf weiteres, generell die einreise verboten ?
die lachen uns doch schon aus, jedesmal das gleich gezeter.
das betrifft auch die veranstalter, die immer wieder mit saudummen geschwafel daherkommen.

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#4
03.11.2009
17:24:52


(+4, 4 Votes)

Von schwulenaktivist
Aus Basel (Schweiz)
Mitglied seit 27.03.2009

Es ist komisch, wie sich die vielen Schwulen im Musikbusiness so schön heterosexuell drehen und winden!! Würde es um Farbige gehen, gäbe es keine Gnade! Wann endlich nehmen uns die Heterosexuellen ernst? Eine Schande ist dieses Gezicke. Stellt es endlich ab. Der soll zuhause im Laufgitter mit einer Pistole rumballern, statt die Welt zu provozieren!

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#5
03.11.2009
18:55:07


(+2, 2 Votes)

Von andi

Ich habe an den Geschäftsleiter und an die Pressestelle vom Kesselhaus ne mail geschrieben, in der ich sie auf den Auftritt des Hassängers aufmerksam gemscht habe. Hier sind die Adressen:

birke@kesselhaus-berlin.de

presse@kesselhaus-berlin.de

Wenn das mehrere machen und ihr Posteingang überquillt bokmmen sie schon mal einen Vorgeschmack, auf das was los ist wenn er auftritt. :)

Grüße

Andi

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#6
03.11.2009
20:04:08


(+9, 9 Votes)

Von Joonas

Würde man diese Lieder verbreiten und "schwul" durch "schwarz", "Jude", o.ä. ersetzen, dann wären die Tonträger und Konzerte schon längst EU-weit verboten (zu recht!!).

Aber wenn es um Schwule geht, muss immer wieder jedesmal neu gekämpft und aufgeklärt werden!

Wann hat diese endlose Geschichte endlich ein Ende? Wann wird die Politik endlich aktiv und verbietet Faschisten (egal gegen wen sie hetzen) ein für allemal die Einreise! Und auch ein Verbot der entsprechenden Tonträger, etc., was selbst bei Konzertverboten bisher noch kein Thema ist!!

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#7
03.11.2009
20:07:45


(+9, 9 Votes)

Von Fragery
Profil nur für angemeldete User sichtbar

Daumen hoch für München. Hoffentlich schließen sich noch viele andere Veranstalter mit Absagen an, und dann wollen wir doch mal sehen, wie lange dem "Künstler" noch genug Geld durch seine "Lieder" bleibt.
Geld hat ja noch so manchen zur Änderung bewegt.

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#8
04.11.2009
06:46:08


(+7, 7 Votes)

Von Konstantin
Aus Hamburg
Mitglied seit 02.05.2008

Oh no! Jetzt geht DAS wieder los!

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#9
04.11.2009
23:03:15


(-8, 8 Votes)

Von Karl Heinz

Liebe Leser,

als unparteiisch aber interessierter Beobachter finde ich es äußerst spannend wie in einem Staat mit freiheitlich-demokratischer Grundordnung, von der wir alle profitieren, auf die Entdeckung der Homophobie in der jamaikanischen Kultur bzw. dem Niederschlag in einem Teil der jamaikanischen Musik reagiert wird.

Bemerkenswert hierbei ist wie ich finde, dass gerade eine Gruppe, die man selbst als Minderheit bezeichnen könnte (Homosexuelle), die selbst lange genug um Akzeptanz und Anerkennung kämpfen musste und immer noch kämpfen muss, eine andere Minderheit mit den Mitteln der Repression bekämpft.

Erstaunlich auch, dass man "anders-denkenden" Menschen gegenüber so radikal argumentiert und mit anti-demokratischen Mitteln versucht das Problem aus der Welt zu schaffen, jedoch nicht zu lösen.

Ich kann nur wenige bis keine Versuche erkennen auf die Gegenseite produktiv einzugehen bzw. sich ihr überhaupt informativ und analytisch zu nähern. Stattdessen vertieft man die Gräben und erhöht die Mauern, die nur zu einer Verhärtung der Fronten führen wird und nicht zu Verständigung und Toleranz.

Ich persönlich kenne übrigens keinen Rasta, der diese Lieder hört oder sie darüber hinaus auch versteht, der die Absicht hat Schwule anzuzünden oder zu erschießen.

So gesehen ist das doch eine Basis von der aus man sich prinzipiell verständigen und auseinandersetzen kann, ohne befürchten zu müssen anschließend in Flammen zu stehen oder ein zermatschtes Gesicht zu haben.

Schön, dass es in dieser Richtung Annäherungssversuche seitens der Rasta-Fraktion in diesem thread gibt. Es wäre zu begrüßen, wenn von der Gegenseite ähnlich produktives zustande käme.

Gruß Karl-Heinz

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#10
04.11.2009
23:15:29


(-9, 9 Votes)

Von Michael

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass sämtliche geistreichen ( also wirklich argumentativ gut geführte Einträge) in diesem minder seriösen Forum von Befürwortern Sizzlas bzw. der jamaikanischen Kultur stammen!
Erstaunlich !!!
Mit eurem völlig falsch interpretierten Eindruck von Toleranz mit dem ihr andere Minderheiten aufs übelste beschimpf und diskriminiert, seid ihr nicht einen Hauch besser, als die die ihr zu verurteilen versucht.
Eure Einstellung ist im modernen Menschenbild und den aktuellen, zeitgemäßen Ideen von Demokratie sowas von überholt, einfach unglaublich!
Hört endlich auf mit eurem Zirkus! Ihr macht euch und eure ganze Anhängerschaft unglaubwürdig!

PS: Das Sizzla Konzert in Amsterdam war traumhaft!
Ich freue mich auf ein weiteres in Wuppertal ! ;)
Und wünsche allen Freunden- von Reggae, von Toleranz zwischen den Kulturen und den Anhängern sachgemäßer Demokratie viel Spaß bei Sizzla in Stuttgart oder München.

Liebe Grüße

Big up Christoph Tewes @ revelation Concerts, U-Club und Klaus Maack @ Contour Promotion!

SIZZLA KALONJI bless it up

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