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Bei einem Referendum im US-Bundesstaat Maine hat das Volk ein weiteres Mal eine vom Parlament beschlossene Öffnung der Ehe rückgängig gemacht.

Nach vorläufigen Ergebnissen stimmten 53 Prozent gegen die Ehe-Öffnung, nur 47 Prozent wollen Schwule und Lesben mit Hetero-Paaren gleichstellen. Damit ist Maine nach Kalifornien der zweite Bundesstaat, der innerhalb eines Jahres die bereits von den Volksvertretern abgesegnete Gleichbehandlung im Ehe-Recht via Basisdemokratie wieder rückgängig gemacht hat. Im Golden State hatten im November 2008 rund 52 Prozent der Bevölkerung gegen die Homo-Ehe gestimmt (queer.de berichtete).

Homo-Gegner haben in aggressiven Werbespots davor gewarnt, dass die Homo-Ehe eine Klagewelle auslösen könne, die sich insbesondere gegen Kirchen richte, weil sie gleichgeschlechtlichen Paaren Rechte vorenthalten wollen. Außerdem würden Lehrer an staatlichen Grundschulen gezwungen werden, Homosexualität in den Lehrplan aufzunehmen. "Die Institution der Ehe wurde in Maine verteidigt", erklärte Franz Schubert, Chef von der Gruppe "Yes on 1", die gegen die Gleichberechtigung im Eherecht gekämpft hat.

Homo-Aktivisten erklärten dagegen, dass sie nur eine Schlacht verloren hätten: "Wir denken langfristig. Nächste Woche, nächsten Monat, nächstes Jahr, bis alle Familien in Maine gleichberechtigt sind", so Jesse Conolly von der "No on 1"-Kampagne für die Gleichstellung. "Am Ende geht’s doch um Liebe und die Familie, und dafür kämpfen wir gerne".

Youtube | Werbespot gegen die Gleichstellung

Trägt Obama Mitschuld?

Parlament und Gouverneur von Maine haben bereits im Mai die Homo-Ehe abgesegnet (queer.de berichtete). Homo-Gegner sammelten daraufhin über 50.000 Unterschriften, um ein Referendum abzuhalten. Wie in Kalifornien sah es laut Umfragen im Vorfeld der Abstimmung so aus, als ob eine Mehrheit für die Ehe-Öffnung möglich sein könnte. Allerdings blieben bei dem Volksentscheid, der mit Lokalwahlen zusammenfiel, viele von Präsident Barack Obama enttäuschte Demokraten zu Hause. Die Demokraten verloren daher am Dienstag zwei Gouverneurswahlen. Beim Thema Homo-Rechte hielt sich Obama angesichts der angespannten politischen Lage zurück: So gab es keine Wahlempfehlung des Weißen Hauses in der Frage der Ehe-Gleichstellung. Manche Homo-Aktivisten in Maine machten daher Obama direkt für die Niederlage verantwortlich.

Wieder scheinen christliche Kirchen einen erheblichen Anteil am Ergebnis zu haben. Während in Kalifornien insbesondere Mormonen gegen die Ehe-Öffnung Werbung machten, hat sich in Maine die katholische Kirche für eine Besserstellung von Hetero-Paaren stark gemacht. Sogar in Gottesdiensten warben Pfarrer für ihre politische Position und führten eine Sonderkollekte gegen Homo-Rechte durch, die 86.000 Dollar einbrachte (queer.de berichtete).

Eingetragenen Partnerschaften in Washington?

Bei einem weiteren Volksentscheid mussten die Einwohner des Bundesstaates Washington entscheiden, ob die 2007 vom Parlament beschlossenen Eingetragenen Partnerschaften wieder abgeschafft werden sollen. Auch am Morgen nach der Abstimmung liefern sich beide Seiten noch ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Das Endergebnis wird erst in den nächsten Tagen erwartet, da die Wahl per Post durchgeführt wurde und Bürger ihren Wahlumschlag bis Dienstagabend in den Briefkasten werfen konnten. Nach einem am Mittwochmorgen verkündeten vorläufigen Ergebnis stimmten 51,1 Prozent der Bevölkerung für Eingetragene Partnerschaften, 48,9 Prozent waren dagegen.

In den USA haben bislang fünf der 50 Bundesstaaten die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet. (dk)



11 Kommentare

#1 goddamn. liberalAnonym
  • 04.11.2009, 11:57h
  • Je, nun...

    die USA sind eben ein extrem konservatives, ja reaktionäres Land, bei dem man sich über jeden noch so kleinen Fortschritt (siehe härtere Bestrafung homophober Hate Crimes) freuen muss. Wenn ich US-Amerikaner wäre, wäre ich wohl schon längst noch Kanada ausgewandert.

    Was ich, der ich nie im Leben gegen Reagan u. Co. demonstriert habe, emotional und rational nie verstehen werde, ist dieses groteske Freiheitspathos, mit dem man hierzulande unter einen rigiden Begeisterungszwang gepresst wird, wenn es um die USA geht...

    Es ist ja z. B. schön und gut, wenn Frau Merkel vor dem Parlament eines wichtigen Partnerstaats den richtigen Ton trifft. Ich fürchte aber, dass sie das, was sie da gestern gesagt hat, wirklich glaubt...

    Wers fassen kann, der fasse es...
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#2 seb1983
  • 04.11.2009, 12:29h
  • Antwort auf #1 von goddamn. liberal
  • Ich habe eher den Eindruck dass Merkel wusste welche Knöpfe sie drücken musste, die Geschichte mit der Mauer zieht halt bei den Amis wenn es darum geht, dass sie in ihrer Gnade 20 mio. Menschen die Freiheit geschenkt haben.
    Besonders wenn Iraker und Afghanen nicht ganz so dankbar sind...
    Von daher versucht man halt die USA was Klimapolitik und internationale Beziehungen angeht "in die richtige Richtung zu schmeicheln", nach dem Motto: Nächstes Jahr ziehe ich zwar meine Soldaten aus Afghanistan ab, doch dankbar bin ich ihnen mein Leben lang
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#3 alexander
  • 04.11.2009, 12:32h
  • solange es nicht strafbar ist, dass die christlichen "sekten" ohne ende diskriminieren dürfen und mit bewussten lügen ihre dummpfbackige wählerschaft zum "urschrei" zurückführen dürfen, wird es weiter kampf bedeuten. denn das "normale volk", dass überhaupt nichts gegen die homoehe hat, lässt sich leider nicht fanatisch rekrutieren !
    wir brauchen hier nur nach bayern, schwaben oder utzmemmingen zu schauen, the same problem !
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#4 Good ol friendAnonym
  • 04.11.2009, 12:40h
  • Antwort auf #1 von goddamn. liberal
  • Wir sollten erst einmal die Abstimmungsergebnisse in Deutschland abwarten - dann dürfen wir die von dir verwendeten Vokabeln höchstwahrscheinlich auch auf einen nicht kleinen Teil des Landes anwenden.

    Was "Freiheitspathos" und "Begeisterungszwang" angeht - natürlich Zustimmung, aber bitte auch mit realistischem Blick auf die Freiheit, die bei uns "systemimmanent" immer so begeistert beschworen wird.
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#5 alexander
  • 04.11.2009, 12:47h
  • #. 2. seb 1983

    unsere angie ist ja nun nicht blöd, wurde sie doch heute in der presse belobigt, unter anderem für ihre doch, ach so grausame vita : als eingeschlossene physikerin in der ehemaligen ddr ? und der danach erfolgte strahlende aufstieg zu kanzlerin. nachdem "sie" befreit wurde von ihrer dissidentenbeobachtung ?
    man könnte das kotzen kriegen, sie hat ja jeans "einer bestimmten marke " geliebt, kein wunder, damals sah sie ja noch bescheidener aus als heute !

    natürlich ziehen sich die amis die wiedervereinigung gerne als weltverbesserer an und fühlen sich darob gebauchpinselt !

    was wäre denn gewesen, wenn sie als kanzlerin dem irakkrieg zugestimmt hätte ? (sie war ja dafür !)
    mit sicherheit heute nicht mehr kanzlerin !

    was obama wohl zu ihren barbecue´s in privater atmosphäre mit "dabbelyu" meint ?
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#6 TimmAnonym
  • 04.11.2009, 12:51h
  • Sehr, sehr schade....

    Es war insbesondere die katholische Kirche dort vor Ort in Maine die derart massiv gegengearbeitet hat.

    Demgegenüber haben dort die anglikanische Kirchenleitung mit Gene Robinson dafür geworben.

    Auch hier zeigt sich wiedereinmal, wie gross die Unterschiede zwischen den christlichen Kirchen sind. Jeder homosexuelle Mensch sollte genau sich merken, dass die katholische Kirchenleitung die Rechte homosexueller Paare massiv bekämpft.

    Daher austreten bei den Katholiken oder Mormonen !! Es gibt bessere christliche Kirchen wie die Anglikaner, Lutheraner oder Atlkatholiken. Verlaßt die katholische Kirche, damit denen die Kirchensteuer verloren geht.
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#7 goddamn. liberalAnonym
  • 04.11.2009, 12:59h
  • Antwort auf #4 von Good ol friend
  • "aber bitte auch mit realistischem Blick auf die Freiheit, die bei uns "systemimmanent" immer so begeistert beschworen wird"

    Sicher, sicher...

    Aber: man darf nicht vergessen, dass Merkel/Westerwelle in den USA unter linker Mitte verbucht würden...

    Allgemein gilt aber sowieso: es gibt für uns und andere keinen liberalen Frieden im sozialen Unfrieden!
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#8 Josephine d'OrAnonym
#9 freemanAnonym
  • 05.11.2009, 04:01h
  • Antwort auf #6 von Timm
  • Komisch, das ausgerechnet in Massachusetts, dem Bundesstaat der die Ehe zuerst öffnete, überwiegend Katholiken leben. Neben Rhode Island ist dies überhaupt der einzige Staat, in dem Katholiken in der Überzahl sind.
    Zu den Anglikanern:
    Da verschweigst du wohl auch die Teilsouveränität der einzelnen Kirchen und vor allem den Streit den diese gerade im Bezug auf Homosexualität haben!

    Ich versteh, du hättest es gern so einfach. Schwarz und weiß - gut und böse. Aber so ist es eben nicht immer. Manchmal hilft es sich zu informieren und sich nicht immer dem Mainstreamgequatsche und Gehetze anzuschließen!
    Und wenn sich die Schwulen und Lesben in den USA nicht bald ein Strategiewechsel überlegen, werden noch mehr Bundesstaaten die gleichgeschlechtliche Ehe verbieten oder rückgängig machen.
    Immer nur über die bösen Mormonen, Katholiken oder wen auch immer heulen und meckern bringt auch nichts ... so gewinnt man keinen Blumentopf und schon gar keine Wahl!
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#10 hwAnonym
  • 05.11.2009, 10:23h
  • Was sich da zur Zeit -und nicht nur zu Homo-Interessen- zusammenbraut wird in den USA
    von manche als manipuliert betrachtet.

    Bei einem Auftritt Obamas zur Gesundheitsreform in Arizona marschierten sogar bewaffneteDemonstranten vor der Halle auf.

    Manche Beobachter halten die Proteste für nicht nachhaltig. Für europäische Verhältnisse ist der bekannte amerikanische Ökonom Paul Krugman als solzialdemokratisch zu bezeichnen.

    Er spricht bei diesen rechten Protesten von "Kunstrasen" (statt einer echten Grawurzelbewegung) und verweist, wie ich glaube zu einfach, auf die Rolle von PR-Firmen, TV-Moderatoren und konservativen Stiftungen.

    Man kennt hier ja auch ihre zeitweiligen Erfolge bei der Kriegsstimmungsmache, direkt oder kulturell über Bande.

    Linke Kritiker in den USA halten dies aber für zu kurzsichtig. Sie führen an, daß die Rechten keineswegs "nur auf Kommando brüllen".

    Kenner der Materie aus den Non-Office-Milieus, also jene an der frischen Luft, beobachten eine neue, eigenständige gesellschaftliche Bewegung.

    Einen ekelhaften und bei verschäfter ökonomischer Krise explosiven Mix aus Marktradikalen,, christlichen Fundamentalisten, weißen Nationalisten, kapitalistischen Lobbyisten und antikapitalistisch kostümierten Faschisten.

    Zur Zeit stellt dieses Gemengsel einen lärmenden oppositionellen Block, dessen endgültige Form noch nicht feststeht.

    Gegen das, was bei Lichte besehen schon keine Revolution war, eher ein sehr heller Silberstreif nach stockfinsteren Bush-Jahren, wird nun die Konterrevolution organisiert.

    Das ist schon ernst gemeint, da diese Gruppen, im Gegensatzzu den Harmoniebedürftigen, die Lehre aus der Krise, die sich ja aus dem Unvermögen ihrer Milieus mitspeist, verstanden haben.

    Der Zustand der Weltwirtschaft hat sich seit Herbst letzten Jahren nachprüfbar nicht verbessert, sondern verschlechtert.

    Kurzum, alles was kostengünstig zur Mobilisierung von rechtem Protestpoential nutzt, wird angegangen.

    Unnötige Schlußbemerkung:
    Die KP/USA wies bei ihrer Wahlempfehlung für Obama daraufhin, dass zentrale Projekte seiner Agenda scheitern werden, wenn damit nicht eine spür- und sichtbare gesellschaftliche Bewegung einhergeht.

    Mehr zivilisierte Straße, statt immer auch latent korrupte Hinterzimmerdiplomatie.

    Die Bewegungen waren realtiv breit aufgestellt und dazu bereit.

    Hoffnung: Der rechte Dreck speist sich aus überwiegend den über 50-jährigen.

    Senator Sanders wird natürlich nicht sagen,
    man sollte sich, jetzt nur mal methodisch gemeint, vielleicht in Südamerika umschauen.
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