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Superstars wie die Pet Shop Boys oder Rufus Wainwright bastelten am neuen Album "The Performance".

Von Jan Gebauer

Ein Kritiker schrieb über Shirley Bassey einmal, dass ihr Ruhm erloschen sei, wie der Schein einer Kerze. Trotzdem gelang es der Sängerin, die ihre große Zeit von 1957 bis 1973 feierte, immer wieder ihre Karriere mit innovativen Ideen wiederzubeleben. In den späten 1980er Jahren arbeitete sie für das Lied "The Rhythm Divine" mit den Electro-Tüftlern von Yello zusammen, 1997 folgte der große Club-Hit "History Repeating" mit den Propellerheads. 2000 wurden ihre alten Songs geremixt, das entsprechende Album war abermals ein großer Erfolg in den Clubs. Dazwischen sang sie Standards, Webber-Musicalmelodien und immer wieder Balladen, die zeitlos erschienen. Und natürlich ihre großen Erfolge, die James-Bond-Hits von "Goldfinger" bis "Moonraker", die Las-Vegas-Hymne "Big Spender" oder "What Now My Love" und "I (Who Have Nothing)".

Youtube | Shirley Basseys ''The Performance of My Life''

Fast 20 Jahre nachdem zuletzt ein Album mit ausschließlich neuen, speziell für die Bassey geschriebenen Songs erschien, erinnert das neue Werk "The Performance" in seiner Melancholie und Selbstreflektiertheit an Frank Sinatras "September of My Years" (1965). Ähnlich wie ihr legendärer Kollege war und ist Bassey in erster Linie eine vollendete Songstilistin, die jedem Lied ihren ganz eigenen Stempel aufdrückt. Die Diva war deshalb wie viele andere Sängerinnen ihres Schlages stets auf gute Songwriter, Arrangeure und Produzenten angewiesen, die ihr die richtigen Kompositionen liefern. Im Falle von "The Performance" haben sich etliche große Namen eingefunden, die gekonnt den Brückenschlag zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart schlagen: Gary Barlow, KT Tunstall, Rufus Wainwright, die Pet Shop Boys oder die Manic Street Preachers, aber auch John Barry und Don Black, die erstmals seit 1971 wieder einen gemeinsamen Song für die Bassey geschrieben haben. Damals war es "Diamonds Are Forever" - heute erweckt "Our Time is Now" Erinnerungen an die großen James-Bond-Melodien.

Direktlink | In das Album reinhören

Die Jahre sind an der 72-Jährigen nicht spurlos vorbeigegangen, weder an ihrer Stimme noch an ihrer Ausstrahlung - und das ist gut so. Was "The Performance" zu einem der grandiosesten Comebacks des Jahres macht ist die Aufrichtigkeit und Stärke mit der die Bassey die elf Lieder singt, beeindruckend wie so oft, gefühlvoll wie selten. Natürlich bilden opulent arrangierte Balladen nach wie vor den zentralen Punkt eines Bassey-Albums. Großartige Beispiele finden sich mit "Almost There", The "Girl From Tiger Bay" oder "As God is My Witness". Jedoch "The Performance of My Life", von den Pet Shop Boys geschrieben, bietet am Schluss der CD eine regelrechte Seelenschau. Ob es tatsächlich die Aufführung ihres Lebens ist, bleibt offen, aber es ist mit Sicherheit eine ihrer ergreifendsten Aufnahmen, unnachahmlich interpretiert und mit Sicherheit der Höhepunkt der neuen CD. Bleibt nur zu hoffen, dass die Sängerin das Werk auch in Deutschland mit Auftritten bewirbt, denn auf der Bühne ist die Bassey nach wie vor am Besten.



#1 LorenProfil
  • 07.11.2009, 13:36hGreifswald
  • Das ganze Konzert kann man in mehreren Teilen
    auf YouTube sehen ("Dame Shirley Bassey at the
    BBC Electric Proms"). Die Frau ist mit ihren 72
    Jahren einfach fantastisch und könnte selbst in
    ihrem reifen Alter noch so manchen Jungspund glatt an die Wand singen. Ganz großes Kino!
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