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Eine Welle des Protests hat ein 27-jähriger Taxifahrer in New York City ausgelöst, weil er ein schwules Paar wegen einer Umarmung aus dem Wagen warf – sogar Bürgermeister Michael Bloomberg zeigt sich entrüstet über den Mann. Er hat inzwischen seinen Job verloren.

Taxifahrer Medhat Mohamed hatte vor gut einer Woche den Geschäftsmann Paul Bruno und dessen Partner im Manhattaner Szeneviertel East Village mitgenommen. Weil sich beide auf dem Rücksitz umarmten, stoppte er wenige hundert Meter später den Wagen und forderte das schwule Paar auf auszusteigen. "Ich wollte mich darauf konzentrieren, sie an ihr Ziel zu bringen. Statt dessen musste ich mir Sorgen machen, ob sie nicht Sex auf der Rückbank haben", so Mohamed gegenüber der Boulevardzeitung "New York Post".

"Gott wird sie richten"

Mohamed erklärte, er habe das Paar nicht aus Schwulenhass die Taxifahrt verweigert. Allerdings sagte er auch, dass er aufgrund seines muslimischen Glaubens nicht viel von Schwulen halte: "Gott wird sie richten", so der 27-Jährige. "In unserer Religion können wir mit diesen Sachen nicht umgehen. Küssen ist im Taxi nicht erlaubt. Ein Mann muss ein Mann sein."

Das schwule Paar erklärte, dass es aus reinem Schwulenhass aus dem Taxi geworfen worden sei. Die Beiden hätten sich nur umarmt und keine sexuellen Andeutungen gemacht. Der Fahrer hatte sie daraufhin lautstark aufgefordert: "Ihr müsst raus. Umarmungen sind nicht erlaubt hier."

Bürgermeister: Verhalten "eine Schande"

Auch Bürgermeister Michael Bloomberg zeigte sich entrüstet über die Weigerung des Taxifahrers, ein schwules Paar zu befördern: "Ich denke, das Verhalten des Taxifahrers – wenn es sich wie berichtet zugetragen hat – war eine Schande", so Bloomberg. "Die sexuelle Orientierung einer Person hat nichts damit zu tun, ob sie ein Taxi benutzen darf. Diese Art der Einstellung passt nicht in die Stadt."

Boss feuert Mohamed

Inzwischen hat Mohamed seinen Job beim Taxibetreiber Steinway Express verloren. Sein Chef habe ihm fristlos gekündigt, sobald er vom Verhalten seines Angestellten gehört habe.

Die New Yorker Taxi and Limousine Commission, die sämtliche gelben Taxen in der Metropole lizensiert, prüft nun zusätzlich Sanktionen gegen Mohamed. Sie könnte ihn wegen Verweigerung einer Dienstleistung, Unfreundlichkeit und öffentlichkeitsschädliches Verhalten belangen. Jeder Punkt könnte zu einer Geldstrafe in dreistelliger Höhe führen sowie möglicherweise zur Aberkennung der Taxi-Lizenz.

Bruno und dessen Freund haben sich unterdessen an die New Yorker Antidiskriminierungsstelle gewandt und erwägen eine Klage gegen Mohamed. (dk)



32 Kommentare

#1 EinfaltspinselProfil
  • 10.11.2009, 16:23hKaiserslautern
  • Warum überrascht es mich nicht, dass der Taxifahrer Mohamed heißt?

    Ja, klar nur ein Einzelfall.

    Naja, die beiden Luxus-Schwulen sollen froh sein, dass er sie nicht am Baukran aufgehängt hat. Aber lassen wir mal der Demographie freien Lauf. Das wird schon.
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#2 Olaf_LEO
  • 10.11.2009, 16:56h
  • Es ist sehr gut, dass dieser Blödmann gleich seinen Job verloren hat und wahrscheinlich verklagt wird. In Deutschland wäre das wohl nicht mal als Diskriminierung gewertet worden. Außerdem hätte er wahrscheinlich auf Wiedereinstellung klagen können.

    Respekt für New York!
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#3 TommAnonym
  • 10.11.2009, 17:19h
  • Na - dann wird der gute Medhat halt wieder Zitronen verkaufen müssen auf einem orientalischen Bazar ... :-)

    Ich finde es OK das nicht "Gott", sondern sein "Arbeitgeber" der Taxibetreiber Steinway Express "gerichtet" hat - und den Typ rausgeschmissen hat ...
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#4 HandoAnonym
  • 10.11.2009, 17:43h
  • Damit solche und ähnliche Fälle ein für allemal bestraft werden können, muss der Schutz vor Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung in unser Grundgesetz. Schon heute hat jedes zweite Kind, das 2009 in Berlin geboren wird, einen Migrationshintergrund. Diese Kinder werden in 18 Jahren wählen können und danach in den Parlamenten sitzen - wohl überwiegend für konservative (Moslem?-)Parteien. Damit die dann nicht langsam aber sicher immer mehr restriktive Gesetze einbringen können, muss im Grundgesetz verankert sein, dass in diesem Land eine Diskriminierung von Schwulen und Lesben ausgeschlossen ist.
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#5 stromboliProfil
  • 10.11.2009, 18:13hberlin
  • Antwort auf #4 von Hando
  • ah, du kommst über einen anderen gedankenstrang als ich zu der selben erkenntnis: verankerung im grundgesetz solange dafür noch mehrheiten erreichbar sind! Da sind wir uns doch mal einer meinung...
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#6 LorenProfil
#7 antos
#8 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 10.11.2009, 19:22h
  • Das Feuern des Taxifahrers war die vernünftigste Entscheidung. Mal gespannt, wieviele homophobe Taxifahrer in New York jetzt noch um ihren Job fürchten müssen!
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#9 manon
  • 10.11.2009, 19:30h
  • Kaum ist Carrie Prejean weg, da kommt schon der nächste aus der Ecke gekrochen. Scheinbar geben sich die religiös ewig gestrigen die Klinke in die Hand und vergessen nur, wenn Gott irgendwann einmal richtet, dann dürften die mit ihrer Verachtung ganz vorne in der ersten Reihe stehen.
    Nur gut, dass es Menschen gibt die sich solidarisieren und wehren.
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#10 LorenProfil