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Neue Studie: fast jeder Zweite beurteilt Homosexualität als "unmoralisch". Und das ist nur eins der schockierenden Ergebnisse.

Von Norbert Blech

Fast jeder zweite Europäer hält Homosexualität für "unmoralisch" und ist gegen eine Ausweitung der Rechte von Schwulen und Lesben. Das ergab Medienberichten zufolge eine Studie, die am Freitag in Berlin vorgestellt wurde. Sie ist online noch nicht verfügbar.

Befragt wurden für die Untersuchung des Bielefelder Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung jeweils 1.000 Menschen in acht EU-Staaten: Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Portugal, Polen und Ungarn. Neben dem Thema Homosexualität wurde vor allem die Haltung zu Migration und Religionsgemeinschaften abgefragt.

So ist fast jeder Vierte der Meinung, dass Juden zuviel Einfluss im Land hätten, jeder Zweite meint, dass es zuviele Einwanderer gibt. Ein Drittel ist der Meinung, dass es eine "natürliche Hierarchie zwischen Schwarzen und Weißen" gibt, ganze 60,2 Prozent befürworten traditionelle Geschlechterrollen und fordern, Frauen sollten ihre Rolle als Mutter und Hausfrau ernster nehmen.

Allerdings gibt es zwischen den Ländern deutliche Unterschiede: in Polen etwa gibt es am wenigsten Angst vor Zuwanderung, in Italien am meisten. Deutschland liegt bei den einzelnen Punkten überwiegend im Mittelfeld.

Die Nachrichtenagentur EPD zitiert den Leiter der Studie, den Sozialwissenschaftler Andreas Zick, mit den Worten, man könne bei Menschen mehr Vorurteile erwarten, "wenn sie sich mehr Disziplin und ein schärferes Vorgehen gegenüber Unruhestiftern wünschen". Zudem tendierten sie eher zu "gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit" je religiöser sie sich selbst einschätzten. Zudem nehmen den Angaben zufolge Vorurteile mit höherem Alter und geringerer Bildung zu.

Volker Beck: Handeln!

In einer Presseerklärung hat Volker Beck, der erster Parlamentarische Geschäftsführer und menschenrechtspolitische Sprecher der Grünen in Bundestag, die Bundesregierung zum Handeln aufgefordert. "Rassismus, Antisemitismus, Muslimfeindlichkeit und Homophobie sind ein ernsthaftes Problem in Deutschland und in der Europäischen Union." Es gebe keinen Grund, dies auf die leichte Schulter zu nehmen. "Ein Zurückdrehen der europäischen Antidiskriminierungspolitik, wie von der Koalition vereinbart, ist daher das falsche Signal", so Beck.

Mit der Ankündigung im Koalitionsvertrag, die 5. Antidiskriminierungslinie der EU abzulehnen und das AGG auf Bürokratiabbau zu überprüfen, befördere die Regierung das "gesellschaftliche Bild der Ungleichwertigkeit". "Eine Frau als Bundeskanzlerin und ein schwuler Außenminister sind kein Beleg für eine offene Gesellschaft, wenn diese in ihrem Regierungshandeln die notwendige Entschlossenheit vermissen lassen", so die Reaktion Becks auf die Studie.

Akt. um 16h (Beck)



27 Kommentare

#1 gatopardo
  • 13.11.2009, 16:25h
  • Welch Wunder, wenn in der Studie in nur 8 EU-Ländern obendrein noch Polen,Ungarn und Portugiesen über ihre Einstellung zu Homosexuellen befragt wurden. Weshalb hat man denn nicht ausser den fortschrittlichen Niederländern zusätzlich Skandinavier oder Spanier befragt, die gesellschaftspolitisch vollkommen in der Gleichstellung angekommen sind ?
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 13.11.2009, 20:03h
  • Was dürfte wohl der Grund gewesen sein, daß das Institut nur acht EU-Länder ausgewählt hat? Sicher ist, wenn die Menschen in allen 27 Ländern in die Studie involviert gewesen wären, wäre dann das Ergebnis wohl für die LGBT-Community erheblich schlechter ausgefallen. Gerade im Ostblock sind die Ressentiments gegen die LGBT-Community ja geradezu gravierend! Und daß La Beck entrüstet darüber ist, war zu erwarten.
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#3 LorenProfil
  • 13.11.2009, 20:12hGreifswald
  • Jedenfalls bleibt noch viel zu tun.
    Länderübergreifende Solidarität (nicht nur inner-
    halb Europas) bleibt absolut notwendig.
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#5 anonymusAnonym
  • 13.11.2009, 23:16h
  • Ich mag den Volker Beck sehr und schätze was er alles getan hat und wie er kämpft aber seien wir doch ehrlich. Vorurteile haben wir alle - und manchmal stimmen diese Vorurteile auch.... Wo Rauch ist i s t eben manchmal auch Feuer.
    Ich habe Vorbehalte und Vorurteile gegen viele Muslime - so wie die sie gegen mich haben und irgendwo haben wir beide recht - ja ich verhalte mich eben "unmoralisch" und Muslime neigen zu Hass und Gewaltausbrüchen wie sie auch eindrucksvoll immer wieder aufs neue beweisen . auch wenn ein paar dann sagen, das hätte nix mit Islam zu tun. Vorurteile und Ressentiments kommen eben nicht von ungefähr
    Was falsch und verlogen ist, ist aber die politisch verordnete "political correctness" weil sie alles bedeckt und die Dinge sich doch auf die eine oder andere Weise wieder Bahn brechen. Ja, wir haben Vorurteile gegenüber dem anderen und wir mögen den oder die anderen eben nicht aus diesen oder jenen Gründen - deswegen muß man sich nicht gegenseiteig verletzen oder schlimmeres - aber Gedankenkontrolle will ich auch nicht haben und bei solchen "Antidiskrimminierungsgesetzen" bin ich mir nicht sicher ob es da nicht eher in eine solche Richtung geht.
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#6 manon
  • 13.11.2009, 23:52h
  • In Europa leben ca. 700 Millionen Menschen und dann werden 8.000 Menschen befragt, geht man davon aus, dass die Zahlen der Erhebung stimmen, dann sollte man an der Repräsentativität zweifeln.
    Ich denke nicht, dass man diese Zahlen sonderlich ernst nehmen sollte.
    Will nicht heißen, es gäbe nicht viel zu tun. Nur wie heißt es: Ich glaube nur der Statistik, die ich selber gefälscht habe.
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#7 Bandiera RossaAnonym
  • 14.11.2009, 00:30h
  • Kreuzug gegen die Achsen des Bösen.

    Helm ab zum Gebet !

    Die Berlusconi-Sender riefen auf zum Heiligen Krieg.

    Die Anti-Defamation League verleiht einen Distinguished Statesman Award für besondere Politikverdienste. Preisträger u.a. Ariel Sharon (2002) und Silvio Berlusconi (2003).

    Kurz vor der Preisverleihung verharmloste Berlusconi die italienischen Faschisten unter Mussolini.

    Der Vorsitzende der ADL, Abraham Foxman bezeichnete ihn trotzdem als „Freund“, wenn auch „Freund mit Fehlern“ („flawed friend“). Foxman begründete die Entscheidung damit, dass die Haltung von Berlusconi gegenüber dem Staat Israel sowie seine Unterstützung für die USA im Krieg gegen den Irak und den Terrorismus wichtig sei und die Haltung von Berlusconi gegenüber der faschistischen Vergangenheit Italiens laut Foxman ein „Ausrutscher“ war.

    Aggression nach aussen, Repression nach innen.

    Aktuell:

    Der italienische Verteidigungsminister Ignazio La Russa in einer Fernseh-Diskussion die Linie vor: »Alle Kreuze bleiben hängen«, schrie der Verteidigungsminister, »sollen sie (die Kreuzgegner – d. Red.) doch sterben, samt diesen internationalen Schein-Institutionen!«
    Die Armee hat damit gedroht, jeden zu erschießen, der dem Befehl des Verteidigungsministers nicht folgt.

    Eines solchen drastischen Befehls hätte es gar nicht bedurft.

    Denn vor allem Bürgermeister sehen eine Gelegenheit, es der verhassten EU zu zeigen.
    In San Remo hat Bürgermeister Maurizio Zoccarato ein zwei Meter hohes Kreuz ins Rathaus gestellt.
    Er hat alle Schulleiter dazu aufgefordert, Kreuze in den Schulklassen anzubringen.
    In Busto Arsizio nahe Mailand setzte die Gemeindeverwaltung die EU-Flaggen an den Amtsgebäuden auf Halbmast.
    Ein großes, völlig neues Kruzifix prangt auf der Fassade des Bellini-Theaters von Catania in Sizilien.

    Immer mehr italienische Gemeinden bestellen neue Kreuze für ihre Schulen. Beispiel Sassuolo in der Provinz Modena in Norditalien: Dort orderte die Stadt 50 neue Kruzifixe. Sie sollen in all jene Schulzimmer gehängt werden, in denen es noch keine gibt.

    Die 10.000-Seelen-Gemeinde Montegrotto Terme – elf Kilometer südwestlich von Padua – kündigt auf Leuchtschriften an: »Noi non lo togliamo« – Wir nehmen es nicht ab. Gemeint ist das Kreuz.

    Der Bürgermeister der Stadt Treviso im Nordosten Italiens:
    »Wir befinden uns im Reich des Wahnsinns, das ist eine Entscheidung, die nach Rache schreit. Das Gericht soll wegen des Verbrechens, das es begangen hat, gegen sich selber prozessieren!«

    Der Bürgermeister von Assisi schlug vor, zu den Kreuzen in den Schulzimmern auch Weihnachtskrippen zu stellen.

    Der Bürgermeister von Triest teilte mit, dass alles so bleiben werde, wie es ist – die Kreuze bleiben hängen.

    Die Handelskammer von Rom ersucht alle Geschäftsleute, deutlich sichtbar Kruzifixe aufzuhängen.

    In der Gemeinde Abano Terme – wo jener zugewanderte Atheist wohnt, der gegen das Kruzifix geklagt hatte – gibt es nun Demonstrationen vor den Schulen für das Kreuz Christi.

    Der Bürgermeister von Galzignano Terme in der Provinz Padua, Riccardo Roman, befahl das sofortige Aufhängen von Kreuzen in allen öffentlichen Gebäuden – nicht nur in Schulen, auch im Rathaus und in Museen.

    Die Polizei wird regelmäßig nachprüfen, ob der Befehl ausgeführt wurde, ansonsten drohen 500 Euro Strafe.

    Bürgermeister Maurizio Bizzarri von der Gemeinde Scarlino in der südlichen Toskana verhängt 500 Euro Strafe gegen jeden, der in öffentlichen Gebäuden ein Kreuz abhängt.

    In der Stadt Trapani im äußersten Westen Siziliens bestellten Präsident und Beisitzer der Provinzregierung auf eigene Kosten 72 Kreuze.
    In Neapel liest man auf Hauswänden nun das Graffiti: »Reiß das Kreuz ab, dann reiß ich Dir die Hand ab!«

    Es gibt keine Gemeinde in Italien mehr, die nicht Widerstand gegen das Urteil der Straßburger Richter leistet.

    Kreuzritter !

    Was macht das Balkenkreuz gerade ?
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#8 Good ol friendAnonym
#9 D.I.S.C.O.Anonym
#10 KonstantinEhemaliges Profil
  • 14.11.2009, 08:40h
  • Die hohe Prozentzahl kommt eindeutig durch diesen Kackostblock! Aus UK, Spanien und Frankreich kommen solche Werte sicher nicht!
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