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Außenminister Guido Westerwelle hat sich im "Spiegel" erneut über seine Homosexualität geäußert.

Von Carsten Weidemann

Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle (FDP) erwartet bei Besuchen im Ausland aufgrund seiner Homosexualität keine Probleme. Es sei schließlich schon seit Jahren Parteivorsitzender und habe bei offiziellen Reisen nie "eine Schwierigkeit oder eine Peinlichkeit" erlebt, sagte er dem "Spiegel". Das erwarte er nun auch als Außenminister nicht.

Auf die Frage, ob er auch in islamischen Ländern keine Probleme erwarte, antwortete er ausweichend: "Es gibt Länder, in denen Frauen systematisch unterdrückt werden. Es gibt Länder, in denen Frauen in einer Weise behandelt werden, die wir als empörend empfinden. Trotzdem haben sich die Deutschen das Recht genommen, eine Frau zur Regierungschefin zu wählen."

Zudem sei es ein moralisches Scheitern, "wenn wir unsere Liberalität einschränken würden, weil andere sie nicht teilen", so Westerwelle. "Ich empfinde es als Ausdruck einer großen gesellschaftlichen und inneren Liberalität, dass es in Deutschland bisher so gut wie keine Rolle gespielt hat, dass ich als Mann mit einem Mann zusammenlebe."

Auf die Frage, ob er an der zunehmenden Akzeptanz von Schwulen und Lesben in Deutschland einen Anteil habe, antwortete der 47-Jährige: "Ich habe vielleicht dazu beigetragen, aber das ist kein Verdienst. Ich lebe mein Leben mit meinem Lebenspartner. Wir verstecken uns nicht, wir stellen unsere Beziehung aber auch nicht ins Schaufenster." Er wisse aus vielen Zuschriften, dass "diese gelassene Selbstverständlichkeit auch eine Ermutigung für ganz viele jüngere Menschen ist, die sich selbst suchen, noch nicht gefunden haben, noch Ängste haben."

Umgang mit dem Iran

Auf die Frage, ob nicht gerade ein schwuler Außenminister auch die schwierige Lage von Homosexuellen in einigen direkt Ländern ansprechen sollte, kam das Magazin nicht. Dabei hätte es Anlass gegeben: erst letzte Woche hatten mehrere Organisationen, von der Kritischen Islamkonferenz bis zu Volker Beck von den Grünen, den Außenminister aufgefordert, gegen drohende Hinrichtungen im Iran zu protestieren. Derzeit droht auch drei schwulen Jugendlichen die Todesstrafe (queer.de berichtete).

Allerdings hatte Westerwelle im letzten Jahr allgemein ein Handeln gegen die Unterdrückung von Schwulen und Lesben angeregt. Die große Mehrheit der Bevölkerung habe kein Problem mit seinem Privatleben, sagte er dem "Stern", woraus er eine außenpolitische These entwickelte: "Es würde unserer Außenpolitik übrigens gut anstehen, wenn sie diesen Geist der deutschen Toleranz in andere Länder tragen würde." Explizit sprach sich Westerwelle dafür aus, Staaten die Entwicklungshilfe zu streichen, die Frauen als Menschen zweiter Klasse behandelten oder in denen "Männer und Frauen hingerichtet werden, nur weil sie homosexuell sind" (queer.de berichtete).



81 Kommentare

#1 Good ol friendAnonym
  • 16.11.2009, 12:35h
  • Leser-Kommentar zum heutigen

    Welt-Artikel "Neue Studie: Vorurteile gegen Fremde in Europa weit verbreitet":

    "Die Studie ist für Multikulti- und Gender-Ideologen natürlich höchst "alarmierend". In Wirklichkeit ist sie aber erfreulich. Denn sie zeigt, daß das gesunde Empfinden der Befragten noch funktioniert trotz Jahre langer antitraditioneller, multikultureller und homophiler Indoktrination. Daß sich viele über den zu hohen Fremdenanteil beschweren, ist nicht Ausdruck von Vorurteilen, sondern berechtigte Kritik an der Überfremdung der europäischen Nationen." (Gleiches gilt demnach auch für den Homo-Anteil)

    Bewertet bisher von 112 Personen, 87% Zustimmung.

    Der Artikel zur Studie bewertet von 51 Personen, 25% halten ihn für "lesenswert".

    www.welt.de/wissenschaft/article5204486/Vorurteile-gegen-Fre
    mde-in-Europa-weit-verbreitet.html#vote_4542304


    Und der zitierte Neonazi ist nur einer von vielen, die sich da mal wieder so richtig austoben. Vielleicht sind solche Studien ja nicht ganz so "unsinnig", wie sich mancher hier einbildet, sondern verdeutlichen vielmehr, was die Stunde geschlagen hat und wie wenig wir in Wahrheit von dem entfernt sind, was angeblich "nie wieder" passieren darf.

    Fakt ist: Wir brauchen dringend mehr Studien dieser Art und vor allem politische und gesellschaftliche Konsequenzen im Kampf gegen menschenfeindliche Gesinnungen welcher Art auch immer!
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#2 JoonasAnonym
  • 16.11.2009, 12:36h
  • Natürlich, er wird sich ja auch so verbiegen, dass es keine Probleme gibt.

    Was hat er nicht vor der Wahl getönt:
    "Als Außenminister werde ich bei Staaten, die Homorechte missachten, klare Worte finden und notfalls auch sanktionieren!"

    Und was macht er jetzt: sein erster Amtsbesuch führte ihn nicht nach Frankreich (wie bei allen Vorgängern), sondern nach Polen um dort den Homohassern in den Arsch zu kriechen, sie mit der Ehre des ersten Amtsbesuchs zu beglücken und ihnen zu versichern, dass unter deren Homohass nicht die wirtschaftlichen Beziehungen zu Deutschland leiden werden.

    Dieser Mann ist so verlogen, dass ich mich frage, wie so viele auf den reinfallen können...
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#3 Good ol friendAnonym
  • 16.11.2009, 12:45h
  • Antwort auf #2 von Joonas
  • Ja, er ist verlogen!

    Aber damit passt er bestens ja zu unseren ach so liberalen (!) Medien:

    "Wenn man mit Carolin Emcke darüber spricht, sagt sie: "Warum merkt eigentlich keiner, wie homophob und provinziell die deutschen Medien zum Beispiel auf die Außenministerwerdung Guido Westerwelles reagieren?"

    Homophob und provinziell?

    "Verkrampft und verklemmt, aber verkleidet als Toleranz. Das ist doch sensationell interessant, wie ein schwuler Außenminister das machen wird in Saudi-Arabien, Iran oder in anderen Staaten, in denen auf Homosexualität die Todesstrafe steht. Aber es traut sich keiner so richtig zu fragen. Dabei wäre das Thema ja nicht die Homosexualität eines deutschen Ministers, sondern die Homophobie der Länder, die er besucht."

    aus:
    jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/490743
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#4 jochenProfil
  • 16.11.2009, 13:58hmünchen
  • "...Zudem sei es ein moralisches Scheitern, "wenn wir unsere Liberalität einschränken würden, weil andere sie nicht teilen", so Westerwelle..."

    gutes argument.

    genauso wie Westerwelle noch von vielen heute unterschätzt wird, wird er wohl auch in naher zukunft , - nach ein paar gar nicht mal so schlecht gelungenen aktionen - gnadenlos überschätzt werden...
    .... schätze ich mal :-)

    interessant wird es werden, wenn Westerwelle nach Saudi-Arabien oder ähnlich menschenrechts-rückschrittliche staaten vorbei schaut .

    das gesicht von Polen`s homofeind Kaczinsky bei Westerwelle´s antrittsbesuch sprach ja bände.
    ich fands sehr amüsant, dass K. einem bekennenden schwulen jetzt die hand geben muss, ....gell
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#5 TimmAnonym
  • 16.11.2009, 14:02h
  • @Jonaas

    Ich finde, dass Ihr eher verlogen seit, was Eure Bewertung von Westerwelle angeht und weil ihr seine politischen Ansichten halt im Bereich der Wirtschafts- und Sozialpolitik nicht teilt und Ihn deswegen negativ bewertet.

    Ich finde, dass Herr Westerwelle ein echt guter Politiker ist, und er zu den besten Rednern im Bundestag gehört, die wir je in der Geschichte unseres Landes hatten.

    Als liberaler Mensch macht er liberale Politik und das gilt auch im Bereich der Wirtschaftspolitik.

    Wir brauchen nicht mehr Sozialleistungen, damit die Leute zuhause bleiben, sondern wir brauchen Leistungsanreize, damit die Leute mehr leisten wollen.

    So und das schreibe ich hier sehr bewusst als homosexueller Mann.

    Im übrigen die aktuellen Nachrichten aus den einzelnen Bundesländern, wo die FDP mitregiert, sind aktuell sehr positiv, wenn ich jetzt an Hessen oder Niedersachsen beispielsweise denke.

    Und sollte die FDP im Bundestag die steuerliche Gleichstellung durchbringen, dann hat die FDP mehr geschafft, als es die SPD beispielsweise je für homosexuelle Paare gemacht hat.

    Nein wer dermassen hier Herrn Westerwelle wegen seiner Homosexualität abwertet, und das macht Ihr hier im Forum, der ist in Wahrheit hier die verlogene Person.
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#6 Good ol friendAnonym
  • 16.11.2009, 14:14h
  • Antwort auf #5 von Timm
  • Hungere und friere DU erst einmal als Kind in einem der reichsten Länder der Welt dank "liberaler", freiheitlicher Hartz-IV-Politik oder schufte ebenso freiheitlich für 1 EUR die Stunde - dann sprechen wir nochmal darüber, WER hier verlogen ist!
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#7 Good ol friendAnonym
#8 TimmAnonym
  • 16.11.2009, 14:49h
  • @Gool of friend

    Siehst Eure Kommentare verraten Euch; in Warhheit geht es Euch um die Wirtschafts- und Sozialpolitik, die Euch an Herrn Westerwelle und die liberale FDP stört.

    Meinetwegen könnt Ihr da auch andere Ansichten vertreten, als dies bei der FDP ist. ABER deswegen dann das Thema Homosexualität hier "mit ins Spiel" zu bringen und Herrn Westerwelle wegen angeblichen mangelndem Engagements im Bereich Bürgerrechtspoltik zu attackieren, finde ich verlogen und unglaubwürdig.

    Ob und inwieweit die FDP und Herr Westerwelle vernünftige Bürgerrechtspoltik machen, das zeigen jetzt aktuelle Meldungen zu Gesetzentwürfen aus Niedersachsen oder aus Hesse und das zeigt ein aktueller Koalitionsvertrag, der ganz vernünftige Inhalte im Bereich der homosexuellen Paare hat und Fortschritte auf Bundesebene bringen dürfte.

    Es zeigt sich aber auch an fehlenden Gesetzentwürfen aus Sachsen oder Baden-Württemberg, wo die FDP auch in Verantwortung steht.

    Nein so "einfach" in Eurer Kritik an Westerwelle und FDP mache ich es Euch nicht, da Ihr nicht differenziert beurteilt und "einfach" nur eurem ideologischen Weltbild der "Oberschicht"/"Unterschicht" folgt und hier im Forum eine Art "Klassenkampf" beschwört, der Euren Bewertungen zugrunde liegt.

    Wie undifferenziert ihr immer seit, zeigt sich auch immer im Themenfeld der Religion, wo Ihr immer Alle (!) Kirchen des Christentums "in einen Topf schmeißt" und Ihr nicht erkennnen wollt, wie groß die theologischen Unterschiede der christlichen Kirchenleitungen im Bereich "Homosexualität" ist.

    Versucht doch einmal mehr Differenziertheit und genauere Analysen hier im Forum zu bringen.
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#9 maaartinAnonym
  • 16.11.2009, 15:13h
  • etwas seltsam ist am interview, dass herr "wir sind ja alle so liberal" westerwelle es kein einziges mal schafft worte wie schwul, homosexuell o.ä. zu benutzen. ist das die neue gelassene selbstverständlichkeit der "männer die mit männern zusammenleben"?

    das ist ab sofort mein lieblingsausruck. denn so eine gelassene selbstverständlichkeit ist echt super.
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#10 real lifeAnonym