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Der alternde HIV-Patient und seine medizinische Behandlung rückt zunehmend in den Fokus. Dies zeigen die in der vergangenen Woche vorgestellten "Guidelines 2009" für die Therapie.

Von Christian Scheuß

2007 waren sie zuletzt erschienen, die European Guidelines, die von der European AIDS Clinical Society (EACS) regelmäßig zusammengetragen werden. Die im EACS vernetzten Ärzten und Wissenschaftlern sprechen darin konkrete Empfehlungen zur Behandlung von HIV-Patienten aus. Das fünfte Update ist in der vergangenen Woche auf der vom selben Verband organisierten 12. Europäischen AIDS-Konferenz in Köln vorgestellt worden.

In der zurückliegenden Ausgabe war Hepatitis als Co-Infektion das große wichtige Thema. Jetzt beschäftigt man sich in dem 80-seitigen Buch zunehmend mit den zusätzlichen Risiken, die das Altern bei HIV-Positiven mit sich bringt. Die Kombitherapie unterdrückt erfolgreich und lange die Vermehrung des HI-Virus und die damit verbundene Zerstörung des Immunsystems. Krebs, Herzkreislauferkrankungen, Bluthochdruck, Fettverteilungsstörungen, Depressionen, zu hohe Leberwerte und weitere Diagnosen werden in zunehmenden Maße im Zusammenhang mit AIDS gestellt. Auch Patienten mit einer Tuberkulose als zusätzliche Erkrankung werden in den Guidelines bedacht. Nicht nur der häufig schwerere Verlauf von Ko-Erkrankungen ist ein Problem für den Langzeitpatienten. Auch die Einnahme der Kombitherapie gegen HIV bringt langfristig Gesundheitsrisiken.

Die Ärzte machen konkrete Vorschläge, wie, wann und womit HIV-Patienten behandelt werden sollten. Dr Jens Lundgren von der University Kopenhagen, der die Ratschläge zu den Co-Morbiditäts-Risiken in Köln vorstellte, sieht in diesen Richtlinien einen großen vorbeugenden Nutzen: "Würde die Allgemeinbevölkerung diesen einfachen Empfehlungen folgen, könnte das Risiko von Herz- Kreislauferkrankungen um bis zu 80 Prozent gesenkt werden." Für Menschen mit einer chronischen Erkrankung wie sie HIV inzwischen darstellt, ist die Vorbeugung natürlich umso wichtiger.

Die Informationen sind zwar geprägt von der Sprache der Mediziner, und deshalb keine leichte Lektüre, sie geben aber auch dem HIV-Patienten Hinweise darauf, welche Therapien und Vorsorgeuntersuchungen individuell sinnvoll sind. Das Screening von Krebs, die regelmäßige Untersuchung der Herz-Kreislauffunktion oder die Untersuchung der Knochendichte; all das kann helfen, länger gesund zu bleiben.