Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?11394

Ausgerechnet im Auftrag der katholischen Bischofskonferenz finden Forscher heraus, dass die sexuelle Orientierung von Priestern nichts über die Wahrscheinlichkeit aussagt, dass diese sich an Kindern vergehen.

Von Norbert Blech

Was der gesunde Menschenverstand schon wusste, belegt nun eine 2-Millionen-Dollar-Studie der katholischen Kirche: die sexuelle Orientierung von Priestern steht in keinem Zusammenhang mit deren Risiko, Kinder zu schänden.

Das ist ein Vorab-Ergebnis einer umfassenden Studie des John Jay College of Criminal Justice im Auftrag der amerikanischen Bischofskonferenz der katholischen Kirche. Wie die Nachrichtenagentur Associated Press berichtet, wird die umfassende Aufarbeitung von Missbrauchsfällen aus mehreren Jahrzehnten erst Ende nächsten Jahres fertig gestellt.

Die Idee der sexuellen Identität müsse von dem Problem des Kindesmissbrauchs unterschieden werden, sagte die Wissenschaftlerin Margaret Smith in einer Rede vor der Konferenz. Ihren Daten zufolge führe die Homosexualität eines Priesters nicht zu einer erhöhten Gefahr, dass dieser sich an Kindern vergehe.

Schwulenverbot in der Priesterschaft

Auf die Frage des Bischofs Edward Braxton, ob eine Verbannung von schwulen Priestern aus dem Priesteramt, wie sie der Vatikan angesichts von zahlreichen Missbrauchsfällen ins Gespräch gebracht hatte und seitdem an vielen Orten praktiziert wurde, sinnvoll sei, antwortete Smith: "Wenn diese Exklusion auf den Fakt basieren würde, dass diese Person eher Kinder missbraucht als ein anderer Kandidat, so finden wir dafür zu diesem Zeitpunkt keine Anhaltspunkte."

Die Wissenschaftlerin ist aber offenbar auf taube Ohren gestoßen – eine Zusammenfassung ihrer Ergebnisse auf der Webseite der katholischen Bischofskonferenz in den USA erwähnt dieses eine Ergebnis nicht. Am gleichen Tag gaben die Bischöfe bekannt, dass sie an der Meinung festhalten, dass die Ehe nur einer Verbindung aus Mann und Frau offen stehe.



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.

19 Kommentare

#1 schwulenaktivist
  • 18.11.2009, 17:33h
  • Es sind die Abhängigkeitsverhältnisse, die nicht nur sexuelle Übergriffe möglich machen. Aber diese meist heterosexuellen Verhältnisse (zB Familie) sind eben tabu. Hier ist es die Hierarchie der Kirche - eben auch tabu.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 LorenProfil
  • 18.11.2009, 18:10hGreifswald
  • Dieses Ergebnis einer Studie, die ausgerechnet die
    katholische Kirche in Auftrag gegeben hat - ein-
    fach köstlich. Die unten im Artikel dargestellte
    Ignoranz derselben - irgendwie erwartbar nach dem
    Motto:"Es kann nicht sein, was nicht sein darf."
    Glauben ist halt nicht gleich Wissen, und angeb-
    lich gilt: Wer glaubt, wird (vielleicht mal) selig (ge-
    sprochen).
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Kristian
  • 18.11.2009, 18:26h
  • Der gesunde Menschenverstand weiß vor allem, dass Menschen, die mit ihrer sexuellen Orientierung (egal ob homosexuell, homosexuell-pädophil oder heterosexuell-pädophil) nicht klarkommen, sich gerne für den Priesterdienst und den Zölibat entscheiden. Die Nichtauseinandersetzung mit der Sexualität führt dann gerade bei den Pädophilen zu Fehleinschätzungen von Situationen und damit zu Vergewaltigungen/Missbrauch. Dass Pädophile eben keine Missbraucher sein müssen und andererseits Kinderkontakte für sie nötig sind (auch um nen Realitätbezug zu wahren) ist ja noch nicht mal in der Schwulenszene gesicherte Wahrheit, warum sollte das bei den Betonköpfen im Vatikan dann anders aussehen...

    In den USA ging es bei den Kindesmissbrauchsvorwürfen vor allem um Jugendliche in und nach der Pubertät, die nach dem kranken Verständnis von Kinderschützern (was ja hierzulande auch Unterstützer hat - wehret den Anfängen) bis zum Alter von 18 Jahren eben als Kinder zählen. Man kann also sehr wohl davon ausgehen, dass hier eben schwule Sexualität (dem kirchlichen Verständnis nach (aber wahrscheinlich auch real oft ohne genügend eigene Auseinandersetzung damit)) falsch ausgelebt wurde.

    Die wissenschaftliche Studie hat sich dem Thema also entweder mit falscher Fragestellung genähert oder ist einfach fehlerhaft. Zwei Millionen Dollar in den Sand gesetzt, Gratulation...

    Wenn Norbert Blech hier übrigens in der Einleitung von gesundem Menschenverstand schreibt, zeigt dies nur, wie absurd (und potentiell gefährlich) gesunder Menschenverstand sein kann.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 18.11.2009, 18:44h
  • Die Katholische Kirche wollte es vorher einfach nicht wahrhaben, daß zwischen Kinderschändung und Homosexualität keine Verbindung besteht. Nun haben sie es schwarz auf weiß!
  • Antworten » | Direktlink »
#5 maaartinAnonym
  • 18.11.2009, 18:47h
  • wundert es einen, dass die katholische kirche sich von einer selbst in auftrag gegebenen studie nicht stören läßt? die studie war doch eh nicht als beratung intern, sonder als feigenblatt nach aussen für die diskriminierung der homos in den eigenen reihen gedacht.

    fakten waren noch nie das spezialgebiet dieser alten verbitterten männer.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 intrigantAnonym
  • 18.11.2009, 18:59h
  • es ist eine schutz- und abwehrschrift die nach gesundem menschenverstand für die katholische kirche in den usa durchaus sinn macht.
    das kann dann auch zwei millionen dollar bewegen.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 MaximoEhemaliges Profil
  • 18.11.2009, 19:52h
  • Bei den Hunderten von Millionen Dollars an die vermeintlich geschädigten Opfer kommt es auf diese zwei Millionen auch nicht mehr an. Die haben sich auf alle Fälle schon "dumm und dämlich" daran verdient. Einen echten sexuellen Missbrauch können sie mit dem Geld bestimmt jetzt besser verarbeiten. Allerdings glaube ich eher, dass sie für den Rest ihres Lebens nicht mehr arbeiten müssen.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 Good ol friendAnonym
  • 18.11.2009, 20:14h
  • Es ist schon erstaulich, welch widerliche Akte der Diffamierung von Homosexualität und homosexuellen Menschen schon wieder als "wissenschaftliche" Hypothesen in ebenso "wissenschaftlichen" *Studien* gehandelt werden. Diese Art der "Forschung" bewegt sich etwa auf dem gleichen Niveau wie die Auslöschungs"medizin" der Nazis (und soll auch nichts anderem dienen als der Auslöschung).
  • Antworten » | Direktlink »
#9 MaserungAnonym
  • 18.11.2009, 20:40h
  • Auch im Knast der öffentlichen Wahrnehmung
    des Unausgesprochenen gibt es diesen Unterschied zwischen Homo und Kinderschänder.

    Diese Studie ist nicht für die thronenden Greise der Kirche, sondern für das jüngere Rückgrat.
    Auch für die Zunkunft in diffusen Bereichen rund um eine erhöhte Akzeptanz der Homosexualität in der Gesellschaft.

    Man hat dann was eigenes Heiliges (2 Mill.) als
    Manövierbasis.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 herve64Profil
  • 18.11.2009, 22:13hMünchen
  • Und für diese Erkenntnis hat es 2 Millionen Dollar gebraucht? WAHNSINN!

    Das wäre auch billiger gegangen: durch das Ablegen antiquierter Vorurteile.
  • Antworten » | Direktlink »