Kinostart "66/67 – Fairplay war gestern": Für den homosexuellen Otto und seine fünf Hetero-Freunde ist der Fanclub von Eintracht Braunschweig Zentrum des Lebens
Von Carsten Weidemann
Für sechs junge Männer, wie sie unterschiedlicher nicht sein können, bildet der Fanclub des Fußballvereins Eintracht Braunschweig das Zentrum ihres Lebens und ihrer Freundschaft. 66/67 ist der Name ihres Clubs und das Jahr, in dem Eintracht Braunschweig Deutscher Meister wurde. Otto, Florian, Henning, Christian, Tamer und Mischa haben sich mit ihrem 66/67-Branding nicht nur heroisch das Versprechen gegeben bedingungslos, für einander einzustehen, sie zelebrieren nach Abpfiff der regulären Spielzeit auch den Spaß an der Gewalt in der dritten Halbzeit. Dabei gehen sie mit einer Radikalität vor, die keine Rücksicht auf Schmerzen zulässt.
Mehr als alle anderen hängt der schwule Otto (Christoph Bach) an dem Versprechen, immer füreinander einzustehen.. Er verlangt uneingeschränkte Loyalität. Außer der Clique und der Gewissheit, dass nach Hartz IV Hartz V usw. kommt, hat der arbeitslose Fußballfans jedenfalls nicht viel im Leben. Längst hat r sich damit abgefunden, gescheitert zu sein. Für ihn erfordert dieses Bekenntnis sogar mehr Courage, als sich Ziele zu stecken und zu verwirklichen.
Hinter dem Fan-Dasein steckt für die sechs Freunde vor allem der tiefe Wunsch, eine Konstante im Leben zu finden, die unantastbar ist. Nach und nach entdecken die Jungs jedoch, dass ihre individuellen Schwierigkeiten nicht mehr innerhalb der Gruppe zu lösen sind. Jeder der Protagonisten hat seine eigenen Probleme, die sich hauptsächlich außerhalb des Stadions befinden. Die Freunde müssen feststellen, dass nicht ihr Verein, sondern sie selbst vor ihren größten Herausforderungen stehen.
Das allmähliche Auseinanderdriften der Gruppe trifft Otto am härtesten. Er versteckt dies hinter einer Maske der Arroganz und einer latenten Aggressivität. Diese bekommt auch Christian (Christian Ahlers) zu spüren, als er Otto beim Treffen zur "Lagebesprechung" in der Gaststätte Yildiz zur Rede stellt, weil ihn ein Bekannter auf einer Bareback-Party gesehen haben will.
Ludwig & Glasers Drama "66 / 67 – Fairplay war gestern" wurde auf dem diesjährigen internationalen Zürich Filmfestival ausgezeichnet, weil er "intensiv, kompromisslos und in bestechender formaler Umsetzung die Geschichte einer Gruppe von Fußballfans erzählt, die vergeblich aus ihrem sozialen System aus Rache, Gewalt und Loyalität auszubrechen versucht. Fußball als Nährboden und Hintergrund benutzend, zeigt der Film auf, wie diese Hooligans Täter und Opfer von sich selbst werden."
Von FoXXXyness Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #1 von Axel: Von wegen Hinterwäldlermannschaft!!! Eintracht Braunschweig war der erste Verein, welcher in der Ersten Fußball Bundesliga Trikotwerbung hatte! Und überhaupt: Warum sollen alle Fußballdramen im Ruhrgebiet spielen?
Antwort zu Kommentar #1 von Axel: Jetzt feue dich doch erst einmal, dass nach Enkes
Tötungserzwingung nach Kenntnissen des DFB
kein Bundesligaverein betroffen ist - vom neuen
Wett-Skandal - nach seinen Kenntnissen.
Von maciicx Aus Magdeburg (Sachsen-Anhalt) Mitglied seit 19.05.2008
Antwort zu Kommentar #4 von TipTop: "Naja, grade Braunschweig als "nicht so schöne" Stadt eignet sich doch gut für so ein Thema.
Alles auf Hochglanz würde nicht passen."
ebendt. und es wäre langweilig, themen filmisch in den pott zu verbannen, weil sie vermeintlich blue collar wären.
außerdem haben auch nicht erfolgsverwöhnte dritt- oder gar regionalliga-vereine treue anhängerschaften, in all ihrer ausdifferenziertheit. und ein erfolgsloser verein passt scheinbar thematisch ganz gut.
Antwort zu Kommentar #3 von FC Vollhorst: Die Angst des Tormanns.....
32 deutsche Spiele betroffen!
Der deutsche und europäische Fußball stehen vor einem neuen Wettskandal noch ungeahnten Ausmaßes. Die Staatsanwaltschaft Bochum berichtete auf einer Pressekonferenz, dass 32 Partien in Deutschland unter Verdacht stehen, manipuliert worden zu sein. Neben Spielen in anderen europäischen Länder soll auch versucht worden sein, auf zwölf Spiele der Europa League sowie drei Begegnungen in der Champions League Einfluss zu nehmen