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  • 20. November 2009, noch kein Kommentar

Als Bootleg schon lange im Umlauf, erscheint das legendäre Konzert jetzt endlich auch offiziell auf DVD.

Von Carsten Weidemann

Es gibt Konzerte, da hätte man zur Not wirklich die Goßmutter verkauft, um noch irgendwie an ein Ticket zu kommen. Jimi Hendrix 1967 in Monterey. Bob Marley 1975 im Londoner Lyceum oder Bruce Springsteen 1978 im Roxy, Los Angeles. In diese illustre Reihe gehört zweifellos auch eine der am meisten gebootleggten Shows der Rock’n Roll-Geschichte: Der Auftritt von Nirvana als Festival-Headliner in Reading 1992. Der, so das "Kerrang"-Magazin, war "etwas was man gesehen haben musste – und wenn man es nicht gesehen hatte, gab man vor, es gesehen zu haben." Jetzt kann man "Nirvana’s #1 Greatest Moment" (so das Ergebnis eines Fan-Polls im "New Musical Express") tatsächlich noch einmal sehen. "Nirvana: Live At Reading" kommt in einer limitierten Auflage als CD/DVD-Deluxe-Edition, ist aber auch einzeln als DVD oder CD erhältlich.

Youtube | Offizieller Trailer zur DVD

Natürlich stand das Album "Nevermind" samt dem Hit-Überflieger "Smells Like Teen Spirit" im Zentrum der Show an diesem 30. August 1992. Doch mit "All Apologies", "Dumb" sowie dem erstmals öffentlich gespielten "Tourette's" gab es auch schon eine kleine Vorschau auf das Album "In Utero", welches dann erst zwei Jahre später veröffentlicht werden sollte. Zugleich schaute die Band um den unvergleichlichen Kurt Cobain ausgiebig zurück, auf das Debüt "Bleach" (1989), mit Songs wie "Blew", "About A Girl", "School", "Negative Creep" und der ersten Single "Love Buzz". Das Stück "Spank Thru" datiert sogar aus den Mitt-80ern, während "Aneurysm", "Been A Son" und "Sliver" als Studioaufnahmen schon bald auf der "Incesticide"-Compilation auftauchen sollten. Natürlich durften auch zwei Cover nicht fehlen: Mit "The Money Will Roll Right In" von Fang und "D-7" von den Wipers erwiesen Nirvana Bands die Referenz, die ihren Sound maßgeblich geprägt haben.

Nur zwei dieser 25 Performances auf "Nirvana: Live At Reading" waren bisher offiziell erhältlich. Die Show der stilprägenden Grunge-Band wurde von "Kerrang" auf Platz 1 der "100 Gigs That Shook The World" gewählt, und der Rolling Stone notierte damals begeistert: "Die umwerfende Energie und Intensität, die da von der Bühne kam, ließ nie nach... Cobains verwüstete Pop-Songs erschienen wie eine Traumhochzeit der Sex Pistols mit den Beatles, geboren aus erfrischenden Wellen verzerrten Gitarren-Krachs." Anders gesagt: Besser waren sie nie, besser sollte es nie mehr werden. Muss man gesehen und gehört haben. Jetzt zumindest!