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Der Schweizer Journalist hatte in der "Welt" von einer Weltverschörung der Schwulen gesprochen. Nun antwortet der Grünenpolitiker auf dem gleichen Platz.

Von Norbert Blech

Schwule und Lesben sind Teil einer Verschwörung mit dem Ziel, die Welt zu homosexualisieren. Das behauptete im Sommer der Kulturchef der Schweizer "Weltwoche" in einem Debattenbeitrag, den die Welt leicht verändert im Oktober übernahm. Die Aufregung in der Szene war groß, die Queer.de-Redaktion verlieh dem Autor eine Homo-Gurke (queer.de berichtete).

Nun durfte ihm der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen im Bundestag, Volker Beck, in der "Welt" antworten. "Muss man wirklich gegenhalten, wenn einer sich künstlich darüber erregt, dass es einen Verein schwuler Eisenbahnfreunde gibt?", fragte der Politiker zunächst rhetorisch. Und kam dann zum Punkt: Homosexuelle seien zwar sichtbarer geworden, aber seien noch lange nicht gleichgestellt.

Philipp Gut gebe sich liberal, fülle aber in Wirklichkeit das "Gift der Homophobie in neue Schläuche", so Beck: "Antihomosexuelle Gewalt ist immer noch virulent. Viele Beispiele aus den vergangenen Monaten zeigen: Allein der Anblick eines lesbischen oder schwulen Paares kann Gewalttäter motivieren, brutal zuzuschlagen." Während Gut sich mit der Feder gegen die "penetrante Sichtbarkeit" der Homosexuellen wende, machten andere dies "mit Faust und Baseballschläger". "Praktizierte Homophobie schränkt die grundgesetzlich garantierte freie Entfaltung der Persönlichkeit empfindlich ein. Eine demokratische Gesellschaft muss das Recht durchsetzen, jederzeit und an jedem Ort ohne Angst anders sein zu können", so der Grünen-Politiker in dem lesenswerten Aufsatz.



43 Kommentare

#1 LorenProfil
  • 20.11.2009, 17:54hGreifswald
  • Eine in der Tat lesenswerte Antwort auf den diffa-
    mierenden "Auswurf" des Journalisten mit den Schwerpunkten Gesellschaft und Kultur der Weltwoche und allemal aussagekräftiger als das ge-
    sammelte Schweigen der Westerwelles, Wowereits,
    Von Beusts ... "Lesbische und schwule Jugendliche ... benötigen positive Vorbilder und Ermutigung." Im Gegensatz zu den oben Genannten
    wird Beck mit seiner Antwort diesem Anspruch gerecht.
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#2 goddamn. liberalAnonym
  • 20.11.2009, 18:04h
  • Antwort auf #1 von Loren
  • Na, was ist denn das für eine Debatte:

    "Du darfst nicht sein!"

    "Darf ich doch!"

    Zwingt man heute noch Angehörigen auch nur irgendeiner anderen Minderheit eine solche Debatte auf?
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#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 20.11.2009, 19:44h
  • Das habe ich mir schon gedacht, daß unsere liebe Primadonna Assoluta der LGBT-Community, Volker Beck, auf das Pamphlet des Herrn Gut antwortet! Hoffentlich bleibts oberhalb der Gürtellinie!
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#4 jungwolfAnonym
  • 20.11.2009, 21:20h
  • Ich kann hier an dieser Stelle nochmals empfehlen, die WELT einfach nicht zu kaufen. Sollen die doch in ihrem Dreck bleiben und schauen, wo sie ihre Leser herkriegen! Bei der NPD ist da sicher noch was zu holen....Volker Beck hätte sich für so einen Artikel nicht hergeben sollen.

    Der Artikel von Gut ist übrigens nicht der erste dieser Art in der WELT. Googelt mal unter Paul Badde, einem der päpstlichen Speichellecker, die dort regelmäßig schreiben. Da fliegen euch die Ohren weg.

    Einer, der mal ein WELT Abo hatte und es bitter bereut hat.
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#5 jochenProfil
  • 20.11.2009, 22:24hmünchen
  • Gut geantwortet Volker Beck!

    Spätestens seit seinem Einsatz in Moskau auf der CSD Demo ,wo er (und andere Aktivisten) buchstäblich seinen Kopf für die Rechte von Schwulen und Lesben hingehalten hat, und er dafür körperliche Prügel einstecken musste, ist er mein schwuler Held!
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#6 Liedel
  • 21.11.2009, 00:44h
  • Vorsicht mit allzu blindem "Springer-Bashing".
    Wahrscheinlich, um ihr "konservatives" Profil hin und wieder zu schärfen, tauchen in der "Welt" so seltsame homophobe Ausführungen z.B. eines Herrn Gut auf (bei der FAZ ist für so etwas Daniel Deckers zuständig).

    Beachtlich finde ich jedoch, dass gerade die "Welt" hinsichtlich der Bigotterie erzkatholischer und evangelikaler Fundis erstaunlich aufklärende Beiträge liefert! So war ich verblüfft, als ich in der WELT sehr fundierte Informationen nicht nur über den Fall Ted Haggard, sondern auch über Verdrängungsmechanismen der eigenen Homosexualität bei religiösen Fundis fand. Siehe hier:

    www.welt.de/wissenschaft/article4946747/Psychologen-suchen-G
    ruende-fuer-Homophobie.html


    Die Direktheit, mit der Alan Posener, politischer Korrespondent der "Welt am Sonntag" (bis 2008 deren Kommentarchef), die verkappten Neigungen unserer allseits beliebten Päpstin Benedikta analysiert und darin die Hauptmotivation für Ratzingers Kampf gegen den "ethischen Relativismus" sieht, haut mich geradezu um! Wer war bisher schon so mutig, das mal direkt auszusprechen?
    (Alan Posener: Benedikts Kreuzzug, Berlin 2009, S. 141 ff.)

    Gerade, weil ich in als "links" bzw. "linksliberal" geltenden Blättern erschreckend wenig zu diesem wirklich lesenswerten Buch finde.
    Warum lesenswert? Der Autor behandelt lesbich-schwule Emanzipation nämlich gerade NICHT als "Nebenthema", sondern spricht sehr direkt an, wie gefährlich Benedikts Vernunftbegriff und sein damit einhergehender "Wahrheitsanspruch" gerade für uns sind bzw. noch werden können...

    Sicher werde ich jetzt kein Welt-, MoPo- oder gar Bild- Abonnent, aber Differenzieren tut manchmal Not!
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#7 goddamn. liberalAnonym
  • 21.11.2009, 01:33h
  • Antwort auf #3 von FoXXXyness
  • Ich wüßte nicht, dass der brave und oft etwas naive Volker Beck jemals in Auseinandersetzungen mit homophobem Gesindel unter die Gürtellinie gezielt hätte...

    Obwohl viele seiner Gegner es wahrlich verdient hätten...
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#8 Good ol friendAnonym
  • 21.11.2009, 01:35h
  • Antwort auf #2 von goddamn. liberal
  • Du bringst es auf den Punkt!

    Insbesondere gilt, dass Schwule und Lesben eine zwangskonstruierte und gezielt "gemachte" Minderheit in Folge aggressiver Heteronormativität sind.

    Welche Freiräume da dringend nötig sind und mitunter sogar erfolgreich eröffnet oder eben vernichtet werden können, zeigen u.a. folgende Daten:

    "Gleichgeschlechtliche Kontakte" von Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 17 Jahren

    1980 - 1994 - 2005

    Männlich: 10% - 7% - 6%

    Weiblich: 8% - 6% - 13%

    (Quelle: BZgA - Jugendsexualität 2006 - repräsentative Wiederholungsbefragung).

    Fazit: Bei jungen Männern hat sich der Anteil (ein guter Indikator für die gefühlte sexuelle Freiheit) von 1980 bis zur letzten Vergleichserhebung fast um die Hälfte auf ein Rekordtief reduziert, bei jungen Frauen hingegen lässt sich gegenüber 1994 fast eine Verdopplung auf den höchsten seit 1980 jemals bei einem der beiden Geschlechter gemessenen Wert feststellen.

    Weitere interessante Daten:

    Studien von Iconkids & Youth 2002 / 1988

    Vorbehalte gegen Homosexuelle:
    71% der Jungen, 51% der Mädchen

    (1988: Gesamtdurchschnitt 34%)

    Dr. Sommer-Studie 2009:

    Lediglich 16% der Jungen und 36% der Mädchen halten Homosexualität für "etwas Normales".

    Wir dürfen auf die Ergebnisse der in diesem Jahr erfolgten Erhebung "Jugendsexualität 2009" der BZgA gespannt sein, die im Frühjahr 2010 veröffentlicht werden. Mein Tipp auf Basis der gesellschaftlichen Entwicklung: Anteil bei jungen Frauen wird konstant bleiben oder sich sogar weiter erhöhen, bei jungen Männern voraussichtlich noch weiter absinken oder im günstigsten Falle auf dem Rekordtief verharren.

    Aus den genannten Daten möge nun jeder seine eigenen Schlüsse hinsichtlich sexueller Freiheit, Selbstbestimmung und Gleichberechtigung ziehen. Ich persönlich halte das für eine absolut verheerende Bilanz, die ein grundlegendes Umdenken und Umsteuern in unserem Kampf um effektive Gleichberechtigung in dieser Gesellschaft dringend erforderlich macht.
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#9 klittiflutschAnonym
  • 21.11.2009, 05:16h
  • Die Deutsche Bischofskonferenz und der Zentralrat der Juden in Deutschland wollen sich gemeinsam dafür einsetzen, dass religiöse Symbole und religiöses Bekenntnis nicht aus der Öffentlichkeit verdrängt werden…

    Beide Seiten äußerten Kritik am “Kreuz-Urteil” des Straßburger Menschenrechtsgerichtshofes
    Religiöse Bekenntnisse dürfen nicht ins Privatleben verbannt werden.

    Die Bekämpfung von Antijudaismus, Antisemitismus und Antizionismus bleibe eine Aufgabe der Schulen. Im Rahmen eines neuen Projekts sollen unter Mitwirkung eines jüdischen Religionspädagogen Bausteine für den katholischen Religionsunterricht auf einer Internetplattform angeboten werden.

    www.hagalil.com/archiv/2009/11/20/kreuz/

    Freundeskreis Kriegsverbrecher

    www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/bravo_israel
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#10 gatopardo
  • 21.11.2009, 10:20h
  • Antwort auf #6 von Liedel
  • Ja lieber Pittiplatsch, aus meiner Beobachtung von aussen als Deutscher, der ich 43 Jahre nicht mehr in Eurem Land lebe, komme ich zu dem Schluss, dass es leider auch zum urdeutschen Wesen gehört, erst immer anzugreifen und niederzumachen, bevor man sich differenziert mit Beiträgen sowohl in den Medien als auch in den Foren auseinandersetzt. Die vielen roten Beurteilungen Deines ausgezeichneten Kommentars sprechen Bände ! Es geht darum, in agressiver Form grundsätzlich Recht zu behalten und sich schon gar nicht mit Weltbildern zu beschäftigen, die nicht ganz der eigenen Ideologie entsprechen könnten, weil sie ja aus "gegnerischer" Quelle stammen. "Benedikts Kreuzzug" steht auf meiner Einkaufsliste, sobald ich nächste Woche in München sein werde. Danke für den Tipp !
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