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Es geht weiter mit unserem Xmas-Special: Diesmal Motown-Klassiker von den Jackson 5, Stevie Wonder und den Supremes.

Von Jan Gebauer

Motown feiert 2009 50-jährigen Geburtstag (queer.de berichtete). Aus diesem Anlass erscheinen nun in Europa Highlights des Weihnachtsfundus erneut auf CD. Nur die Superstars des Labels durften seinerzeit überhaupt solche Aufnahmen vornehmen, geschweige denn ein ganzes Album zum Thema veröffentlichen. Wir haben die Geschichte der Platten näher beleuchtet:

Stevie Wonder - "Merry Christmas"

Ende 1967 erschien das bis heute einzige Weihnachtsalbum von Stevie Wonder, der zu diesem Zeitpunkt gerade einmal 17 Jahre alt war. Ein großer kommerzieller Erfolg war dem Werk nicht beschieden, es erreichte nur einen bescheidenen Platz 82 in den Weihnachtscharts. Im Vergleich zu den anderen Weihnachtsveröffentlichungen aus dem Hause Motown bemühten sich die Produzenten für Wonder, dessen Stimme zu diesem Zeitpunkt bereits eine erstaunliche Reife aufwies, hauptsächlich Originalkompositionen neben Klassikern wie "Silver Bells" oder "Ave Maria" bereit zu stellen. Darum klingen die Lieder auch frischer und unverbrauchter als die x-te Version der üblichen Standards. Wonder selbst legte hier übrigens weder als Songschreiber noch als Produzent Hand an - auf diesem Gebiet sollte er erst in den folgenden Jahren zum Zuge kommen. Die vorliegende CD übernimmt das komplette Tracklisting des Originalalbums, nur Titel und Cover wurden gemäß der "Merry-Christmas"-Reihe angepasst.

Jackson 5 - "Merry Christmas"
Jackson 5 - "Ultimate Christmas Collection"

Auch die Familie Jackson veröffentlichte bislang - sämtliche Solo-Ausflüge inklusive - nur ein Weihnachtsalbum. Kaum ein Jahr nach ihrem großen Durchbruch veröffentlichten die fünf Brüder bereits ihre vierte LP, "Jackson 5 Christmas Album" (1970), das nun als "Merry Christmas" ebenfalls mit entsprechendem Cover zum Sonderpreis veröffentlicht wird. Die Trackliste blieb in der Originalreihenfolge erhalten. Die "Ultimate Christmas Collection" geht einen Schritt weiter und enthält neben den Songs des Albums auch einen Song aus der Compilation "A Motown Christmas" (1973, Michael Jacksons "Little Christmas Tree") sowie rare "Season's Greetings"-Clips von einer Promotionsingle aus dem gleichen Jahr und diverse Mixe, die erst in diesem Jahr erstellt wurden. Klar, Michael Jacksons Tod kam den Rechteinhabern des legendären Motown-Katalogs gerade im Jubiläumsjahr sehr gelegen. Da kann man das Weihnachtsalbum gleich in zwei Ausführungen verbraten. An der herrlich kitschigen Musik ändert das freilich nichts. Die ist auch gut 40 Jahre nach dem Erscheinen noch sehr hörenswert! Die Aufnahmen standen übrigens nach der Veröffentlichung mehrere Jahre auf Platz der amerikanischen Weihnachtscharts.

The Supremes - "Merry Christmas"

Auch hinter der vorliegenden Supremes-CD verbirgt sich eine Wiederveröffentlichung einer Original-LP, allerdings stimmt hier der Titel überein: "Merry Christmas" wurde Ende 1965 veröffentlicht und zählt zu den ersten Weihnachtsalben von Motown. Bei den Mädels rund um Diana Ross ging man auf Nummer sicher, Klassiker wie "White Christmas", "Santa Claus is Comin' to Town" oder "Joy to the World" dürften wohl jedem bekannt sein. Immerhin, die auch als Single veröffentlichten Lieder "Children's Christmas Song" (mit kindischem Geplapper der Ross) und "Twinkle Twinkle Little Me" wurden eigens für dieses Projekt geschrieben. Auch Jimmy Webbs verträumtes "My Christmas Tree" war zu diesem Zeitpunkt noch frisch. Weihnachtsfreunde dürfen sich freuen: Geigen und Glöckchen kitschen an jeder Ecke, die Ross zwitschert so süß wie nie zuvor und Mary Wilson und Florence Ballard verschwinden harmonisch im Säuselhintergrund. Das Album wurde bereits vor zehn Jahren wiederveröffentlicht, damals allerdings mit mehreren Bonus-Tracks, die dieses Mal unterschlagen wurden. So entgeht uns "Silent Night" mit der raueren Ballard als Leadsängerin.

Youtube | Live-Auftritt von Diana Ross und den Supremes mit dem Weihnachtslied ''Children's Christmas Song'' (1965)

Four Tops - "Merry Christmas"

Die Four Tops waren zwar auch Superstars auf dem Motown-Label, durften aber erst 1995, also rund 30 Jahre nach ihrem Durchbruch, ein Weihnachtsalbum aufnehmen. Ursprünglich "Christmas Here with You" betitelt, fielen die Aufnahmen seinerzeit ziemlich durch, erreichten nicht einmal die Weihnachtscharts. Mit angepasstem Titel und Cover könnten die Aufnahmen nun mehr Aufmerksamkeit erlangen. Wer den klassischen Motown-Sound vergangener Tage sucht, wird hier nicht fündig. Die Arrangements klingen deutlich nach den 1990er Jahren, dazu addierte man ordentlich Studio-Bombast und den üblichen Weihnachtsklingklang. Die Auswahl der Lieder beschränkt sich auf die bekannten Klassikers des Genres. Bemerkenswert ist das Album allerdings trotzdem: Es war das letzte Studiowerk mit Lawrence Payton, der 1997 an Krebs verstarb, sowie Leadsänger Levi Stubbs der 2008 an gleicher Krankheit verstarb. Zuvor hatte die Gruppe rund 45 Jahre ohne Line-up-Wechsel überstanden.

The Temptations - "Merry Christmas"

Die Temptations durften für Motown immerhin zwei Alben mit Weihnachtsliedern aufnehmen: 1970 erschien "Christmas Card" und zehn Jahre später "Give Love at Christmas". Beide Veröffentlichungen waren sehr erfolgreich, erhielten Gold- und Platin-Auszeichnungen in den USA und konnten sich immer wieder in den Charts platzieren. "Merry Christmas" enthält im Vergleich zu den eingangs vorgestellten Motown-Weihnachtswiederveröffentlichungen neben dem Originalalbum aus dem Jahre 1970 noch fünf Songs aus dem 1980er Werk. Die anderen fünf Songs waren nämlich auf beiden Alben enthalten und man entschied sich die 80er-Fassungen wegzulassen. Dennoch gibt es einige Perlen zu entdecken: "Rudolph, the Red-Nosed Reindeer" und "Silent Night", die bereits 1968 bzw. 1969 erschienen, gehören zu den bekanntesten und besten Soul-Versionen dieser Evergreens. Ebenfalls klasse sind die späteren Soulschmuser "Love Comes With Christmas" und "Give Love on Christmas Day".