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Unter churchouting.org sollen homosexuelle Priester anonym gemeldet werden. Die Webseite will damit gegen Heuchelei ankämpfen, die Leben kostet.

Von Norbert Blech

Mit dem Slogan "wir bringen das Licht der Wahrheit in die Dunkelheit der Heuchelei" wirbt eine neue Internet-Seite für sich, die für Debatten in der amerikanischen Gesellschaft und in der schwulen Szene führen wird. Denn "ChurchOuting.org" will katholische Priester aus der Erzdiözese der US-Bundeshauptstadt Washington outen.

Die Seite setzt auf anonyme Hinweisgeber, die über die Homosexualität eines Priesters berichten (Hinweise auf Affären mit einer Frau sind übrigens auch erwünscht). Ein Outing sei der letzte Schritt, verspricht die Webseite.

Wenn eine Geschichte über einen Priester verifiziert sei, werde man sich zunächst mit diesem in Verbindung setzen, um ihm zu helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Doch wie diese aussehen könnten, wird im Unklaren gelassen. Allerdings werden allgemein Priester gelobt, die nicht nur schweigen, sondern sich aktiv gegen die schwulenfeindliche Haltung des Vatikans stellen.

Offenheit gegen innere Konflikte

Hinter ChurchOuting.org steckt keine größere Organisation, die Webseite wird von dem Einzel-Aktivisten Phil Attey aus Washington betrieben. Er widmet die Seite den Familien, die ein geliebtes Mitglied durch die von der Moral der katholischen Kirche ausgelösten inneren Konflikte verloren haben, sei es durch Selbstmord oder Ablösung von der Familie.

Die Erzdiözese Washington war erst letzte Woche ins Gerede gekommen, nachdem sie angekündigt hatte, ihre soziale Arbeit einzustellen, sollte der Stadtrat ein Gesetz zur Homo-Ehe einführen (queer.de berichtete). Mit der Verabschiedung des von Kirchen bekämpften Gesetzes wird allgemein gerechnet.

Der Gesetzentwurf für den 3,3-Millionen-Distrikt sieht nicht vor, dass Kirchen Homo-Paare trauen müssen, stoppt aber Diskriminierung etwa im Bereich der Adoptionsvermittlung, die auch von Kirchen getragen wird.



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.
#1 stephan
  • 23.11.2009, 13:28h
  • Ein solches Outing halte ich dann und nur dann für angemessen, wenn sich der Priester (oder sonst irgendwer) in der Öffentlichkeit massiv gegen Homosexualität oder Homosexuelle geäußert hat! Dann allerdings halte ich es für richtig, ihm/ihr ein Spiegelbild vorzuhalten!
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#2 Kristian
  • 23.11.2009, 13:43h
  • Völlig inakzeptabel. Solche vielleicht sogar gutgemeinten Aktionen werden hoffentlich auch von der absoluten Mehrzahl der Homosexuellen abgelehnt.
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#3 Liedel
  • 23.11.2009, 14:04h
  • Man darf dabei aber nicht vergessen, dass katholische Priester in der Kirchenhierarchie ganz unten stehen. Klar, wenn sie Hass predigen: Spiegel vorhalten. Ich persönlich fände ja ein Outing unter "höheren" Funktionsträgern innerhalb der RKK viel spannender. Kardinäle, Bischöfe usw. Denn diese Funktionsträger sorgen ja in erster Linie für das innerkirchliche Fortbestehen der Diskriminierung, in Deutschland, was die Bischöfe angeht, aus Steuern bezahlt ...
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#4 HandoAnonym
  • 23.11.2009, 14:57h
  • Es gibt heutzutage eine neue Generation von katholischen Priestern, die diesen Beruf mit dem festen Vorsatz ergreifen "Für mich gilt der Zölibat nicht!". Diese Leute haben in der Kirche einen festen Job, ein hohen Gehalt und einen großen Freiraum. Unter dem Deckmantel des Zölibats lassen sie aber oft die Sau heraus. Samstags abends im Darkroom oder im Sling, am Sonntag morgen in einem Meßgewand am Altar....Werden sie erwischt, droht ihnen höchstens eine Versetzung. Sie sind also in keiner Weise emanzipiert und setzen sich in der Regel auch nicht für Schwule und Lesben ein; sie wollen nur Sex und Spaß. Nach außen hin lassen sie die Menschen glauben, sie lebten zölibatär. Fast alle von diesen Priestern laufen sogar mit römischen Kragen durch die Gegend, um damit zu signalisieren: Ich bin auf Linie. Mit ihrem Schweigen stabilisieren sie also das unmenschlichen System, das sich "katholische Kirche" nennt
    Es gibt somit heutzutage, was die schwulen Priester betrifft, zwei Sorten von Priestern - einmal diejenigen, die sich ernsthaft bemühen, den Zölibat einzuhalten, aber vielleicht einmal schwach werden und ihn dann doch von Fall zu Fall brechen - das ist menschlich und sollte nicht an die große Glocke gehängt werden. Auf der anderen Seite aber gibt es die -oft jüngeren- Priester, die eiskalt und berechnend sind und sich in GayRomeo, in Darkrooms, Saunen und Parks tummeln. Man muss also immer den Einzelfall sehen. In bestimmten Fällen halte ich ein Outing für richtig.
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#5 MikeAnonym
  • 23.11.2009, 15:37h
  • Das finde ich sehr gut und ich könnte hier auch sofort eine Reihe von schwulen Priestern bei den Katholiken nennen.

    Ich finde es ist eine Frechheit, was der Vatikan da "abzieht".

    Andere christliche Kirchenleitungen wie die Lutheraner, Altkatholiken, Reformierten oder Anglikaner( in USA/England) haben mittlerweile den gegenteiligen Weg zum Vatikan eingeschlagen und dort sind offiziell homosexuelle Paare (!) ethisch und theologisch willkommen und Segnungsgottesdienste nach ihrem Gang zum Standesamt sind für gleichgeschlechtliche Paare dort möglich.
    In Schweden wurde aktuell die lesbische Eva Brunne sogar zur Bischöfin in Stockholm gewählt.

    Demgegenüber im Vatikan das "grosse Heuchlertum" in der katholischen Sexualmorallehre, wo aktuell die katholische Bischofskonferenz in Österreich verlauten ließ, dass die österreichischen Bischöfe sich gegen das Partnerschaftsinstitut in Österreich wenden.

    Ich halte es daher für gut und richtig, wenn in den Medien und in der Öffentlichkeit gezeigt wird, dass viele katholischePriester aufgrund des Zölibates schwul/bisexuell sind.

    Wenn alle schwulen/bisexuelle Priester heute ihr Amt abgeben würden, dann könnte die katholische Kirche "dicht machen".
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#6 bastapapsta
  • 23.11.2009, 15:49h
  • Coole Sache ,-) Die Page müsste sich auch auf Deutschland ausweiten. Wasser predigen und selbst Wein saufen, das geht garnicht....
    Diese Leute unterstützen eine Organisation, die sich heute noch in die Politik einmischt und Schwule und Lesben denunziert und selbst treiben sie es bunt. Daduch würde endlich mal die Verlogenheit der Kirche deutlich vor Augen geführt und Leute die noch ein bisschen vernünftig sind würden endlich aus der Amtskirche austreten.Sie können ihren Glauben auch leben, ohne in der Amtskirche zu sein.

    Für alle, die aus der Kirche austreten möchten, hier findet ihr anschauliche Infos zu diesem Vorgang :
    Link zu www.kirchenaustritt.de

    Zu empfehlen ist eine interessante Page, welche über die Verbrechen der Kirche informiert :

    Link zu www.theologe.de
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#8 TimmAnonym
  • 23.11.2009, 16:13h
  • @Mettwurstbrot

    Sehr schönes Video und Lied "Ich bin so froh, dass ich nicht evangelisch bin..." von Jürgen Becker, da kannte ich noch nicht.

    .... "aber bei den Katholiken ist es supercool, bei denen sind die Priester Polen, Inder oder schwul."

    Genauso ist es auch: Inder, Polen oder schwul...sehr treffend formuliert, Herr Becker.
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#9 jochenProfil
  • 23.11.2009, 16:18hmünchen
  • Zwangsouting ist eine Sache, die sollte man sich vorher schon sehr sehr gut überlegen.

    Ich finde allerdings, wenn jemand öffentlich gegen Schwule propagiert , aber selber versteckt schwul ist, hat er meines Erachtens keine Toleranz mehr verdient.

    Ich möchte niemanden vorschreiben, wie er zu leben hat,nur wenn er ungeoutet leben möchte, sollte er zumindest auf Homohetze verzichten und seinen Mund halten und nicht noch die Toleranz derer, die offen leben möchten, strapazieren.
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#10 MikeAnonym
  • 23.11.2009, 16:45h
  • @jochen

    Finde ich nicht...nicht nur Personen, die sich selbst negativ äußern und gleichzeitig schwul sind, gehören geoutet.

    Auch Personen, die offiziell eine Organisation unterstützen, deren Chefs (Bischofskonferenzen) und deren Kirchenleitung sich homophob verhält, gehören eigentlich genannt.

    Wenn ich als schwuler Mann für eine Organisation wie die katholische Kirche arbeite, dann unterstütze ich dort einen "Laden", der offiziell gegen homosexuelle Paare polemisiert und sich immer wieder in den einzelnen Ländern gegen die staatlichen Anerkennung homosexueller Paare wendet.

    Meines Erachtens trägt jeder schwule/bisexuelle Priester eine Mitverantwortung, wenn der Vatikan derart gegen homosexuelle Paare polemisiert und eine verlogene Sexualmorallehre aufrecht erhält.

    Das einzige Problem ist nur, dass ein Outing katholischer Priester nicht "viel bringt" und da wird dann nur diese einzelne Person angegriffen Da wäre das Outing von katholischen Bischöfen schon interessanter, da die in der Hierarchie der katholischen Kirche in den Medien interessanter sind und dort mehr die Verlogenheit sich an der Kirchenspitze sich offenbaren würde.

    Daher meines Erachtens "lohnt" sich eher das Outing von katholischen Bischöfen...am Besten sofort den Papst.
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