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Diesmal keine Klassiker, sondern neue Xmas-Alben von Tori Amos und Ronan Keating sowie eine CD mit dem Cover des Jahres.

Von Jan Gebauer

Tori Amos - "Midwinter Graces"

Man muss ein sehr gesundes Selbstbewusstsein besitzen, um sich auf dem Cover einer neuen CD als schwebender Engel der Dunkelheit zu präsentieren, aber Tori Amos war ja immer schon für eine Überraschung gut. Nach der Ankündigung, dass sie ein Weihnachtsalbum aufnehmen will, durfte man durchaus mehr erwarten als die üblichen Klassiker zwischen "Silent Night" und "Winter Wonderland" und die Pastorentochter enttäuscht nicht. Auf "Midwinter Graces" gibt es einen extravaganten Mix aus alten Weihnachtsliedern und immerhin fünf neuen Kompositionen. Klassische Momente wechseln sich ab mit modernen Rhythmen, Pop-Momente treffen auf altertümliche Gesängen und Balladen ("Candle: Coventry Carol") - selbst Swing-Elemente kommen zum Zuge ("Pink and Glitter"). Herausragend, "Holly, Ivy, and Rose", Amos' überaus hörenswerte Version von "Es ist ein Ros' entsprungen", die mit kitschfreier Sensibilität als Dialog von Mutter Tori und ihrer neunjährigen Tochter Natascha nachhaltig berührt. Natürlich bimmelt und klingelt es hier und da arg, aber Amos hat sich große Mühe gegeben ein wirklich eigenständiges Weihnachtsalbum aufzunehmen, das abseits von Klischees und dem üblichen Einerlei des Genres bestehen kann.

Youtube | Tori am Piano: ''Pink and Glitter'' aus dem neuen Album

Ronan Keating - "Winter Songs"

Schmusekönig Ronan Keating traute ich schon eher zu, die üblichen verdächtigen Lieder aus der Weihnachtsmütze zu zaubern. Origineller ist "Winter Songs" dann doch geraten - allerdings wie von Keating gewohnt auch äußerst kitschig! Der schockierende Tod seines Kumpels und Boyzone-Kollegen Stephen Gately, dem er im Booklet mit einigen Zeilen und einer liebevollen Widmung gedenkt, ließ den Iren nach eigener Aussage das ganze Projekt hinterfragen. Gately wirkte an "Winter Songs" noch mit, steuerte seine Stimme beim "Little Drummer Boy" bei, neben "Silent Night" und "Have Yourself a Merry Little Christmas" das wohl klassischste Weihnachtslied der CD. "River" von Joni Mitchell wurde einst zwar nicht für das Weihnachtsfest geschrieben, wurde aber zahllos in diesem Kontext aufgenommen - und bleibt eine brillante Komposition mit einem hinreißend traurigen Text. Paul Simons "Homeward Bound", Bob Dylans "Ring Them Bells" und "I Won't Last a Day Without You" von den Carpenters dürften schon eine ausgefallenere Wahl zum Thema sein - wissen aber durch Keatings tolle Stimme zu gefallen. Hinzu kommen Songs neueren Datums wie "It's Only Christmas" oder "Caledonia". Für Kitsch- und Schnulzenfans ist "Winter Songs" mal wieder ein echtes Happening - neue Fans gewinnt Keating damit freilich nicht hinzu.

Youtube | Ronan Keatings aktuelle Single ''Stay''

"Die Weihnachtsgeschichte" von Pater Karl Wallner

Das unfreiwillig komischste Weihnachtsalbum der Saison mutet uns Pater Karl Wallner, Dekan an der Katholischen Hochschule in Heiligenkreuz bei Wien, zu. Schon das Cover schreckte mich dermaßen ab, dass ich mich nicht mehr traute die CD in den Player zu legen. Das fiese Grinsen des Paters und das hölzerne Jesuskind verfolgen mich seitdem in meinen tiefsten Winterträumen. Die Weihnachtsgeschichte und "eigene Gedanken zum Fest" entgehen mir somit. Pater Wallner ist allerdings kein Unbekannter: 2008 fiel er mit seiner sagen wir mal unkonventionellen Art nicht nur als Sofagast bei "Wetten, dass…?" auf. Nachdem eine CD mit gregorianischen Gesängen von Mönchen des Stift Heiligenkreuz sogar die Top-10 in Großbritannien erreichte, rührte der Pater persönlich die weltliche Werbetrommel mit Sprüchen wie "Jetzt ist die echte Madonna in den Charts!" Humor hat er - und so erklärt sich dann wohl auch das Cover der CD. Anhören - zum Beispiel bei Amazon - auf eigene Gefahr!



#1 LorenProfil
  • 27.11.2009, 19:53hGreifswald
  • "Ring Them Bells" - oh yeah. Im Original!
    Auf Bob Dylan's formidabler "Oh Mercy" mit 9
    weiteren klasse Songs wie "Political World", "Most
    Of The Time", "Everything Is Broken", "What Was It
    You Wanted" und dem tollen "Shooting Star".
    Durchaus ein Winteralbum. Dank Ronan Keating
    mal wieder in meinem CD-Player. Danke Ronan.
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#2 tiberioAnonym
  • 30.11.2009, 09:32h
  • schade, ich dachte es geht mal wieder um eine queer-geschlechtsverkehr-hilfe:

    weihnacht-salben
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