Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?11447

Schwule und Lesben hoffen auf die neue Familienministerin Kristina Köhler: Beim Frankfurter CSD in diesem Jahr fuhr sie auf dem Wagen der LSU mit.

Von Micha Schulze

Ursula von der Leyen ist nicht mehr für Familienpolitik zuständig, endlich, doch wer bitte schön ist Kristina Köhler? Nach dem Rücktritt von Arbeitsminister Franz Josef Jung und dem Ressortwechsel der offensichtlich gelangweilten Zensurla hat Kanzlerin Angela Merkel überraschend eine 32-jährige Bundestagsabgeordnete als neue Familienministerin aus dem Hut gezaubert.

Die erschrockene Schlagzeile der "Welt" – "Jung, ledig, kinderlos" – lässt bereits ahnen, dass Kristina Köhler nicht unbedingt der konservativen Wunschbesetzung für dieses Ressort entspricht. Die promovierte Politikwissenschaftlerin und studierte Soziologin sitzt seit 2002 im Bundestag, wo sie sich vor allem als heftige Islam-Kritikerin einen Namen machte und mit einer abstrusen Warnung vor "deutschenfeindlicher Gewalt" von Ausländern für Schlagzeilen sorgte. In der CDU-Grundsatzkommission half sie jedoch mit, das konservative Familienbild der Partei zu modernisieren.

Berührungsängste gegenüber Schwulen und Lesben hat Köhler nicht – ihr Büroleiter ist der Berliner Landesvorsitzende der Lesben und Schwulen in der Union (LSU), Eike Letocha. Beim Frankfurter CSD in diesem Jahr fuhr die designierte Familienministerin sogar auf dem Wagen der Unions-Homos mit. "Die Mitglieder der LSU verdienen großen Respekt. Denn manchmal werden sie immer noch als Schwule und Lesben in der Union schief angesehen. Und als überzeugte Christdemokraten haben sie es auch in der homosexuellen Szene nicht immer leicht", zitiert sich Kristina Köhler auf ihrer eigenen Webseite. Sie selbst vertrete die Überzeugung, "dass den Pflichten bei eingetragenen Lebenspartnerschaften endlich auch mehr Rechte folgen müssen."

Gerade als Christdemokratin freue sie sich über schwule und lesbische Paare, die in einer Lebenspartnerschaft dauerhaft füreinander Verantwortung tragen wollen, sagte Köhler im CSD-Sommer: "Hier werden konservative Werte gelebt!" Natürlich sehe das in der Union noch nicht jeder so. "Aber immer mehr!", so die in Wiesbaden direkt gewählte Abgeordnete – äußerst erfrischende Worte aus dem Munde einer CDU-Politikerin.

"Kristina Köhler steht als moderne Politikerin auch schwul-lesbischen Themen offen gegenüber", bestätigt der offen homosexuelle Stadtbezirksvorsitzende der CDU Wiesbaden, Rolf Ohler. Bereits zum Wiesbadener CSD im Jahr 2001 habe sie die Standesamtsregelung des Partnerschaftsgesetzes unterstützt.

In einem Grußwort an die Berliner "Respect Games" schrieb die designierte Familienministerin: "Jeder Mensch in unserer Gesellschaft hat das Recht auf die freie Entfaltung der Persönlichkeit. Liebende Menschen, egal ob in einer homo- oder heterosexuellen Partnerschaft, verdienen Respekt und Anerkennung, denn Liebe bedeutet auch Verantwortung füreinander zu übernehmen und einander zu respektieren. Daher tragen liebende Menschen dazu bei, dass unsere Gesellschaft verantwortungsvoller und respektvoller wird.”

Schärfere Gesetze gegen Barebacker?

Heftige Kritik aus Teilen der Szene und von den Aids-Hilfen erntete Köhler allerdings, als sie Ende 2005 zusammen mit der LSU ein schärferes Vorgehen und Gesetze gegen die so genannte Barebacking-Szene forderte (queer.de berichtete). Als die "taz" damals kommentierte, die CDU-Politikerin wolle ungeschützten Geschlechtsverkehr unter Homosexuellen bestrafen, wehrte sie sich nicht, sondern schrieb in einem Leserbrief: "Akzeptieren Sie endlich, dass Schwulsein keine politische Einstellung ist, sondern Ausdruck einer Lebensführung. Missbrauchen Sie nicht die schwule Community für politische Propaganda."

Trotz ihrer populistischen Bareback-Kritik hat sich Köhler aber auch für Aids-Projekte eingesetzt, berichtet der Blogger Ondamaris – so indem sie etwa im Jahr 2005 ihre EC-Karte als "CityCard Wiesbaden zugunsten der Aids-Hilfe” aktivierte oder im selben Jahr die Schirmherrschaft über die Ballnacht der Wiesbadener Aids-Hilfe übernahm.

Deutschlands Regenbogenfamilien, schwul-lesbische Paare und Wohngemeinschaften können damit hoffen, von der offiziellen Familienpoliitik überhaupt erstmals wahrgenommen zu werden. Zwar sagte Köhler selbst kurz nach ihrer Nominierung im ZDF, von der Leyen sei eine "ganz tolle Familienministerin" gewesen. Und: "Ich will ihre erfolgreiche Familienpolitik fortsetzen."

Es besteht jedoch mehr als nur Hoffnung, dass dies lediglich eine Höflichkeitsfloskel war...



Kristina Schröder lobt "Vorreiterrolle" von lesbischen Fußballerinnen

Offen lebende lesbische Spitzenfußballerinnen hätten "eine wichtige Vorreiterrolle übernommen", erklärte die CDU-Familienministerin.
Homosexualität keine "Lösung der Benachteiligung der Frau"

Familienministerin Kristina Schröder (CDU) kritisiert im "Spiegel" eine "radikale Strömung" der Frauenbewegung.
#1 LorenProfil
  • 28.11.2009, 13:27hGreifswald
  • Mal sehen, was von den hehren Worten übrig
    bleibt, wenn sie in Amt und Würden ist. Laut
    wikipedia.de hat sie die typische Politkarriere
    der neuen Generation deutscher Berufspolitiker
    absolviert: Abitur, Studium, Bundestagsmandat
    (nach Mitarbeit im Abgeordnetenbüro einer hessischen Landtagsabgeordneten) und jetzt
    Bundesministerin. Den Politikern, die dieser immer
    üblicher werdenden Partei-Aufzucht entstammen,
    stehe ich zunächst mal skeptisch gegenüber
    (wobei die Karriere in Hessens Koch-CDU nicht
    unbedingt für Liberarität stehen muss). Ich hoffe,
    sie belehrt mich in ihrer Tätigkeit eines Besseren.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 JoonasAnonym
  • 28.11.2009, 13:49h
  • Spaßkanzler Guido ist auch schon beim CSD in Köln auf dem Wagen mitgefahren. Und? Hat es was gebracht? Außer, dass die das nur machen, damit zumindest ein Teil von uns auf sie reinfällt und dann nach Wahlen mit Kater aufwacht....

    Union und FDP bleiben homophob und wenn einzelne Politiker keine Gelegenheit auslassen um Stimmen zu bekommen, ändert das auch nichts an der praktischen Politik, die diese Personen und ihre Partein dann machen...
  • Antworten » | Direktlink »
#3 bastapapsta
  • 28.11.2009, 14:00h
  • Ich denke nicht, dass sie spürbares für Homo Rechte erreichen wird, da die LSU Leute der übrigen Partei in den Arsch kriechen.

    Es ist aber zum einen gut, dass die Von der Leyen der alte drachen weg ist. Sie hatte ja diese verückt, zum Glück nacher gescheiterte Stop Schild Aktion ins Leben gerufen und war Schirmherrin, eines von der christlichen Rechten organisierten homophoben Festivals,, wlches Jugendarbeit vorgaukelte, was letzten Endes Gehirnwäsche war. Sie hatte dafür 250.00 € Steuergelder wie Perlen vor die Säue geworfen,
    die auch von nichtchristlichen Steuerzahlern stammten.

    Zum Andere ist es aber eine Katasstrophe, dass sie jetzt Arbeitsministerin wurde, wo sie Null Referenzen für hat. Sie wird die Arbeiter und Arbeitslosen richtig denunzieren, dann geht es auch den bettoffenen fam8ilien schlecht. ;-(.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 stromboliProfil
  • 28.11.2009, 14:05hberlin
  • Antwort auf #1 von Loren
  • wenn ich mit timm streite such ich immer nach begriffen, hier werden sie mir endlich aufs silbertablett gelegt:

    "Gerade als Christdemokratin freue sie sich über schwule und lesbische Paare, die in einer Lebenspartnerschaft dauerhaft füreinander Verantwortung tragen wollen, sagte Köhler im CSD-Sommer: "Hier werden konservative Werte gelebt!" ...woooooohw! Besser hätt ichs nicht formulieren können wohin der weg gehen soll...
  • Antworten » | Direktlink »
#5 LorenProfil
  • 28.11.2009, 15:01hGreifswald
  • Antwort auf #4 von stromboli
  • Dazu passend kommentiert heute Thomas Kroeter
    im Kölner Stadtanzeiger zu Merkels Besetzung der
    Ministerposten über Köhler:

    Merkel "befriedigt (...) die Forderung der hessischen CDU nach politischer Repräsentanz.
    Obendrein darf sich der frustrierte konservative
    Flügel freuen: Nach Norbert Mappus in Baden-Wür-
    temberg kommt nun in Berlin eine junge Politikerin nach seinem Geschmack zu Amte."
  • Antworten » | Direktlink »
#6 Jan W.Anonym
  • 28.11.2009, 15:26h
  • Ich persönlich kann nicht nachvollziehen, wie man als junger Mensch konservative Werte gut finden kann, da ist in der politischen Bildung, wohl ordentlich was schief gelaufen.

    Für mich ist die Sache klar: Sie ist zu den konservativen um Karriere zu machen.

    Hoffentlich zeigt sich, dass sie doch nicht so konservativ ist.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 goddamn. liberalAnonym
  • 28.11.2009, 16:22h
  • Eigentlich passt bei der Dame ja eigentlich zusammen...

    Das Rechtsanwaltstöchterchen hat schon als Kind für Kohl geschwärmt, mit 14 ging sie dann in die Partei. Sie ist Mitglied der 'Selbstständigen Ev--Luth. Kirche', einer kleinen frömmelnden Rechtsabspaltung des Luthertums ,der die Landeskirchen viel zu links und liberal ist, sie beklagt 'deutschfeindliche Gewalt', möchte allen Roten mit dem Verfassungsschutz zu Leibe rücken, hat aber gleichzeitig mit dem demokratischen Gleichheitsgrundsatz so ihre Probleme...

    Was macht Frau Dr. Köhler dann auf dem CSD? Ich jedenfalls will von der nicht gemocht werden! Was kann man dagegen tun? Soll ich meine Schlipse und Anzüge rituell verbrennen?
  • Antworten » | Direktlink »
#8 AxelAnonym
#9 JoonasAnonym
  • 28.11.2009, 17:03h
  • Antwort auf #7 von goddamn. liberal
  • "Was macht Frau Dr. Köhler dann auf dem CSD?"

    Stimmenfang!

    Die hat (genau wie Guido Westerwelle) gemerkt, wie leicht man von manchen von uns die Stimme bekommt bzw. wie gut man manche von uns verarschen kann:
    man braucht sich nur auf CSDs zu zeigen oder zu sagen wie sehr man uns mag und schon bekommt man Stimmen geschenkt ohne dass man wirklich was dafür tun muss...

    Und solange diese Tricks funktionieren, werden diese Leute weiter auf dieser Welle schwimmen.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 goddamn. liberalAnonym
  • 28.11.2009, 17:10h
  • Antwort auf #9 von Joonas
  • Na ja, Stimmenfang hin, Stimmenfang her...

    Das beantwortet die Frage nicht wirklich...

    Die Zahl der Homophoben übersteigt hierzulande immer noch die Zahl der Schwulen und Lesben bei weitem...
  • Antworten » | Direktlink »