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  • 30. November 2009, noch kein Kommentar

Starke Stimmen, große Gesten, frohe Botschaft: Queen Esther Marrow und die Harlem Gospel Singers touren durch Deutschland.

Von Jan Gebauer

"Move On Up" heißt die aktuelle Tour von Queen Esther Marrow und den von ihr gegründeten Harlem Gospel Singers: Passend betitelt, denn die Gruppe rund um die stimmgewaltige Gospel-Lady ist bekannt für ihre mitreißenden Shows, die sie alljährlich gerade in der Weihnachtszeit auf europäischen Bühnen präsentiert. Rund 90 Minuten Gospel-Power, die einmal mehr beweisen, dass in afroamerikanischen Kirchen weit mehr abgeht, als nur betroffenes Bibellesen und sakrales Gesinge.

Marrow, die in den 60er Jahren von Duke Ellington entdeckt wurde und seit den frühen 90er Jahren mit den Harlem Gospel Singers auftritt, hat in Europa und gerade in Deutschland ihr dankbarstes Publikum gefunden. Zwar sang sie auch schon für Hilary und Bill Clinton, aber es wird schon seinen Grund haben, warum auch ihre letzte DVD "Let the Good Times Roll" in der Alten Oper zu Frankfurt aufgenommen wurde und nicht in der New Yorker Carnegie Hall oder in einer Location in Harlem.

Youtube | Gewaltige Stimme à la Gladys und Patti inklusive: Esther Marrrow bei einem ihrer zahlreichen Live-Auftritte mit den Harlem Gospel Singers

Kaum bekannt, da seinerzeit nicht sonderlich erfolgreich sind ihre weltlichen Aufnahmen von 1969, die unter dem Titel "Newport News, Virginia" erschienen und vor zwei Jahren auf CD wiederveröffentlicht wurden. Der Titel nimmt Bezug auf ihren Geburtsort: 1941 erblickte sie dort das Licht der Welt und das Religiöse spielte bereits bei ihrer Namensgebung eine große Rolle. Benannt wurde sie nämlich nach der persischen Königin Esther, einer bedeutenden Figur des Alten Testaments.

Mit 19 Jahren kam sie nach New York, genauer nach Harlem. Ein Vorsingen bei dem weltberühmten Jazz-Musiker Duke Ellington ermöglichte ihr 1965 eine professionelle Karriere als Sängerin aufzubauen. Unter anderem arbeitete sie in den folgenden Jahren für Bob Dylan, Ella Fitzgerald und Ray Charles. Musical, Jazz, Engagements in Funk und Fernsehen – Marrow probierte Einiges aus und erlebte doch erst Anfang der 90er Jahre mit der Gründung der Harlem Gospel Singers ihren großen Durchbruch.

Die aktuelle Show "Move On Up" nimmt neben neu arrangierten Klassikern traditioneller Gospelsongs "einen musikalischen Rückblick auf die Botschaft derer, die mehr als nur die Grenzen auf musikalischem Terrain mutig und selbstbewusst sprengten", so Marrow. Es ist ein überbordendes, besinnliches und fröhliches Showerlebnis mit mitreißenden Soul- und Gospelsongs in pulsierenden Rhythmen und einer nach wie vor stimmgewaltigen Leadsängerin, die sich nicht hinter einer Aretha Franklin oder Shirley Caesar verstecken muss.

Ab dem 25. Dezember werden Marrow und die Harlem Gospel Singers zahlreiche Konzerte in Deutschland geben.