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Nach mehreren Gewaltakten wird die Video-Stele zum Gedenken an die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus im Berliner Tiergarten demnächst angeleuchtet.

Das sagte Uwe Neumärker, der Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, die auch für das Homo-Mahnmal gegenüber zuständig ist, dem queeren Stadtmagazin "Siegessäule" aus Berlin. Bereits im Dezember könnten die nötigen Arbeiten verrichtet werden. Eine nächtliche Überwachung durch Sicherheitspersonall lehnte Neumärker allerdings ab: "Da sollte das Land weiter sein, als Denkmäler durch Kameras zu schützen."

Seit Mai 2008 war das Mahnmal insgesamt dreimal beschädigt worden. Die Aggression der Täter richtete sich dabei immer gegen die Scheibe der Stele, hinter der eine Projektion von einem Kuss zwischen zwei Männern in Endlosschleife läuft. "Dabei hätte ich eher gedacht, dass die Infotafel beschmiert wird", wundert sich Neumärker in dem Magazin. Die Infotafel liegt freilich in Straßennähe und ist weniger von öffentlichen Blicken abgeschirmt wie die Stele.

Aber immerhin: "Der Film ist ein Blickfang." Die Stiftung weist darauf hin, dass es am großen Stelenfeld zum Gedenken an ermordete Juden zwar Schmierereien gegeben habe, aber keine Aggression in dieser Qualität.

Derzeit läuft ein Wettbewerb, um den Film im nächsten Mai wie vorgesehen durch einen neuen zu ersetzen (queer.de berichtete). Zur Konzeption des Denkmals gehört, dass der Film im Zweijahres-Rhythmus
gewechselt wird. Nicht nur in der Berliner Szene wird gestritten, ob nun ein küssendes Frauenpaar gezeigt werden sollte.

Lesben wurden während der Nazi-Zeit aufgrund ihrer sexuellen Orientierung nicht gezielt verfolgt, litten aber ebenfalls unter der Zerstörung der Infrastruktur der Szene und des Verlagswesens. Zudem wollten viele aus Angst nicht als lesbisch auffallen. (nb)



37 Kommentare

#1 Kristian
  • 30.11.2009, 16:54h
  • "In der Szene wird gestritten, ob nun ein küssendes Frauenpaar gezeigt werden sollte."

    Klar, um an die massenhafte Verfolgung von Lesben im Dritten Reich zu erinnern...
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#2 alexander
  • 30.11.2009, 17:10h
  • Antwort auf #1 von Kristian
  • ich muss auch sagen, absolut fehl am platz, nur weil merkles busenfreundin vor frauenbildern die geschichte nicht mehr erkennen kann ?

    zumal es sich um ein mahnmal für verfolgte schwule männer handelt und kein sinnbild für die gleichberechtigung homosexueller paare in dieser republik !
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#3 Good ol friendAnonym
  • 30.11.2009, 17:10h
  • Antwort auf #1 von Kristian
  • Die Gesellschaft soll doch das zu sehen bekommen, was sie sehen will.

    >>> "Die Aggression der Täter richtete sich dabei immer gegen die Scheibe der Stele, hinter der eine Projektion von einem Kuss zwischen zwei Männern in Endlosschleife läuft. "Dabei hätte ich eher gedacht, dass die Infotafel beschmiert wird", wundert sich Neumärker in dem Magazin."

    Der Herr scheint wenig Ahnung von den gesellschaftlichen Realitäten, insbesondere von der Lebenswirklichkeit homosexuell empfindender junger Männer zu haben.

    Was muss eigentlich noch passieren, bis Heteronormativität und Homophobie gerade in dieser Altersgruppe aktiv angegangen werden bzw. bis man sie erst gar nicht mehr entstehen lässt?

    Heternormativität und Homophobie machen krank und sind ein Verbrechen!
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#4 TommAnonym
  • 30.11.2009, 17:52h
  • Nee näh ?! "Lesben wurden während der Nazi-Zeit aufgrund ihrer sexuellen Orientierung nicht gezielt verfolgt, litten aber ebenfalls unter der Zerstörung der Infrastruktur der Szene und des Verlagswesens".

    Na toll ...

    Mir ist aus der Geschichte keine Lesbe bekannt, die wegen ihrer Homosexualität Opfer des Nationalsozialismus geworden wäre !! Also - warum "wieder" die Diskussion um den lesbischen Kuss !?

    Mädels - die Stele ist ein "Mahnmal" für die >Opfer< des Nationalsozialismus !!

    NEIN - ich bin überhaupt nicht frauenfeindlich eingestellt, aber diese Diskussion "nervt" einfach ...
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#5 LorenProfil
  • 30.11.2009, 18:55hGreifswald
  • Antwort auf #4 von Tomm
  • "Lesben erhielten in der Regel rote oder schwarze
    Winkel, galten als 'politisch', 'kriminell' oder 'asozial'.
    In 'Homosexualität und Strafrecht' von 1937 wird
    zwar 'die Bestrafung der weiblichen gleichgeschlechtlichen Betätigung' gefordert, ein-
    schränkend bemerkt, dass sie allerdings 'kein politi-
    sches Problem' darstelle. Bereits 1935 sprach sich
    die Strafrechtskommission des Justizministeriums
    gegen eine Ausdehnung des §175 auf Frauen aus.
    Der spätere Justizminister Thierack hielt 'die Frau'
    schon 1934 für stets 'geschlechtsbereit'. In anderen Akten wird erleichtert vermerkt, dass
    Lesben 'bevölkerungspolitisch nach wie vor nutz-
    bar' blieben, da eine Frau 'dem normalen Geschlechts-
    verkehr dadurch nicht dauernd entzogen werde'. Als Gründe für die Straffreiheit nennt der
    Reichsminister der Justiz im Juni 1942 unter an-
    derem, dass Frauen aufgrund ihrer 'weniger maß-
    gebenden Stellung in staatlichen und öffentlichen
    Ämtern' nicht wie Männer zur 'Verfälschung des
    öffentlichen Lebens' beitrügen und 'nicht für
    immer als Zeugungsfaktoren verloren' gingen (...) Lesben wurden ermordet und ihre Identität
    wurde von einem Staat vernichtet, in dem weib-
    liche Sexualität mit der Gebärmaschine Mutter
    gleichgesetzt und autonome weibliche Sexualität
    geleugnet wurde." (Anke Metzing, in: "Lesben im
    Nationalsozialismuis. Lesben bei ASF. Eine Konti-
    nuität des Verdrängens, Vergessens und Verleug-
    nens?")
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#6 ChristineAnonym
  • 30.11.2009, 19:24h
  • Wisst Ihr was? Ich bin über die letzten Einträge hier geplättet. Wenn ihr wirklich meint, die Opferrolle als homosexuelle Männer alleine gepachtet zu haben, dann kommt nun bei einigen von euch anscheinend eine mehr oder weniger verdeckte Frauenphobie zum Vorschein, falls es nur ein Mahnmal für verfolgte Schwule geben darf, Frauen aber ausgeschossen bleiben sollen. Die offiziell vielleicht nicht ins KZ eingewiesenen Lesben, die sich vielleicht "nur" umgebracht haben oder die nicht gleich ganz tot geschlagen wurden, wenn man sie erwischte, die sind wohl eines Gedenkens nicht würdig oder was?
    Da ich ja als böse Hetero sowieso suspekt bin, solange ich mich hier in diesen heiligen Hallen äußere, lasst mich das hier als letztes loswerden:
    Meine Mama hat als kleines Mädchen während der frühen Vierziger Jahre in einer Arbeiterstadt im Rhein-Main-Gebiet einen kurzen Moment lang mit angesehen (meine total verängstigte Oma zog sie sofort vom Fenster zurück in die Wohnung) wie die verheiratete Frau eines örtlichen Geschäftsinhabers von der SA gezwungen wurde, unter dem Gejohle und Fußtritten von Antreibern und Umstehenden durch die Straßen zu laufen. Die Geschundene musste in eine Gießkanne blasen und man hatte ihr eine Trommel umgehängt, die sie ebenfalls schlagen musste. Ihr Vergehen: Verführung und Unzucht mit einer Minderjährigen.
    Meine Oma und meine Mutter erfuhren nicht, was mit dieser Frau geschah, als sie von der Bildfläche verschwand. Ob sie alleine wegzog, ob man ihr einen Prozess gemacht hat, sie ins Gefängnis oder KZ kam, sich vielleicht umbrachte.
    Alleine das Mitansehen, wie eine homosexuelle Frau gedemütigt und durch die Straßen gejagt wurde, hat meine Mama als kleines Mädchen so geschockt, dass ihr später auf der Stelle die Tränen loskullerten, als sie erfuhr, dass einer ihrer Enkelsöhne schwul ist. Sie hat nichts gegen Schwule und Lesben. Sie liebt alle ihre Enkel, ob hetero oder schwul, sie liebt auch den Partner meines Sohnes und hat stets ein offenes Haus für jeden. Aber sie hat immer noch die Angst des kleinen Mädchens in sich, dass Homosexuelle (egal welchen Geschlechts) wieder durch die Stadt getrieben werden könnten oder noch Schlimmeres passiert. Dagegen stehen wir hier alle auf. Das machen wir auch ohne "Community" - weil wir eben so "veranlagt" sind, auch ohne dass uns jemand sagen muss, was ideologisch korrekt oder normiert oder sonstwas ist.
    Das wars.
    Eure Christine
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#7 LorenProfil
#8 Good ol friendAnonym
  • 30.11.2009, 20:28h
  • Antwort auf #7 von Loren
  • Ändert nichts an den oben von mir dargelegten Realitäten!

    Da ist ein schlechtes Gewissen gegenüber Frauen, das schwule Männer bekanntermaßen kollektiv verinnerlicht haben (Heteronormativität!) völlig fehl am Platz.

    Aber zeigt der heterosexistischen Gesellschaft ruhig das, was sie ohnehin schon rund um die Uhr auf allen Kanälen zu sehen bekommt. Da wird es dann zumindest keine Anschläge auf das Mahnmal mehr geben!

    PS: Ich habe es nicht nötig, mir eine "Frauenphobie" unterstellen zu lassen, nur weil ich es wage, der Sichtweise und den Ansprüchen von Frauen hier und da zu widersprechen.
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#9 axelAnonym
#10 LorenProfil