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In der chinesischen Stadt Dali öffnet am heutigen Welt-Aids-Tag die erste Gay-Bar – finanziert von der Kommunalregierung.

Nach einem Bericht der "Beijing News" stellte die Gesundheitsbehörde 120.000 Yuan (knapp 12.000 Euro) für den Schwulen-Treffpunkt zur Verfügung. Laut Geschäftsführer Zhang Jianbo habe die Bar keine kommerziellen Interessen, vielmehr stehe die Aids-Prävention im Vordergrund: "Wir verkaufen nicht einmal Getränke", sagte er gegenüber der "Global Times": "Das Lokal soll als Tribüne dienen, um Schwule über Aids und Safer Sex aufzuklären."

Nach Angaben von Jiang Anmin, stellvertretender Direktor der Gesundheitsbehörde Dalis, sei die Bar nicht anders eingerichtet als andere Lokale der Stadt. Ehrenamtliche Mitarbeiter der nichtstaatlichen Schwulengruppe "Good Friend Center" würden die Gäste betreuen. Jiang schätzt, dass zwischen 1.500 bis 2000 homosexuelle Männer in der Stadt mit insgesamt knapp 600.000 Einwohnern leben. Mit seiner historischen Altstadt und der "Foreigners' Street" ist Dali ein beliebtes Touristenziel sowohl bei Chinesen als auch bei Backpackern.

Innerhalb des Landes ist das staatliche Homo-Café nicht unumstritten: "Ich bezweifle, dass die Regierung die Privatsphäre der homosexuellen Besucher schützen kann, wenn die Bar so sehr im Rampenlicht der Öffentlichkeit steht", meinte etwa Lu Jun, Direktor des Pekinger Yirenping-Centers, einer nichtstaatlichen Gesundheitsorganisation. Die "Love, Knowledge and Action Organization" befürchtet sogar, dass die Behörden von Dali in erster Linie nur auf finanzielle Mittel aus sind – unter dem Vorwand, zusammen mit privaten Gruppen gegen Aids zu kämpfen.

Ein ähnliches Projekt wie in Dali gibt es bereits seit 2006 in der Zehn-Millionen-Einwohner-Metropole Guangzhou in der Provinz Guangdong: Unterstützt von den Gesundheitsbehörden, werden im "Long Yang Club" kostenlos Kondome an schwule Männer abgegeben. Für die Besucher stehen u.a. ein Mahjong-Raum, Karaoke-Boxen und eine Teestube zur Verfügung. Ausländern ist der Zutritt nicht gestattet.

Gesundheitsminister Chen Zhu schätzt, dass in China etwa 740.000 Menschen mit dem HI-Virus leben. Ungeschützter Sex zwischen Männern sei für etwa ein Drittel der Infektionen verantwortlich. Die Provinz Yunna, zu der Dali gehört, habe die höchste Infektionsrate im Land. (cw)



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 01.12.2009, 16:27h
  • Wenn ich den Namen Dali höre, verbinde ich den mit dem berühmten spanischen Maler. Hab nicht gewußt, daß es in China eine Stadt gibt, die so heißt.

    Die erste Gaybar in China - ein Wunder! Ein Land, das die Menschenrechte mit Füßen tritt! Was da wohl LGBT-Politoberschwester Beck sagt?
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#2 XDAAnonym
#3 HandoAnonym
#4 Liedel
  • 01.12.2009, 21:44h
  • Sowas wär doch im Vatikan ne dolle Sache, oder?
    Könte sich nach chinesischem Vorbild z.B. so anhören:
    "Wir verkaufen nicht mal Messwein und sie brauchen auch keine Kirchensteuer zu zahlen.
    Das Lokal soll als Tribüne dienen, um einen nicht unerheblichen Teil unseres Personals wie auch Besucher unseres Staates über Aids und Safer Sex aufzuklären."

    Wäre heute nicht Welt-Aids-Tag und hätte die RKK nicht ihre tödliche Anti-Kondom-Haltung, könnte man sogar darüber schmunzeln...nun ja.
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#5 hwAnonym
  • 02.12.2009, 13:57h
  • klein bissl off topic

    ergänzt aber sinnvoll die bemerkungen im artikel

    aids-kampagne in chengdu.
    das ist heute offensiver und spassiger, als das umarmen von infizierten in der schule, von dem mir mein freund hoa berichtete.
    es sollte staatlicherseits gegen die stigmatisierung "impfen".

    ich habe das, glaube ich vor ein paar jahren
    hier mal mitgeteilt.

    frisch von der quelle, die bilder:

    www.aibai.cn/info/open.php?id=19969
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