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Ein Student sucht für seine Bachelor-Arbeit Teilnehmer für eine Studie. U.a. darf bewertet werden, wie (kontra-)produktiv einzelne Prominente oder Sendungen sind.

Von Norbert Blech

Der erste Männerkuss in der "Lindenstraße" ist nun schon über zwanzig Jahre her. Es folgten lesbische Aktivistinnen bei "Hans Meiser", später schwule Beziehungsgestörte in allen Talkshows. Live-Übertragungen vom CSD findet man heute ebenso im Fernsehen wie einen eigenen Homo-Kanal im digitalen Kabel. Und Schwule (und auch ein paar wenige Lesben) findet man heute in den meisten Serien und vielen Fernsehfilmen.

Doch wie kommen die schwulen und lesbischen Charaktere bei der homosexuellen Zielgruppe an? Das will ein Student mit Hilfe einer Online-Umfrage klären. Im Rahmen seiner Bachelor-Arbeit im Fachbereich Journalismus und Public Relations an der Fachhochschule Gelsenkirchen hat der 21-jährige Alexander Küper einen Online-Fragebogen entwickelt.

Die 39 Fragen rund um die Darstellung der Homosexualität im TV sollen ausschließlich von schwulen und lesbischen Fernsehzuschauern beantwortet werden. Wie wird in den verschiedenen Genres mit der Homosexualität umgegangen? Sollten auch in Kindersendungen homosexuelle Charaktere eingeführt werden? Und wie regelmäßig schauen die Befragten den Schwulensender "TIMM"?

Ist DSDS diskriminierend?

Schön ist die Frage, wie einzelne Prominente, von Dirk Bach über Guido Westerwelle bis hin zu Karl Lagerfeld die "Toleranz gegenüber Homosexuellen" fördern; durch negative Bewertungen kann man, wenn man will, seinem Frust oder gar Hass freien Lauf lassen. Und Soap-Fans dürfen sich freuen: sowohl die einzelnen Serien als auch einzelne Charaktere sind unterschiedlich bewertbar.

Manchmal weichen die Fragen jedoch zuweit vom Thema ab (was hat der Fragenbereich zu Homosexualität im Fußball hier verloren?), von Soaps abgesehen hätten man sich auch nähere Fragen etwa zur Realität von "Queer as folk" oder zur Wirkung von "Little Britain" gewünscht. Die Frage, ob ausländisches Fernsehen "weiter" ist, etwa weniger auf Klischees setzt, hätte viel über die Zufriedenheit der Zielgruppe verraten können.

Und manchmal fehlen differenzierende Antwortmöglichkeiten. Wenn auf die Frage, ob "Deutschland sucht den Superstar" diskriminiert, nicht abwägend geantwortet kann mit "Eine Menge Sprüche von Dieter Bohlen sind diskriminierend, dafür zeigt die Sendung die Vielfalt der Gesellschaft besser als andere", dann ist die Frage verschenkt. Und bei der Frage, ob man über Schwulen- und Lesbenwitze lachen kann, fehlt ein simples, aber wichtiges "das kommt darauf an".



14 Kommentare

#1 remixbeb
#2 gniwerjProfil
  • 04.12.2009, 16:01hdortmund
  • dito. und JA, ich empfand den fragebogen in soziologischer hinsicht auch eher fragwürdig.
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#3 antos
  • 04.12.2009, 20:14h
  • So, brav ausgefüllt - jetzt zwei Fragen:

    1. Warum werden wesentliche Sparten des Fernsehens, z. B. Werbung und Wissens-Sendungen [Galileo und wie sie alle heißen] nicht betrachtet? Für eine Befragung, die mit 'Homosexualität im TV' überschrieben ist, ist das ein echtes Manko.

    2. Warum kann ich nirgends meine Mailadresse angeben, um die Ergebnisse/Arbeit zu erhalten? Quid pro quo, Alexander!
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#4 stromboliProfil
#5 XDAAnonym
  • 04.12.2009, 21:04h
  • Antwort auf #3 von antos
  • Weil der Schreiber seine Ergebnisse im Rahmen einer Bachelorarbeit veröffentlicht und die Daten, Ergebnisse nicht vorher irgendwo veröffentlicht werden dürfen, sonst fällt er durch die Arbeit durch.
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#6 gatopardo
  • 04.12.2009, 22:24h
  • Antwort auf #3 von antos
  • Hat mich auch gewundert, dass nach keinerlei Wissens- oder Kultursendung gefragt wurde. Stattdessen wurden mir unbekannte Fernsehgrössen vorgelegt. Wahrscheinlich, wie schon @stromboli vermutet, weil sie sich bei den Privaten wie RTL tummeln. Muss man die kennen ?
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#7 Liedel
  • 04.12.2009, 23:06h
  • Da hat se ja ne Menge reingepackt in die Umfrage, die Bachelorette. Von allgemeinen Fragen zu Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung über schwule Fußballer bis hin zu vielen bunten Bildchen aus diversen Telenovelas. Gewürzt mit ner Menge Rechtschreibfehlern (sorry, aber die Glaubwürdigkeit wissenschaftlicher Vorhaben lässt sich nunmal an solchen "Kleinigkeiten" messen).
    Zeitgleich hatte ich heute auch die "N-TV-Expertenbefragung" im Postfach. Bloß, dass ich dort mindestens jeden zweiten Monat gefragt werde, ob ich den Finanzdienstleister MLP kenne bzw. deren Werbespots

    Viel Glück trotzdem an den Forschenden! Vielleicht klappts ja mit ner Karriere im Medienbereich. Oder wenigstens bei MLP
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#8 Salmix
  • 05.12.2009, 00:02h
  • Antwort auf #6 von gatopardo
  • So, habe auch mitgemacht. Besonders störend ist, dass Ja-/Nein-Antworten meist noch weiter qualifiziert werden, so dass häufig keine der Antwortvorgaben der eigenen Meinung entspricht.

    Vertrauen wir mal darauf, dass die Ausbildung an dieser Hochschule so gut ist, dass sie diese und andere Untersuchungs-Design-Fehler korrigiert. So eine erste eigene Untersuchung im BA-Studium dient ja auch erst einmal der Übung.

    Da kann sicher noch viel verbessert werden, aber zumindest in der Generierung von Aufmerksamkeit für seine Studie ist der Student doch scheinbar schon recht erfolgreich.

    Toi, toi, toi!
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#9 TimmAnonym
  • 05.12.2009, 01:12h
  • So habe ich ausgefüllt. Mir als Ende 30er fiel auf, dass ich die jüngeren Vertreter aus den Daily-Soaps gar nicht mehr kenne...hilfe ich werde älter !!!

    Lindenstraße (logo kenne ich...Carsten Flöters erster Kuss damals) und GZSZ (noch so gerade eben) sind mir vertraut; aber was danach kam and Soaps, kenne ich nicht mehr und habe ich nicht mehr "geguckt"...

    Insgesamt fällt mir auf, dass das Thema LGBT gut und ausreichend im Fernsehen in Unterhaltung, Soaps, Musiksendungen und Talkshows vertreten ist.

    ----

    Ansonsten aber wo sind die Fragen zu den Nachrichten/News, d.h der Darstellung/Erwähnung in Nachrichtenprogramm (dort fehlen die homopolitischen Meldungen oftmals) sowie die Fragen zu Krimis (Tatort, usw.) und insbesondere die hohe Bedeutung von TIMM mittlerweile seit letztem Jahr. TIMM hat mein Fernsehverhalten stark verändert (Noahs Arc, TIMMOUSINE, Nachrichtenblock, ...).

    ----

    Und auch ich muss kritisch fragen, wo sind die Fragen zur Werbung im Fernsehen, denn gerade dort besteht eine hohe Diskrepanz (selten das ich im Fernsehen Werbung sehe, wo homosexuelle Paare/Personen vorkommen, da ist IKEA als Grosskonzern noch fast "allein".)

    Das sollte vor allem einmal kritisch hinterfragt werden, was die Werbung im Fernsehen angeht, da besteht meines Erachtens der größte Nachholbedarf.
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#10 stromboliProfil
  • 05.12.2009, 08:41hberlin
  • Antwort auf #6 von gatopardo
  • weils so gut ins thema passt:
    www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/die-angst-vor-dem
    -absturz-waechst/


    Die aktuelle Heitmeyer-Studie zeigt: Ressentiments gegen Frauen, Muslime oder Behinderte gehen zurück. Antisemitismus und Homophobie nehmen hingegen zu.

    www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/dummer-hass-nach-ob
    en/


    Juden und Homosexuellen wird ein hoher sozialer Status angedichtet
    Der kommentar dieses herrn sagt doch mehr als der ganze fragebogen von unserem Bachelor--anwärter:
    04.12.2009 16:48 Uhr:
    Von Sören Roth:
    Sexualität ist private Angelegenheit.
    So wie Bunnies a la Playboy in der Öffentlichkeit absolut deplaziert sind, ist allerdings auch
    ein Homochique welcher in den letzten Jahren sexualkonsumfördernd den mitunter nicht reifen, sprich entwickelten Persönlichkeiten zu ersparen.
    In Zeiten von Hormonbeigaben in Lebensmitteln zwecks sexueller Körperoptimierung ist ein Hinweis auf die allgemeine "Fickeria-Gesellschaft
    natürlich sicherlich zu diskreditieren.
    Im Allgemeinen denke ich der Spruch: Dumm f*ckt gut noch durch Dumm f*ckt auch besonders viel sowie Dumm braucht Geld und EasyMoney by Open legs zu ergänzen.
    Ich meine übrigens das jeder seine persönliche Sexualität ausleben sollte. Ob Homo oder Hetero
    - völlig egal. Aber die Belästigung zur Steigerung des Sexualkonsums welche gezielt immerwieder anscheinend an den FSK Stellen vorbei im Jugendfernsehen (ab 8 Jahren)platziert werden können sind schon mafiaartig und systematisch organisiert.

    ..."mafiaartig und systematisch organisiert... soviel zur volksneurose homo - sexualität.
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