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Das Mainzer Lesbisch-Schwule Kulturzentrum mit seiner "Bar jeder Sicht" hat den Brückenpreis 2009 erhalten.

Von Jürgen Friedenberg

Anerkennung für die gay community in Mainz: Der Förderverein LesBi-Schwules Kultur- und Kommunikationszentrum Mainz e.V. (LSBK) mit seiner "Bar jeder Sicht" hat aus der Hand des rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck (SPD) als einer von fünf Preisträgern den "Brückenpreis 2009" erhalten. Der Brückenpreis wird an Vereine und Gruppen für ihr ehrenamtliches Engagement verliehen und ist mit 2.000 Euro dotiert.

In einem Offenen Brief an den Ministerpräsidenten dankt das LSBK für diese Auszeichnung, in der es eine zweifache Anerkennung sieht: zum einen eine Wertschätzung der vielen Männer und Frauen, durch deren Einsatz die seit nunmehr zehn Jahren bestehende Begegnungsstätte überhaupt entstehen konnte; zum andern die Anerkennung der Ziele dieses Engagements, nämlich die Möglichkeit für jede Frau und jeden Mann, frei von Diskriminierungen den persönlichen Lebensweg zu gehen.

Nach Ansicht des LSBK ist in Rheinland-Pfalz die rechtliche Gleichstellung von Lesben und Schwulen "recht weit gediehen." Seit einigen Jahren unterstütze das Familienministerium das landesweite Netzwerk schwul-lesbischer Initiativen "Queernet" mit Zuwendungen, und seit einem Jahr gebe es beim Familienministerium ein Referat für gleichgeschlechtliche Lebensweisen.

Doch noch immer hielten 38 Prozent der Deutschen Homosexualität für unmoralisch, die Selbstmordrate homosexueller Jugendlicher sei viermal höher als die Selbstmordrate heterosexueller Jugendlicher und etwa 30 Prozent der Homosexuellen seien am Arbeitsplatz Beleidigungen, Belästigungen und Benachteiligungen ausgesetzt. Daher müsse weiterhin der Dialog gesucht und Aufklärung betrieben werden. Auch künftig seien privates und professionelles Engagement sowie finanzielle Ressourcen nötig. Abschließend äußert die LSBK die Erwartung, hierbei auf die Landesregierung zählen zu können.

Die "Bar jeder Sicht" in der Hinteren Bleiche hat sich in Mainz und weit darüber hinaus zu einem vor allem von jüngeren und mittleren Jahrgängen gern besuchten Feierabend- und Wochenend-Lokal entwickelt. Die Gaststätte muss den Unterhalt des LSBK im Wesentlichen durch den Verkauf von Speisen und Getränken selber erwirtschaften. Ohne den unermüdlichen Einsatz vieler ehrenamtlicher Kräfte wäre das kaum möglich, das Geld ist immer knapp, das Fortbestehen der Bar zeitweise ungewiss.

Als Begegnungsstätte mit kulturellen Ambitionen leidet das LSBK sei der Gründung nicht nur unter finanziellen Engpässen, sondern auch unter programmatischen und baulichen Mängeln. Zum Beispiel sind anspruchsvollere Veranstaltungen bei gleichzeitigem Barbetrieb wegen des hohen Geräuschpegels kaum möglich und dann kein Genuss, Musikdarbietungen werden von den ruhebedüftigen Nachbarn nur ausnahmsweise gestattet. Daher beschränkt man sich in aller Regel auf wöchentliche Filmvorführungen und Gesellschaftsspielabende, die jeweils wechselnden Zuspruch finden.

Erschwert wird die Lage durch das vielschichtige kulturelle und gastronomische Angebot der Landeshauptstadt und durch eigene schwul-lesbische Aktivitäten des rührigen AStA der Johannes-Gutenberg-Universität. Außerdem lockt die benachbarte Szene seit eh und je viele Mainzer nach Wiesbaden und Frankfurt.



#1 Cristina CostaAnonym
  • 06.12.2009, 23:45h
  • Lieber Jürgen Friedenberg,

    schade dass Dein Artikel nicht richtig recherchiert ist. Soweit ich weiß warst Du auch nicht bei der Preisverleihung, vielleicht lässt sich das damit erklären.
    Schade, dass im Artikel reihenweise Fehler über die aktuelle Situation der Bar jeder Sicht enthalten sind und leider kein Hinweis darauf, dass sich Beck in seiner Rede vor der Verleihung nicht getraut hat, einmal von Diskrimnierung aufgrund sexueller Identität zu sprechen. Es war immer nur die Rede von Migranten, Behinderten und Jung&Alt. Homosexuelle kamen darin nicht vor.
    Nun zur Info über die BJS: Dort finden regelmäßig auch Partys mit lauter Musik statt. Der "rührige ASTA" (Frauen-und Schwulenreferat) unterstützt die Filmabende und die Nachbarn sind auch kein wirkliches Problem mehr.
    Außerdem frage ich mich unter welchen "programmatischen und baulichen Mängeln" die BJS aktuell leidet. Es gibt Filme, Partys, Konzerte, Karaoke und zu gesellschaftlichen Themen Gesprächsrunden mit prominenten Gästen (Reihe Quergefragt). Also, lieber Jürgen das nächste Mal keine Meinung sondern Recherche als Basis wählen. Das hat das ehrenamtliche Engagement dort verdient.
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 07.12.2009, 09:01h
  • Die Auszeichnung für das Mainer Homozentrum ist mehr als verdient! An Kurt Beck sollten sich mal andere Ministerpräsidenten ein Beispiel nehmen!
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#3 UrsulaAnonym
#4 SchwulenreferatProfil
  • 07.12.2009, 11:33hMainz
  • Der "rührige" AStA ist mit dem Schwulenreferat übrigens Mitglied im LBSK... Von Konkurrenz wie im Artikel beschrieben, kann also keine Rede sein... Bitte richtig recherchieren und Artikel überarbeiten.
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#5 ClaudiaAnonym
  • 07.12.2009, 21:03h
  • Hallo Jürgen,

    danke für deinen Artikel auf queer.de. Wir sind stolz auf den Preis und sicher, ihn verdient zu haben. Nicht nur, weil tatsächlich "unermüdlich" ehrenamtlicher Einsatz geleistet wird, sondern auch, weil wir es schaffen, kontinuierlich ein nahezu professionelles und vielfältiges Angebot vorzuhalten. Und das bezieht sich nicht nur auf den Gastrobetrieb, sondern auch auf das kulturelle und gesellschaftspolitische Programm, das mit großem Sachverstand und hochwertigem Technikaufgebot gestaltet wird und weit über "wöchentliche Filmvorführungen und Gesellschaftsspielabende" hinausgeht. Von Konkurrenzen innerhalb der Stadt merken wir nichts, im Gegenteil haben wir zahlreiche Kooperationen.

    Alle sind herzlich eingeladen, sich selbst ein Bild von der "Bar jeder Sicht" zu machen, bei einem persönlichen Besuch in der Hinteren Bleiche 29 oder vorab auf www.sichtbar-mainz.de

    Schöne Grüße sendet Claudia, Mitglied des Vorstands
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