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Colin Firth ist überzeugt, dass Hollywood voller schwuler Schauspieler ist, die ihre sexuelle Orientierung geheim halten.

Der 49-jährige Brite, der seit 1997 mit einer italienischen Filmproduzentin verheiratet ist, spielt selbst im neuen Film "A Single Man" einen Schwulen. Allerdings merkt er an: "Wenn man als heterosexueller Schauspieler in die Rolle eines schwulen Mannes schlüpft, ist das natürlich anders, als wenn ein schwuler Schauspieler im Filmgeschäft aktiv ist", erklärte er gegenüber dem US-Magazin "Parade". "Es gibt immer noch Einschränkungen für offen Schwule. Ich kenne einige Schauspieler, die sehr darauf bedacht sind, dass ihr Geheimnis nicht öffentlich wird". Überraschend viele Darsteller versteckten sich, da offen schwulen Männern nur sehr selten Hauptrollen in Hollywood angeboten werden würden, so Firth.

Bereits mehrfach hatte sich der offen schwule britische Schauspieler Rupert Everett ("Die Hochzeit meines besten Freundes") über Diskriminierung in Hollywood beklagt (queer.de berichtete). Homosexuellen würden aber meist nur Rollen in Independentfilmen erhalten. Außerdem hätten sie noch einen weiteren Nachteil: Attraktive Frauen an der Seite von Schauspielern seien förderlich für die Karriere, schwule Liebhaber hätten dagegen ein Schmuddelimage.

Colin Firth ist durch Filme wie "Bridget Jones", "Shakespeare in Love" und "Mamma Mia!" weltweit bekannt. In der College-Komödie "Die Girls von St. Trinian" spielte er auch an der Seite von Everett; Firth war der englische Bildungsminister, während Everett in seiner ersten Frauenrolle als Direktorin eines Mädcheninternats brillierte (queer.de berichtete).

Firths neuer Film "A Single Man" läuft voraussichtlich Anfang nächsten Jahres in Deutschland an. Das Drama ist das Regiedebüt des schwulen Modemachers Tom Ford. (dk)



11 Kommentare

#1 GayrantulaAnonym
  • 11.12.2009, 20:14h
  • Das ist gar nichts Neues! Und das betrifft nicht nur die Schrankschwuppen, sondern auch die -lesben!
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#2 gatopardo
  • 12.12.2009, 13:00h
  • Erinnerungen werden wach an die Zeiten, als wir James Dean und Montgomery Clift als diejenigen zu erkennen glaubten, die sie wirklich waren. Diese "Verleumdungen" landeten damals über "geheime" Kanäle gewöhnlich an unseren stets offenen schwulen Antennen, mussten es aber für uns behalten, da eine Indiskretion in der Öffentlichkeit eine Ungeheuerlichkeit bedeutet hätte. Man hat ja zu gar nicht allzu langer Zeit erst offiziell an Rock Hudsons Homosexualität geglaubt, als es die Spatzen bereits von den Dächern pfiffen, während es unserer Gemeinde schon in den 60ern bekannt war.
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#3 JoonasAnonym
  • 12.12.2009, 14:25h
  • Das glaube ich ihm sofort!

    Allerdings ist das nicht nur in Hollywood so. Das ist überall und in allen Branchen und Berufen so.

    Wie viele Studenten kenne ich nicht an unserer Uni, die heimlich schwul sind, aber vor ihren Kommilitonen immer mit Frauengeschichten prahlen.
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#4 stromboliProfil
#5 AufklärerAnonym
  • 12.12.2009, 14:37h
  • Antwort auf #3 von Joonas
  • Allerdings ist es in Hollywood mit seiner medialen Übermacht ganz besonders verheerend. Vielleicht würden sich auch deine gesellschaftsdiktierten, vermutlich gutbürgerlichen studentischen Freunde dann ermutigt fühlen, ihre Selbstverleugnung und -erniedrigung aufzugeben. Viele Menschen merken ja gar nicht, dass sie sich damit selbst genau so krank machen, wie die Herrschenden sie haben wollen.

    Denn wie krank muss eigentlich eine Welt sein, in der eine derart menschenverachtende Unterdrückung von Homosexualität stattfindet?

    Da wären wirklich dringend Praunheim'sche Aufklärungsmethoden angesagt!
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#6 JoonasAnonym
  • 12.12.2009, 16:26h
  • Antwort auf #5 von Aufklärer
  • Das stimmt natürlich.

    Menschenbilder werden natürlich von Filmen, den Medien, aber natürlich auch von Politik, Religionen, Wirtschaft, etc. gemacht.

    Und diese Menschenbilder sind dann natürlich erst der Grund dafür, dass Menschen wie meine Kommilitonen versteckt leben.

    Wäre Homosexualität genauso selbstverständlich wie die Frage, ob man eine blonde oder braunhaarige Frau liebt, dann gäbe es versteckte Schwule schlicht nicht.

    Ich selbst plädiere auch immer für Offenheit, weil ich aus eigener Erfahrung weiß, dass man erst danach merkt, wie (seelisch und körperlich) krank einen diese akzeptierte Unterdrückung macht und wie glücklich man danach plötzlich ist. Aber auch bei mir hat das viel zu lange gedauert und deswegen kann ich auch verstehen, wenn manche da etwas länger brauchen.

    Die Gesellschaft macht sie halt zu den selbstverleugnerischen Menschen, die sie sind.

    Umso wichtiger ist es, dass wir erkennen, dass wir keineswegs alles haben, nur weil wir eine Ehe 2. Klasse haben und es Filme wie Brokeback Mountain heute geben kann.

    Wir müssen nach wie vor weiter kämpfen und haben noch einen sehr langen Weg vor uns. Als erstes brauchen wir volle politische / rechtliche Gleichstelltung durch Änderung Art. 3 GG und Öffnung der Ehe (inkl. Adoptionsrecht). Erst dann kann sich auch die Gesellschaft verändern. Solange wir rechtlich Menschen 2. Klasse sind (sogar schon per Grundgesetz, wie jetzt wieder mal von Union und FDP bestätigt), wird sich auch die Gesellschaft nicht komplett wandeln.

    Wie gesagt: wir haben noch einen weiten Weg vor uns, aber es lohnt sich und wer etwas haben will, muss dafür kämpfen. Wir müssen diesen Weg gehen und ich verspreche jedem, dass ich solange ich atmen werde, für unsere volle Gleichstellung kämpfen werde! Und ich hoffe, dass möglichst viele das auch tun und sich nicht von Misserfolgen abschrecken lassen und nicht aufgeben! Wenn wir alle zusammen kämpfen, dann werden wir irgendwann wirklich gleichgestellt und frei sein!! Es liegt in unserer Macht die Welt zu verändern. Für uns selbst und alle anderen...
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#7 Jugend 09Anonym
  • 13.12.2009, 12:23h
  • Antwort auf #3 von Joonas
  • www.youtube.com/watch?v=SW7oja1FKcY

    Man beachte vor allem die "hooorny ladies" mit ihrer geilen Orangenhaut gegen Ende des Videos, die ja manisch durch alle Musik-Clips huschen. Die armen Jungs, die immer nur mit sowas zugemüllt werden, haben wahrscheinlich in ihrem ganzen Leben noch nie einen geilen, knackig-muskulösen Männerarsch zu sehen bekommen. Und wenn doch, dann müssen sie natürlich gleich ganz "angewidert" wegschauen.
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#9 LorenProfil
#10 UnitedAntifaAnonym