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Trotz anderslautender Ankündigungen will Uganda bis Februar offenbar doch die Todesstrafe für "schwere Homosexualität" einführen, erklärte der Autor des "Antihomosexualitätsgesetzes 2009".

Der Abgeordnete David Bahati erklärte gegenüber dem "Guardian", dass sich sein Land nicht dem internationalen Druck beugen werde und härter gegen Homosexuelle vorgehen werde: "Wir können Leuten nicht erlauben, mit der Zukunft unserer Kinder zu spielen, auch wenn sie mit der Einstellung der Entwicklungshilfe drohen", erklärte Bahati. "Unsere Werte sind nicht zu verkaufen. Wir verlangen Respekt!".

Erst letzte Woche hatte Ethikminister James Nsabo Buturo gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg erklärt, die Todesstrafe werde aus dem Entwurf entfernt, da religiöse Anführer diese harte Maßnahme ablehnten (queer.de berichtete). Es sei sinnvoller, Schwule und Lesben durch "psychologische Beratung" in Heterosexuelle zu verwandeln, so Buturo.

Das Gesetz soll in den nächsten 14 Tagen im Parlament beraten werden und im Februar 2010 in Kraft treten. Bereits jetzt wird Homosexualität mit bis zu 14 Jahren Haft geahndet. Fortan soll "Schwere Homosexualität" fortan zur Hinrichtung führen. Todeswürdig ist demnach, Sex mit einem gleichgeschlechtlichen Behinderten oder Jugendlichen zu haben. Auch eine HIV-Infektion des "Täters" wäre "schwere Homosexualität". "Normale Homosexualität" soll dagegen eine lebenslängliche Haftstrafe zur Folge haben.

Achter Staat mit Todesstrafe für Schwule?

Uganda wäre das einzige mehrheitlich christliche Land, das Schwule wegen ihrer sexuellen Orientierung als lebensunwürdig ansieht. In den letzten Jahren haben hier insbesondere US-Missionare evangelikale Geminschaften aufgebaut, die sich mit ihren restriktiven Moralvorstellungen in die Politik einmischen sollen. Bislang exekutieren fünf mehrheitlich muslimische Staaten (Iran, Jemen, Mauretanien, Saudi-Arabien, Sudan) und zwei mehrheitlich muslimische Teilstaaten (in Somalia und Nigeria) Homosexuelle.

Einer Umfrage vom August 2007 zufolge befürworten 95 Prozent der 31 Millionen Ugander das Verbot der gleichgeschlechtlichen Liebe. Präsident Yoweri Museveni und andere Politiker bezeichnen Homosexualität oft als "ausländische Kultur", die Afrika von den Kolonialherren aufgezwungen worden sei (queer.de berichtete). Allerdings geht das bisherige Homo-Verbot direkt auf ein britisches Kolonialgesetz zurück. (dk)



17 Kommentare

#1 WesterwelleAnonym
  • 15.12.2009, 14:28h
  • AA schreibt:

    Deutschland zählt zu den wichtigsten Außenhandelspartnern Ugandas.
    Erdölfunde entlang des Albert-Grabens lassen auf steigende Staatseinnahmen hoffen.
    In der Außenpolitik verfolgt Uganda einen pragmatischen Kurs. Für die Entwicklung des Landes setzt Präsident Museveni auf die Unterstützung der westlichen Industriestaaten und der internationalen Geberinstitutionen (Weltbank, Internationaler Währungsfonds, United Nations Development Programme, Europäische Union, African Development Bank).
    Die Staatsführung Ugandas lehnt sich eng an die USA an. Großbritannien spielt aufgrund traditioneller Bindungen eine wichtige Rolle.
    In Menschenrechtsfragen ist die Regierung Museveni bemüht, sich von den vorhergehenden Regimes abzuheben. Die Menschenrechtslage ist besser als in den meisten anderen afrikanischen Staaten, obgleich es zu Menschenrechtsverletzungen insbesondere durch Sicherheitskräfte kommt. Sie werden aber zu einem großen Teil verfolgt. Die in der Verfassung verankerte Uganda Human Rights Commission spielt eine aktive und positive Rolle. Die Todesstrafe wird in Uganda bei Zivilisten nicht mehr, wohl aber bei Militärangehörigen vollstreckt.

    www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/01-Lae
    nder/Uganda.html
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#2 goddamn. liberalAnonym
  • 15.12.2009, 14:37h
  • Tja, Herr Ludigs, alles ganz demokratisch zustande gekommen, inspiriert aus dem Heiligen Mutterland der Freiheit (Rick Warren, der bei der Vereidigung Obamas sprach, hat auch seine Finger mit im Spiel und hat jetzt erst - zu spät- sich von den Früchten seiner 'Mission' distanziert). Wer das kritisiert oder Druck ausüben will, hat ein gestörtes Verhältnis zur Freiheit, oder?

    Wissenschaftliche Beratung und Entwicklungshilfe bei der Umpolung weniger schwerer Fälle? Frau Dr. Vonholdt übernehmen Sie! Das ist schließlich Christenpflicht! Schließlich ist gleichgeschlechtliche Liebe schlimmer als die Krampfadern, über die Sie promoviert haben!

    Beim nächsten evangelikalen Psychologenkongress in Marburg kann ja in aller Wissenschaftsfreiheit über die Koordination der Maßnahmen in Uganda diskutiert werden. Vielleicht hält Prof. Spaemann den Festvortrag über 'Homosexualität als anthropolog. Manko' und lädt dazu alle seine homosexuellen Freunde ein. Und für die Jakobiner haben wir immer noch den Polizeiknüppel!
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#3 LorenProfil
  • 15.12.2009, 15:04hGreifswald
  • Diese staatliche Verfolgung Homosexueller sollte
    ein anerkannter Asylgrund sein. Was sagt das deutsche Außenministerium zu diesen unerträglichen Gesetzesvorhaben? Welche Stellung-
    nahme wird der Bundesminister für wirtschaftliche
    Zusammenarbeit und Entwicklung (D. Niebel) abgeben?
    Ansonsten schließe ich mich dem wunderbar formulierten Kommentar von goddamn.liberal an.
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#4 HandoAnonym
  • 15.12.2009, 15:27h
  • In Uganda sind die Anglikaner die größte protestantische Kirche. Alles deutet darauf hin, dass durch die Diskussion in der anglikanischen Weltgemeinschaft, vor allem durch die Äußerungen von Erzbischof Akinola aus Nigeria, dem weltweit größten Schwulenhasser nach Joseph Ratzinger, diese Entscheidung in Uganda gereift ist. Die Anglikanische Kirche spaltet sich zur Zeit über das Thema Homosexualität. Afrika stellt in dieser Beziehung die konservativen Harcore-Anglikaner, genauer: die evangelikale Flanke der Anglikaner. Es wird sich hierbei um einen Testfall der evangelikalen Anglikaner handeln, um zu sehen, was zur Zeit erreichbar ist.
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#5 schwulenaktivist
  • 15.12.2009, 15:46h
  • Von den Gott-gläubigen Menschen hat es immer welche gegeben, die ganz gerne selber Gott-spielen wollten... Jedenfalls haben sehr viele sich am Gott-schreiben beteiligt!
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#6 SebiAnonym
#7 Good ol friendAnonym
#8 seb1983
  • 15.12.2009, 16:46h
  • Das nenne ich dann mal einen "roll back" zum anfassen, Österreich führt Eingetragene Partnerschaften ein, Uganda die Todesstrafe...
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#9 goldenwolfAnonym
  • 15.12.2009, 17:05h
  • Sie verlangen "Respekt" für Ihr Land und Ihre Werte? Wie abgrundtief unmoralisch ist denn eine solche Aussage - sie fordern Respekt dafür, dass Sie Schwule umbringen???
    Inzwischen kotzen mich die Argumentationen solcherart homophober Heteros nur noch an, nichst als Verdrehungen, Projektionen und ein "Treten nach unten" ........ "sie spielen mit der Zukunft unserer Kinder"?????? .... weil ich ja jeden Morgen zum Frühstück gleich zwei davon verputze - oder was.

    Wenn unser schwuler Außenminister hier nicht sehr, sehr deutliche Worte findet und Taten folgen lässt, diskreditiert er sich selbst - es gibt hier kein Verhandlungsspielraum.
    Es sollten nur noch die Länder überhaupt Geld bekommen, die ein Mindestmaß an moralischen Standards einhalten!
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#10 I.Ramos GarciaAnonym
  • 15.12.2009, 17:19h
  • die Verbotung Homosexualitaet begann mit der Propagation des Christentums & Islams. Frueher ware es total normal & legal.
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