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  • Micha Schulze, Jahrgang 1967, ist Geschäftsführer von queer.de und seit 25 Jahren in schwul-lesbischen Medien zu Hause. Normalerweise schreibt er vor allem Konzepte, Angebote, Rechnungen und Mahnungen, in dieser Kolumne aber immer wieder auch Emails an Leute und Organisationen, über die er einfach nur den Kopf schütteln kann.

    17. Dezember 2009, 19 Kommentare

Liebe Leute von der EFAG Trade Mark Company GmbH & Co. KG!

Ihr vertreibt nicht nur einen Partylikör mit dem gaaanz gaaanz lustigen Namen "Ficken", sondern habt zur kalten Jahreszeit auch noch den "Glühfick" zum Aufwärmen erfunden: "leckerer Glühwein mit einem Schuss Ficken". So weit, so belanglos.

Seit einigen Tagen bekommt Ihr jedoch gaanz gaaanz böse Emails von Schwulen, denen euer Glühfick-Poster mit dem Slogan "Warme Brüder" einfach nicht gefallen möchte. Und ihr wundert euch mächtig darüber, weil ihr doch gaaar gaaar niemanden diskriminieren wollt. Schließlich habt ihr den Ursprungs-Spruch "Wir sind zwar warm und brüderlich, doch warme Brüder sind wir nicht" andersrum verwurschtelt. Jenen Hetz-Reim hatte, wie immer noch online nachzulesen ist, ein besonders origineller Ficken-Freund beim Slogan-Wettbewerb auf eurer Homepage eingereicht.

Nun, hättet ihr auf dem Glühfick-Plakat zwei heiße Jungs mit Waschbrettbrauch gezeigt anstelle der beiden Moppel-Luden im weißen Pyjama, hätte euch wahrscheinlich keine einzige Schwuppe bei queer.de angeschwärzt. Doch nun kommen wir nicht drum herum, auch noch unsere Soße zum Glühfick dazu zu spritzen.

Ich denke: Mit "Warmen Brüdern" zu werben, ist keine explizit homophobe Attacke, freilich auch kein cleveres Gay-Marketing, sondern in eurem Fall nur die passend-dumpfe Ansprache einer oberverklemmten Zielgruppe. Glückwunsch! Wer im Club oder an der Bar ein Getränk nur deshalb ordert, weil es einen ach so anstößigen Namen hat, wird auch über euer dämliches Plakatmotiv kichern können – vor allem nach einigen Gläschen Ficken. Euer Partyschnaps ist das Muss-Getränk für Heten, die ein Promille Alkohol im Blut brauchen, um das Wort "Möse" überhaupt in den Mund zu nehmen.

Natürlich gibt es auch verklemmte Schwule, doch lasst die bitte bei euren künftigen Kampagnen außer vor. Für den nächsten Sommer erfindet nach "Fickerinha" und "Ficken Royal" meinetwegen noch "Fick Tonic" oder "Long Fick Icetea", aber bloß keinen rosafarbenen "Gay Fick"-Cocktail mit Pampelmusensaft! Sonst werden wir es den beiden Moppel-Luden ordentlich besorgen…

Herzlichst,
Micha Schulze



#1 UdoAnonym
#2 GerdaAnonym
  • 17.12.2009, 11:28h
  • Oh je, Moppel-Luden !
    Und ich dachte, da ist schon wieder der Walz.
    Der hatte doch vor Jahrzehnten mal ne Audienz bei Jesus. Dann ist Bild doch nicht aus seiner Biographie: "Locken mit Jesus"
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#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 17.12.2009, 12:10h
  • Die Werbung für dieses Gebräu geht völlig an der Realität vorbei! Warme Brüder und Hetensex, der gezeigt oder angedeutet wird, sind zwei Dinge, die nicht zusammenpassen! Vielleicht hätten die Jungs und Mädels der Firma aus Schemmerhofen (nicht Schlemmerhofen) zwei Weihnachtsmänner in der eindeutigen Gaysexpose (allerdings mit Outfit und nicht nackt) zeigen sollen, das wäre angebrachter!
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#4 konsolAnonym
#5 Good ol friendAnonym
  • 17.12.2009, 12:40h
  • So "witzig" das Ganze klingen mag,

    aber genau in dieser Ecke will sie uns haben, die zwangskonstruierte "Mehrheit"!

    So funktionieren Stigmatisierung und Unterdrückung von Homosexualität in einer reaktionären Gesellschaft mit pseudoliberalem Anstrich!
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#6 Blondes GiftAnonym
  • 17.12.2009, 13:51h
  • Antwort auf #5 von Good ol friend
  • Good ol friend hat recht - solange die Gesellschaft nicht in der Lage ist zu erkennen, dass männliche Homosexualität sich eben nicht im Tragen von Drag-Queen-Kostümen und Herumtucken erschöpft (ohne beides in irgendeiner Form zu diskreditieren!), solange wird es keine Gleichberechtigung geben.

    Es gibt wenige Dinge, die so schwer ausrottbar sind wie Vorurteile. Die Werbung der Schnapsfirma ist sicher nicht homophob, aber natürlich sehr eindimensional. Und da viele Menschen genauso eindimensional über Schwule denken, wie die Werbung suggeriert, wird sich zumindest das homophobe Vorurteil in den Köpfen der Konsumenten weiter festsetzen.

    Genau das ist das Problem. Ich als Schwuler (und auch meine homofreundlichen Freunde und Bekannten) dürfen gewiss Tuntenwitze und ähnliches machen. Nur: Wenn die gleichen Witze von Homophoben getätigt werden, sieht die Sache wieder ganz anders aus.

    Es ist der gleiche Sachverhalt wie mit frauengerechter Sprache (sorry, liebe Lesben!). Ich finde Wörter mit dem Binnen-I fürchterlich ("Bürgerinnen und Bürger", "Fernsehzuschauerinnen und Fernsehzuschauer" etc.) und bin der Meinung, dass Sprache an sich nicht diskriminierend ist. Diskriminieren tut der Benutzer der Sprache, niemand sonst.
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#7 PrignitzerEhemaliges Profil
  • 17.12.2009, 18:37h
  • Na endlich wieder eine Kolumne, und gleich auch eine gelungene, denn anders als so selbstbewusst-gelassen sollte man auf den Schwachsinn der EFAG-Leute auch nicht eingehen: Gewitzt und mit Witz der Dummheit eins versetzt. - Bravo, Micha!
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#8 carolo
  • 17.12.2009, 22:20h
  • Vielleicht sollte man den Konsumenten dieses Gebräus ja mal verraten, daß es noch viel toller wirkt, wenn man einen halben Liter davon auf 38 Grad erwärmt und ihn sich dann - für den ultimativen Glühfick - schön langsam rektal einflößt.

    Sehr zum Wohl. :-)

    Carolo
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#9 Der UnbekannteAnonym
  • 18.12.2009, 11:52h
  • jetzt gebe ich mal meinen senf dazu ....
    wir sind selber gayparty veranstalter und haben das getränk auch im sortiment der partys , ich finde es gleich absolut lächerlich wie sich hier der redakteur und die comunity über solche dinge aufregen muss. ich denke es gibt genug worüber man schreiben könnte ,, aber so einen werbeslogan so zu beschlechtigen ist lächerlich von euch allen !! Wir werden auf unseren party s das getränk weiter vertreiben , viele aber auch sehr viele unserer gäste finden euren beitrag nahezu peinlich !! übrigens könnte es sein das euch die industrie die diese sachen vermarktet auch nochmal anschreiben wird und prüft ob nicht schadensersatzklage erhoben werden könnte !! in dem sinne an die redaktion die ja nix besseres zutun hat :-))lol...lächerlich
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#10 Der GroßhändlerAnonym