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Die britische BBC hat auf ihrer Website für Empörung gesorgt, als sie in einem Forum fragte, ob Schwule exekutiert werden sollten.

Die Kommentarfunktion ("Have Your Say") auf der Nachrichtenseite bezog sich auf einen Artikel über das Ansinnen Ugandas, Homosexualität künftig mit der Todesstrafe zu ahnden (queer.de berichtete). Innerhalb kurzer Zeit hatten User 600 Kommentare geschrieben, von denen lediglich 200 von der BBC veröffentlicht worden sind.

Doch selbst in vielen der freigeschalteten Texte wird die Tötung von Homosexuellen befürwortet. So schreibt Chris aus Guildford im Südosten Englands: "Ich stimme dem voll zu. Das sollten wir in Großbritannien auch einführen, um Familienwerte zurückzubringen." Ein anderer Leser schrieb: "Glückwunsch an Uganda für diese kluge Entscheidung. So entfernt man eine Plage von der Gesellschaft. Wir hoffen, dass andere afrikanische Nationen diesem mutigen Schritt folgen werden."

Homo-Ativisten und Politiker aller großen Parteien verurteilten die BBC scharf. So erklärte der Abgeordnete Eric Joyce von der regierenden Labour-Partei: "Wir sollten mit Abscheu auf das schauen, was in Uganda vor sich geht. Wir sollten es verurteilen, die BBC sollte es verurteilen, genau wie wir sexuelle Gewalt im Kongo oder den Genozid in Ruanda oder Darfur verurteilen."

Die BBC verteidigte die Frage, die nach "langer interner Debatte" online gestellt worden sei. "Das ist eine schwierige Frage, aber sie illustriert ein echtes Thema", erklärte David Stead, Chef von BBC World Service Africa. Immerhin sei die Bestrafung von Homosexuellen in Afrika weit verbreitet und werde von demokratisch gewählten Abgeordneten vorangetrieben. Dennoch änderte die BBC die Fragestellung zu "Sollte Uganda über die Hinrichtung von Homosexuellen diskutieren?" – und schloss gleichzeitig dieses Forum.

BBC entschuldigt sich

Nachtrag (16:40 Uhr): Die BBC hat sich am Donnerstagnachmittag für die Frage auf ihrer Website entschuldigt. Peter Horrocks, Chef von BBC World Service, erklärte in seinem Blog: "Die erste Überschrift war zu krass, wie wir im Nachhinein festgestellt haben. Wir entschuldigen uns bei allen, die sich beleidigt gefühlt haben". Es sei allerdings wichtig, dass der Streit um die Überschrift "nicht ablenkt von einer wichtigen Debatte für Afrikaner und die internationale Gemeinschaft". (dk)



61 Kommentare

#1 Blondes GiftAnonym
  • 17.12.2009, 14:07h
  • Das Stellen der Frage, ob Homosexuelle hingerichtet werden sollten, halte ich für durchaus legitim.

    Auch wenn es gewiss ein paar Trolle im Netz gibt, die sich mit einer "Ja"-Antwort profilieren wollen (und in Wirklichkeit anders denken), spiegelt das Ergebnis dieser Umfrage eine wichtige Dimension im Kampf gegen Homophobie wider. Erkennen wir Schwule und Lesben doch nur so, wie groß die Zahl der Homo-Hasser wirklich ist.

    Und im Gegensatz zu einer Telefon- oder Fragebogen-Umfrage besteht auch nicht die Gefahr, dass wirklich Homophobe im Sinne der "social desirability", also der sozialen Erwünschtheit antworten, sondern eher ihr wahres Gesicht zeigen, da die Abstimmung ja anonym durchgeführt wird.

    Ich stehe immer auf dem Standpunkt, dass man wissen sollte, wo der "Feind" steht - und wie viele es von ihm gibt. Nur so kann man weiterhin sinnvoll Aufklärung und Prävention im Bereich Homophobie betreiben.

    Machen wir uns nichts vor: Wir werden noch in Jahrzehnten gegen Homophobie ankämpfen müssen - auch wenn es natürlich zunehmend leichter werden wird. In Zeiten eines konservativen Rollbacks, in denen wir uns momentan befinden, sollten wir aber erhöhte Wachsamkeit zeigen!
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#2 schwulenaktivist
  • 17.12.2009, 14:14h
  • Das Hinrichten von "Negern", Arabern und Juden ist wohl auch ein echtes Thema????
    Und vor allem ist die Tötung von Schwulen wohl wirklich ein Familienwert???
    Der Umgang mit solchen Fragen ist wohl provokant aber zu tiefst menschenfeindlich! Wer jetzt noch das Lied der Toleranz für die Ewigkeit singt, gefährdet sich und die Anderen!!! Wer kann da noch "heterofriendly" durch die Welt stolpern?
    Lernen wir endlich aus der Geschichte der Juden! Nichts ist ewig, nur die Dummheit und die Rachsucht, die schon in der Bibel ihr Unwesen trieben!
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#3 armbrustAnonym
  • 17.12.2009, 14:33h
  • Antwort auf #2 von schwulenaktivist
  • wieviele sendungen und artikel von broder und kelek hast du in der schweiz vor der minarett-abtstimmung gesehen oder gelesen ?

    ich habe hier einige des schweizer fernsehens mitbekommen. und einige artikel der beiden in svp-nahen zeitungen gelesen.

    ersticht man bei euch auch schon muslime in gerichten ?
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#4 fratzehammerAnonym
  • 17.12.2009, 14:41h
  • "Wir sollten mit Abscheu auf das schauen, was in Uganda vor sich geht. Wir sollten es verurteilen, die BBC sollte es verurteilen, genau wie wir sexuelle Gewalt im Kongo oder den Genozid in Ruanda oder Darfur verurteilen."

    auch das ist schröder/blair:

    sollten, sollten, sollten, sollten, sollten, sollten.....
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#5 hwAnonym
#6 hwAnonym
  • 17.12.2009, 15:15h
  • Antwort auf #5 von hw
  • Es freut mich, trotz aller Traurigkeit, dass da in Mittelamerika, der demokratische Widerstand
    gegen das im El-Mundo-Artikel beschriebene
    neoliberale Gesocks, die Ermordung eines schwulen Mitkämpfers auf ihrer offiiellen Web-Site,
    nicht als "in Klammer schwul" wahrnimmt und seiner gedenkt.

    Der Machismo der hispanischen Linken schwindet.
    Auch so etwas schön.
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#7 UnitedAntifaAnonym
  • 17.12.2009, 15:34h
  • Antwort auf #3 von armbrust
  • Ja, in Deutschland werden leider auch in Gerichten Muslime erstochen - weil sie Muslime sind. Glücklicherweise werden die Täter zur Rechenschaft gezogen. In andereren Staaten werden Verbrecher nicht immer zur Rechenschaft gezogen - leider.

    Nur, was hat der Artikel mit Personen wie Broder u.d.g. gemein?
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#8 carolo
  • 17.12.2009, 15:36h
  • Dagegen, wie es mit der guten alten BBC seit Jahren abwärts geht, ist jeder Expressfahrstuhl eine lahme Schnecke.

    Wirklich schade.

    Carolo
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#9 UnitedAntifaAnonym
  • 17.12.2009, 15:38h
  • Egal wer, egal wo: Hinrichtungen sind Falsch. Egal welches "Verbrechen" oder Verbrechen, egal welches "Vergehen" oder Vergehen, einen Menschen als Strafe zu töten ist falsch.

    Erstens ist damit den Opfern nicht gedient - obwohl es im Zusammenhang mit Homosexualität keine Opfer gibt - und zweitens ist Mord Mord, ganz egal, ob er aus Rache eines Rechtssystems begangen wird(eine Hinrichtung ist auch Mord, zumindest ist dies mein Rechtsempfinden) oder ob er aus anderen niederen Beweggründen begangen wird.
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#10 klausfAnonym
  • 17.12.2009, 15:52h
  • und was genau war jetzt besser daran, die selbe frage auf uganda zu beschränken? kann es irgendeinen grund geben, eine scheinbar offene debatte über die todesstrafe zu rechtfertigen, wenn es nicht mehr um alle homosexuellen, sondern "nur" noch um die in uganda geht?

    die "verbesserung" der titel-frage zeigt nur, dass die verantwortlichen der bbc wirklich keine sekunde lang begriffen haben, worin das problem besteht.
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