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Dieser Herr hat einen guten Zahnarzt

Ein junger Mann im Rollstuhl schlüpft in eine künstliche Existenz. Ein visuell opulentes Science-Fiction-Spektakel mit androgynen Wesen startet im Kino.

Von Carsten Weidemann

Der Mann, der die Titanic vor 12 Jahren so effektvoll untergehen ließ, ist auf dem Teppich geblieben: "Avatar ist als Film die größte Herausforderung, der ich mich je gestellt habe", gibt Autor-Regisseur James Cameron offen zu. Nicht so sehr wegen der Story, eher wegen der technischen Umsetzung. Wie alle Kritiker bislang bemerkten, ist ein überaus effektvolles Science Fiction-Spektakel entstanden, das besonders in der 3D-Version Maßstäbe setzt.

Die Story: Wir sehen diese außerirdische Welt durch die Augen von Jake Sully, einem ehemaligen Marine, der an den Rollstuhl gefesselt ist. Sein Körper mag gebrochen sein, doch im Herzen ist Jake noch immer ein Marine. So wird Jake rekrutiert, zu einem Lichtjahre entfernten Außenposten menschlicher Zivilisation zu reisen - nach Pandora, einem Mond, auf dem Großkonzerne ein seltenes Mineral fördern, das die Energiekrise auf der Erde lösen könnte. Weil die Atmosphäre Pandoras giftig ist, hat man dort das Avatar-Programm ins Leben gerufen. Dies ermöglicht, das Bewusstsein menschlicher "Steuermänner" an einen Avatar zu binden, einen ferngesteuerten biologischen Körper, der bei den tödlichen atmosphärischen Gegebenheiten überleben kann. Diese Avatare sind gentechnisch entwickelte Hybride, die menschliche DNS und die DNS der Ureinwohner von Pandora, der Na’vi, in sich tragen.

In der Hülle seines Avatars wiedergeboren, kann Jake wieder laufen. Sein Auftrag erfordert es, die Na’vi zu infiltrieren, denn sie sind ein Haupthindernis bei der Förderung des wertvollen Erzes. Als aber eine Na’vi Frau mit dem Namen Neytiri Jakes Leben rettet, verändert das alles. Jake wird von ihrem Stamm aufgenommen, lernt nach vielen Prüfungen und Abenteuern, einer von ihnen zu werden. Während sich die Beziehung zwischen Jake und seiner anfangs unwilligen Lehrerin Neytiri vertieft, lernt Jake, die Lebensweise der Na’vi zu respektieren und nimmt schließlich einen Platz in ihrer Mitte ein. Bald wird er mit der letzten ultimativen Prüfung konfrontiert werden, wenn er die Na’vi in eine epische Schlacht führt, die das Schicksal einer ganzen Welt entscheiden wird.

Neben dem australischen Schauspieler Sam Worthington als sexy Jake ist auch die in der lesbischen Community hochverehrte Sigourney Weaver mit dabei. Glücklicherweise braucht sie diesmal nicht vor Aliens wegzulaufen. Wohlbekannt ist dem schwulen Zuschauer auch das Motiv der Handlung, in eine andere Rolle, eine andere Existenz schlüpfen zu wollen. Die Grunderfahrung macht jeder, wenn er im Coming Out-Prozess zunächst seine eigene Homosexualität ablehnt. Oder auch später, wenn man sich traut, selbstbewusst Geschlechterrollen in Frage zu stellen oder – zu Beispiel im Fummel – damit zu spielen.