Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?11558

Der walisische Nationalspieler Gareth Thomas hat in einem Zeitungsinterview erstmals über seine Homosexualität gesprochen – und ist damit der einzige noch aktive offen schwule Sportler im professionellen Rugby.

"Ich war wie eine tickende Zeitbombe. Ich dachte, ich kann es unterdrücken und verdrängen, aber das hat nicht funktioniert", erklärte der 35-Jährige gegenüber dem Boulevardblatt "Daily Mail". "Ich bin, wer ich bin. Ich kann das nicht länger ignorieren."

Thomas war von 2002 bis 2006 mit seiner Jugendfreundin Jemma verheiratet. Die Ehe sei geschieden worden, nachdem er seiner Frau von seiner Homosexualität erzählt hatte, erklärte Thomas. Während der Ehe hat Jemma drei Fehlgeburten erlitten.

Die Hochzeit sei ein Versuch gewesen, seine Homosexualität zu verstecken, so Thomas. Nachdem die Ehe gescheitert war, vertraute er sich seinem Trainer und zwei Mitspielern an. Ihre Reaktionen hätten ihm Mut gegeben: "Sie haben nur erklärt: 'Das stört uns nicht. Warum hast du uns nichts früher gesagt?".

Mit seinem Schritt will Thomas auch anderen Schwulen Mut machen: "Ich bin hier nicht auf einem Kreuzzug, ich bin einfach stolz auf mich. Ich denke, ich habe im Rugby-Sport alles erreicht, was möglich war. Und ich habe das als Schwuler erreicht. Ich möchte anderen homosexuellen Menschen zeigen, dass sie es auch schaffen können."

Thomas gehört zu den besten Rugby-Spielern der Welt. Er war Kapitän der walisischen Nationalmannschaft und steht in der ewigen Welt-Rangliste der Spieler, die die meisten Punkte bei Länderspielen erreicht haben, auf dem neunten Platz. Er ist der erste aktive Rugby-Spieler, der offen über seine Homosexualität spricht.

Bislang sind Coming-outs unter Profis von Mannschaftssportarten sehr selten, da die Spieler negative Auswirkungen auf ihre Karriere befürchten. So outete sich als einziger aktive Fußballer in Europa der Brite Justin Fashanu im Jahre 1990. Einst als Hoffnungsträger gefeiert, beendete das Coming-out praktisch seine Karriere. 1998 verübte er unter mysteriösen Umständen Selbstmord. (dk)



46 Kommentare

#1 AndiAnonym
#2 Good ol friendAnonym
  • 21.12.2009, 12:46h
  • "Ich bin, wer ich bin. Ich kann das nicht länger ignorieren."

    Und das im Alter von 35 Jahren! Was für eine perverse Gesellschaft, die Menschen so etwas antut!

    Oder sind es zu einem beträchtlichen Teil wir selbst, die uns - und damit vielen anderen (jüngeren) - das antun?

    Dass wir uns nicht falsch verstehen: Keine Kritik an Gareth Thomas - sein Schritt als Einzelner ist mutig und wichtig - sondern an den gesellschaftlichen Umständen, die ihn erst jetzt - als einzigen (!) in seinem Profi-Sport - diesen Schritt haben wagen lassen.

    Wer da von "viel erreicht" und "nah an der Gleichberechtigung" faselt, hat etwas grundlegend falsch verstanden! Solche erschreckenden Realitäten belegen, dass wir immer noch Lichtjahre entfernt sind von einer auch nur ansatzweisen Gleichberechtigung.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 LorenProfil
  • 21.12.2009, 12:52hGreifswald
  • Da fällt mir nur ein Wort ein: Respekt!
    Ansonsten schließe ich mich #2 an.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 TimmAnonym
  • 21.12.2009, 13:11h
  • Also okay er arbeitet in einer echt heftigen Berufsbranche....und mir ist sowieso nicht klar, warum man freiwillig Rugby spielt...aber sei es drum.

    Er ist ein attraktiver Mann, und ich wünsche ihm viel Glück im weiteren Leben.

    Was ich nie ganz verstehen werde, warum Menschen so lange in Westeuropa (!) teilweise brauchen, um ihr Coming Out zu haben (in Afrika kann ich das noch nachvollziehen). Mein Coming-Out war bereits mit Anfang 20, als ich Student an der Uni war.

    Irgendwann in den 20ern ist das doch heutzutage zu schaffen und mich wundert es, dass er noch mit 28 Jahren erst eine Frau geheiratet hat und sich dann mit 32 Jahren scheiden läßt. Wenn man mit 18 oder 19 oder 20 noch eine Frau heiratet, kann ich das noch nachvollziehen und sich dann wieder mit 22, 23, 24 oder 25 Jahren wieder scheiden läßt, aber so spät im Leben mit 32 Jahren noch eine Frau als homosexueller Mann zu heiraten ?!?! Und das in Großbritannien, wo es die Civil Union gibt und nicht in Iran, wo die Todesstrafe droht...

    Schon ein wenig sehr strange, wie der Lebensweg von Gareth Thomas bisher verlaufen ist...nichtsdestotrotz wünsche ich ihm natürlich viel Glück im weiteren Leben und möge er den Mann seiner Träume finden.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 Good ol friendAnonym
  • 21.12.2009, 13:36h
  • Jaja,

    1. "Timm" ist seit einiger Zeit sowas von OUT...

    und

    2. In deinem hochgelobten "Civil Union" - GB gibt es auch das hier:
    news.bbc.co.uk/2/hi/uk_news/education/6239098.stm

    Wenigstens werden dort inzwischen konkrete Maßnahmen diskutiert, was man hierzulande - trotz noch so toller "Lebenspartnerschaft" für bürgerliche Schwule, die im Timm-Nachrichtenstil jeder emanzipatorischen Bewegung den Mund verbieten wollen - ja nicht behaupten kann.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 I.Ramos GarciaAnonym
#7 ErikAnonym
  • 21.12.2009, 13:57h
  • Antwort auf #4 von Timm
  • Warum er so lange gewartet hat, steht doch im oben verlinkten Interview bei Daily Mail: Er hat seinen homosexuellen Teil einfach nicht für sich selbst akzeptieren können. Und wenn man soweit nicht ist, denkst man doch erst gar nicht an ein Coming Out.

    Aber was für mich vielleicht der beste Teil im Interview ist: "I just happen to be gay. It's irrelevant. What I choose to do when I close the door at home has nothing to do with what I have achieved in rugby."
    Im Moment sind Outings im Sport noch wichtig, um zu zeigen, dass es da auch Homosexuelle gibt. Aber im Endeffekt sollte es irgendwann so sein, dass es vollkommen egal ist. Es sollte nur die sportliche Leistung zählen.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 FoXXXynessEhemaliges Profil
#9 stromboliProfil
  • 21.12.2009, 14:36hberlin
  • Antwort auf #4 von Timm
  • das hatten wir doch schon einmal:
    mit 20 oder irgend wann in den 20zigern.. (was immer das dann heisst??) , ist dein coming out bereits relativ spät!
    Stattfinden tut es normalerweise um die 15/16- 18.
    bereits mit beginn der pupertät, die bekanntlich auch immer früher stattfindet, entwickelt sich das, bereits vorhandene (!) empfinden zur "greifbaren" tatsache...; wenn denn weitere 2-5 jahre vergeudet werden um diese gefühle für sich selbst zu akzeptieren und sie in das eigene leben/dasein einzubringen, ist bereits da von einer gesellscahftlich verursachten verzögerung der eigenen identitätsfindung zu sprechen!

    Timm, du bist immer noch ein spätzünder was die einschätzung gesellschaftlicher verhältnisse angeht; dir fehlt einfach ein politische coming out...
    Aber, was soll man erwarten: "und möge er den Mann seiner Träume finden. "
    du bist einfach bei den märchen der gebrüder grimm stehn geblieben!
  • Antworten » | Direktlink »
#10 Risk controllerAnonym