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Dieser Film wird den Kinosaal in Bewegung bringen: Die zeitgemäße Neuauflage des Oscar-prämierten Klassikers "Fame" startet an Weihnachten.

Von Carsten Weidemann

Als "Fame – Der Weg zum Ruhm" 1980 im Kino startete, waren viele hellauf begeistert. Die filmische Umsetzung der Tanzszenen durch Regisseur Alan Parker setzte neue Maßstäbe im Musical-Genre, und als Belohnung gab es auch zwei Oscars (Bester Song, Beste Musik). Die Songs wurden zudem weltweit zu Hits, "I‘m gonna live forever" läuft heute noch im Radio. Außerdem gab es mit Montgomery MacNeil, gespielt von Paul McCrane, einen schwulen Charakter zu sehen. 30 Jahre später gibt es ein Remake, das kein billiger Abklatsch ist, sich aber auch vom Original ein Stück weit entfernt, um neu, frisch und zeitgemäß eine neue Generation von Kinobesuchern zu begeistern. Inszeniert wird die gelungene Mischung aus jazzigen Beats, dynamischem Freestyle, eleganten Ballettschritten und mitreißenden HipHop-Vibes von Regie-Debütant Kevin Tancharoen, der als Choreograf mit Weltstars wie Madonna, Britney Spears, Christina Aguilera und ’N Sync zusammenarbeitete.

Die Story: Viele junge Talente finden sich unter den Neulingen, die an der berühmten New York School of Performing Arts um ihren eigenen Weg kämpfen. Da ist der charismatische Marco (Asher Book), ein Italo-Amerikaner aus der Arbeiterklasse; oder Alice (Kherington Payne), die aus privilegierten Verhältnissen stammt und nun ihre Ballerina-Karriere vorantreiben will; der ambitionierte Sänger Malik (Collins Pennié), der seine Vergangenheit hinter sich lassen muss, um sein Können unter Beweis zu stellen; sowie die quirlige Joy (Anna Maria Perez de Tagle), die mit viel Herz und Courage ihren Weg bestreitet - und nicht zuletzt der scheue Filmemacher Neil (Paul Iacono), der sich nun der realen Welt stellen muss. Voller Energie und Enthusiasmus machen sich die ambitionierten Aufsteiger auf die Suche nach Erfolg auf und finden dabei zu sich selbst.

Youtube | Fame 2009 - Trailer

Dass die Originalstory nur als Vorlage diente, merkt man unter anderem daran, dass es keinen Montgomery MacNeil gibt. Schon in der Bühnenversion von 1988 wurde die schwule Rolle stark umgedeutet. Dort gab es den vermeintlich schwulen Nick, der am Ende dann aber sein heterosexuelles Liebesglück findet. In der 2009er-Version geht es aber keinesfalls komplett straight zu, schließlich sind wir an einer Kunstakademie. Das Augenmerk möchten wir hier besonders auf Kevin lenken, gespielt von Paul McGill. Der aus Pittsburgh stammende Sänger und Schauspieler stand bereits als 17-Jähriger für "Ein Käfig voller Narren" auf der Bühne, später war er im Ensemble von "A Chorus Line" am Broadway mit dabei. Zuletzt war er im Film "Man On Wire" zu sehen, in dem er den jungen Drahtseilartisten Phillipe Petit spielte.

Youtube | Fame 1980 - Trailer

Über sein Privatleben erzählt Paul Mcill nicht sehr viel. Aber die Antworten auf einen Fragebogen geben Aufschluss, und lassen unser Gay-Radar hell aufleuchten:

Schlimmstes Lampenfieber: Meine erste Tanzvorführung. Ich musste mit einem Malbuch und anderem Spielzeug bestochen werden, um auf die Bühne zu gehen.
Ritual vor einem Auftritt: Aufwärmen, Zähne putzen und atmen. Außerdem brauche ich meinen eigenen Raum um mich zu sammeln. Vorbereitung ist für mich sehr wichtig.
Der Künstler, der mich am meisten beeinflusst hat: Gene Kelly.
Als Teenager war ich besessen von: Converse, langen Baumwollstrümpfen, Musicals, Choreografien, dem Färben meiner Haare, Umdekorieren meines Zimmers, Tanzunterricht, Cirque de Soleil, Fitness, AIM und den Sims.
Was ich gerne können würde: Cello spielen.
Wenn ich einen anderen Beruf wählen müsste: Dann wäre ich Physiotherapeut. Als Tänzer sehe ich, was die Leute durchmachen. Ich würde Menschen helfen wollen, noch mit ihren Enkeln spielen zu können und nicht mit 70 im Rollstuhl zu sitzen.
Meine Erkennungsmelodie: Don’t Stop Me Now von Queen.

Galerie:
Fame - 2009
9 Bilder


#1 Good ol friendAnonym
  • 23.12.2009, 11:44h
  • "In der 2009er-Version geht es aber keinesfalls komplett straight zu..."

    Erschreckend, dass es nicht einfach mal offen schwul zugehen kann!

    Eben das sollten wir von den Machern solcher Produktionen und schwulen Darstellern in welchen Zusammenhängen auch immer endlich einfordern -

    anstatt ihnen auch noch unser Geld in ihren vorgestrigen, zwangsangepassten "straight acting" A... zu schieben.
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#2 stromboliProfil
  • 23.12.2009, 12:23hberlin
  • Antwort auf #1 von Good ol friend
  • ach mein lieber; der spiegelt nur die gesellschaftlichen veränderungen wieder die sich hier zeigen: 1980 galt es chic, schwules aus dem
    closet ins öffentliche zu bringen. Auch wenn es im mainstream nur bei der quote bleib, nicht mehr als eine/n fall pro film zu zeigen!
    Aber immerhin!
    Heute hingegen deutet man die schwule vita zum wandlungsfähigen entertainment um: das ( gewünschte) ende bleibt dem zuschauer überlassen, nicht dem handelnden!

    Gewiss; es brauchte auch schwuler regisseure wie Alan Parker oder Bob Fosse, um uns, gegen den wiederstand der produzenten/filmwirtschaft in den mainstream einzubringen. Aber das hatte auch etwas mit deren blick auf notwendigkeiten und selbstwertgefühl zu tun... etwas , was uns heute offensichtlich völlig abhanden gekommen ist!
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#3 SebiAnonym
  • 23.12.2009, 14:53h
  • Man sollte ja nicht vor dem Ansehen urteilen, aber Remakes kommen meistens nicht ans Original ran. Der Grund ist ganz klar: es gibt i.d.R. nur Remakes von Filmen, die sehr erfolgreich waren und einen gewissen Kultstatus haben. Und da wird dann natürlich jede Neuverfilmung mit dem Original, was sich ins kollektive Gedächtnis eingebrannt hat, verglichen.

    Und gerade bei Fame muss ich sagen, dass sowohl der Film als auch die damalige Serie für mich 80er Jahre pur sind. Die Handlung spielt einfach in den 80ern, mit den Zeitgeist der 80er und der Atmosphäre der 80er. Punkt. Das alles gehört zu Fame. Ob ein Remake da ran kommt, wage ich zu bezweifeln. Ich gebe ihm zwar eine Chance, aber bin zumindest skeptisch.

    Ob uns bei einem Erfolg von Fame-2009 wohl demnächst auch Remakes der anderen Erfolgsfilme der 80er-Jahre-Tanzfilm-Welle erwarten? Flashdance, Footloose, Saturday Night Fever, Staying Alive, etc.? Oder auch anderer 80er-Kultfilme wie Breakfast Club, Pretty in Pink, Gremlins, Ferris macht blau, etc.? Ich hoffe nicht, denn das sind die Filme meiner Pubertätsjahre, mit denen ich soviel verbinde... Und auch wenn viele davon aus heutiger Sicht furchtbar sind, so waren sie damals doch sehr erfolgreich und bestimmten ein Stück Alltagskultur und Selbstwahrnehmung.
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#4 bluboy
  • 23.12.2009, 18:36h
  • Der Titelsong wurde jedenfalls erbärmlich gecovert. Kein Vergleich mit Irene Caras Superhit "Fame" von 1980. Furchtbarer Beat, einfallsloses Proll-Arrangement, dabei ist die Sängerin noch ordentlich - verliert aber deutlich gegen die hervorragende Vorlage von Irene Cara. Deren Version hat mehr Seele, Feuer, Temperament und einfach Feeling!
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#5 SaftschubseAnonym
  • 24.12.2009, 10:15h
  • Ich finde das Original auch besser als das Remake! Vor allem wundert mich aber, daß in dem Artikel folgendes steht:

    "Über sein Privatleben erzählt Paul Mcill nicht sehr viel. Aber die Antworten auf einen Fragebogen geben Aufschluss, und lassen unser Gay-Radar hell aufleuchten."

    Toll! Bei Roland Emmerich wurde das ja auch sehr behauptet, aber leider blieb das Gay-Radar dunkel und zeigte keine Reaktion! Ich glaub auch, daß der Paul McGill eher hetero ist!
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#6 Good ol friendAnonym
  • 24.12.2009, 11:06h
  • Antwort auf #5 von Saftschubse
  • Ja, is doch klar,

    das is wie im Fußball, überhaupt im Profisport, in der "Pop"-Branche und in Hollywood - also, in all den Bereichen, die zufällig einen beängstigend großen Einfluss auf das kollektive und individuelle Bewusstsein haben und mit denen daher (weniger zufällig) BIG BUSINESS getrieben wird. Stichwort: Fußballspieler als "commercial assets" - siehe anderer Thread.

    Daher ist in unserer weiterhin mittelalterlich-zwangsheterosexuellen Gesellschaft auch völlig klar: Die sind alle so 100% hetero, heteroer geht's gar nicht!
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#7 Tobi CologneAnonym
  • 07.01.2010, 11:42h
  • Absolut langweilig und überflüssig!!

    Der Film ist eine Art Mischung aus High School Musical 298 und einer Daily Soap.

    Was das Original gegenüber anderen Tanzfilmen der damaligen Welle auszeichnete, war, dass neben tollen Musik- und Tanzszenen auch eine entsprechende Atmosphäre vermittelt wurde und echte Charaktere mit ihren Freuden, Sorgen, Problemen, Ängsten, etc. gezeigt wurden, die dann auch eine Entwicklung erfuhren.

    Das Remake hat all das nicht und ist ein einziger großer Videoclip für die Casting-Generation.

    Miserabel und nicht einen Cent wert!
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