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Das Mobiltelefon mit dem Apfel auf der Rückseite ist des Schwulen liebstes Spielzeug. Queer.de verrät, wie man möglichst günstig an das teure Multimedia-Schächtelchen kommt.

Von Christian Scheuß

Sommer 2008: Der Kunde im kleinen rumpeligen Telefonshop mag es nicht glauben, als der Verkäufer mit einem lässigen Grinsen die schwarze Pappschachtel mit dem begehrten iPhone aus einem versteckten Regal hervorholt und ihm direkt vor die Nase stellt. "Das kann ich so kaufen, ohne Vertragsabschluss?". "Sie können. Das ist ein Import aus Osteuropa", beruhigt der Händler, und da er das nervöse Zucken beim Wort Osteuropa schon kennt: "Aber keine Sorge, das ist ein Original Apple-iPhone."

Als Apple und T-Mobile im September 2007 bekannt gaben, dass das neue schicke Technikgadget ausschließlich und nur mit Vertrag beim rosa Telefonriesen zu beziehen sei, hielten das nicht wenige für eine Verkaufsbremse und behielten Recht. In anderen EU-Ländern waren die abgesetzten Stückzahlen wesentlich höher. iPhone-Fans besorgten sich entsperrte Geräte aus den USA über den Online-Versandhandel oder griffen zur unerlaubten Selbsthilfe per Software-Crack.

Seit Spätsommer 2009 gibt es die Geräte nun ganz offiziell und vertragsfrei zu kaufen. So hat sich kürzlich der E-Plus-Billigableger blau.de mit dem Shop 3Gstore.de zusammengetan, und bietet die Vorgängerversion 3G ab 549 Euro an, 799 werden für das 3G s mit 16 GB fällig. Das Ganze aber Sim- und Netlockfrei und offiziell abgesegnet von Apple. Auch Simyo führt die Apple-Geräte seit kurzem im Webshop.

iPhone-Nachbau für nur 50 Euro

Eine Suche bei ebay zeigt: Die Preise für gebrauchte iPhones sind nach wie hoch. Wer es noch günstiger und neu haben möchte, der schaut gen Osten. Nach China, um genau zu sein. Produktpiraterie ist dort ein nicht unwichtiger Erwerbszweig, und gerade beim Mobilfunk gibt es eine Fülle von Klonen und Nachbauten, die auf den ersten Blick keinen Unterschied zum Original aufweisen, auf den zweiten Blick sogar noch mehr Features besitzen. iPhones im Miniformat mit 8 Gigabyte Speicher, inklusive integriertem TV-Empfänger und geeignet für den gleichzeitigen Betrieb von zwei SIM-Karten? Kein Problem, die gibt es dort, für gerade mal 50 Euro. Die Tücke steckt allerdings im Detail, denn Technik und Software sind nicht original.

Telefonieren kann man in der Regel mit den iPhone-Clones, doch die Qualität der in Javascript nachgebildeten Bedieneroberflächen schwankt zwischen stümperhaft bis "geht so". Das gute Gefühl, das sich beim Original mit dem intuitiv erlernbaren Interface einstellt, es tritt hier selten auf. Übersetzungsfehler wie "Slide to unluck" statt "unlock" sind da noch harmlos. Eingefrorene Bildschirme, abgestürzte SMS, miese Kameras, eingeschränkte oder gar keine Nutzbarkeit der Apple-Apps, nur englische Tastaturlayouts ohne Umlaute; Für den günstigen Preis muss man einige Abstriche machen und mitunter bereit sein, tief in Hard- und Softwarekonfigurationen einzugreifen, um selbstverständliche Funktionen zum Laufen zu bekommen.

Welchen Grund gäbe es, dennoch zu den China Mobiles zu greifen? Nicht alle Modelle sind Schrott. Es gibt chinesische Geräte ab rund 150 Euro, die zwar das iPhone-Gehäuse kopiert haben, aber innen werkelt eine vernünftige Technik sowie ein ausgereiftes und lizenziertes Betriebssystem wie Windows Mobile. Darübergestülpt ist dann eine von Fans entwickelte Freeware, die die Apple-Oberfläche und deren Feeling überzeugend simuliert. Das als "CiPhone" verkaufte Gerät kommt dem iPhone ziemlich nahe. Wer dennoch das Original bevorzugt, der sollte die Chance beim nächsten Urlaub in Asien nutzen. In Thailand zum Beispiel ist das echte 3GS 16GB zum Preis von rund 400 Euro erhältlich.

Checkliste für den Clone-Kauf:

- Die einschlägigen Foren mit Testberichten gründlich durchlesen, um das richtige Gerät zu finden. Prüfen, ob sich die Geräte mit wenig Aufwand auf die deutsche Sprache umstellen lassen, bzw. bereits so ausgeliefert wird.
- In den Foren ebenfalls auf Erfahrungen mit Online-Bestellungen aus China achten. Es gibt schwarze Schafe, die kassieren, aber nicht liefern. Dagegen helfen die von Usern erstellten schwarzen Listen.
- Der Zoll kassiert normalerweise 19 % Steuern bei der Einfuhr. Erledigt der Versanddienst dies nicht, muss man evtl. selbst zum Zollamt pilgern.
- Zehn Tage Lieferzeit und mehr sind normal. Versprochene Garantien sind nur mit viel Zeit- und Logistikaufwand durchsetzbar.
- Der Besitz von Plagiaten ist nicht strafbar, allerdings der Verkauf. Wer einen eventuellen Fehlkauf bei ebay verticken will, kann Ärger bekommen.



26 Kommentare

#1 seb1983
  • 28.12.2009, 12:10h
  • Endlich ein Thema das Schwule auch interessiert, wen interessiert schon Uganda wenn es doch iPhones und Selbstbau-Dildos gibt
  • Antworten » | Direktlink »
#2 war on war (wow)Anonym
#3 SebiAnonym
  • 28.12.2009, 14:57h
  • Das iPhone wird maßlos überschätzt: es sieht ja schick aus, ohne Zweifel und die Bedienung macht teilweise (nicht immer) echt Spaß. Aber manche Dinge sind halt sehr schlecht gelöst und andere wichtige Dinge fehlen ganz.

    Ein Beispiel:
    es gibt kein Flash auf dem iPhone. Und damit meine ich nicht nur im Originalumfang, sondern auch nicht nachträglich. Da es Applikationen nur über den AppStore gibt (an dem Apple 30% für sich draufschlägt, würde Microsoft das tun, ginge ein Aufschrei durch die IT-Welt) und Apple vorschreibt, was es für das iPhone geben darf und was nicht, gibt es kein Flash. (Obwohl Adobe das gerne anbieten würde, aber Apple will halt nicht, weil das das hauseigene Quicktime gefährdet.)

    Man ist bei Videos also auf YouTube angewiesen, für das es eine eigene App (schon im Lieferumfang) gibt, aber Videos anderer Plattformen bleiben außen vor.

    Und so gibt es noch viele weitere große und kleine Schwächen, Fehler und Unzulänglichkeiten, die im täglichen Gebrauch doch sehr stören.
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#5 bananasEhemaliges Profil
#6 UnitedAntifaAnonym
#7 remixbeb
  • 28.12.2009, 20:07h
  • Antwort auf #3 von Sebi
  • gebe Dir teilweise Recht. Ich hab mir vor 3 Monaten ein 3GS gekauft, da mir das Arena zwar gefallen hat, es aber durch die nicht vorhandenen Apps für mich zu wenig war.
    Mit dem iPhone bin ich diesbezüglich zufrieden, allerdings erst nach nem Jailbreak. Und selbst jetzt finde ich, dass es durch Apple zu viele Einschränkungen gibt. Der größte Sch.. ist iTunes. Ums kurz zu machen: Jetzt hab ich es und es ist okay. Allerdings ist das mein erstes und einziges Apple Produkt. Und wirklich sympatisch ist mir das Teil auch nicht. Mein nächtes Gerät wird mit ziemlicher Sicherheit ein Android.
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#8 HerbertAnonym
#9 bananasEhemaliges Profil
  • 29.12.2009, 00:24h
  • Wer die Bedienungsanleitung für das I9 deutsch 23- seitig als PDF Datei braucht, kann sich melden.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 FoXXXynessEhemaliges Profil