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JANUAR: Obama eingeführt, Gewalt in Berlin

Das Jahr beginnt mit einem Abschied vom Café Rosa Mond in Düsseldorf nach 29 Jahren und dem Magazin Front nach nur einem Jahr. Im Senegal müssen neun Schwule wegen "unanständigem Verhalten, unnatürlicher Taten und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung" für jeweils acht Jahre ins Gefängnis, ihre "kriminelle Vereinigung" betrieb Aids-Prävention.

Das Jahr beginnt zudem mit einer Notlandung: Ein transatlantischer Flug von England in die Dominikanische Republik muss auf den Bermudas landen, weil mehrere Passagiere eine homophobe Tirade gegen das Kabinenpersonal gestartet hatten. Wer auf weniger Homophobie in 2009 gehofft hatte, wird schnell enttäuscht: Der Salzburger Weihbischof Andreas Laun unsterstellt "homosexuellen Ideologen", sie dächten "wie Moslems" und seien unlogisch; der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen bezeichnet die Homo-Ehe als "abartig". Während der Trainer der italienischen Nationalmannschaft, Marcello Lippi, erklärt, ihm sei nie ein schwuler Profifußballer begegnet, setzt der VfB Stuttgart ein positives Zeichen: der Präsident wird zum zum Schirmherr des örtlichen CSDs ernannt.

Im Januar treten die Kölner Rosa Funken bei "Wetten Dass" auf, bei der Amtseinführung von US-Präsident Obama marschiert eine schwul-lesbische Band mit. Noch in der gleichen Nacht verspricht die Regierung auf der Webseite des Weißen Hauses umfangreiche Gesetzesinitiativen für Schwule und Lesben - bis zum Ende des Jahres setzt sie allerdings keine um. Der Oberste Gerichtshof Kolumbiens entscheidet, dass Homo-Paare die gleichen Rechte erhalten müssten wie nicht verheiratete heterosexuelle Paare. Hamburg beschließt eine Gleichstellung im Beamtenrecht.

Der Sänger Boy George wird im Januar zu 15 Monaten Haft wegen Freiheitsberaubung verurteilt, gegen Ende des Jahres hat er davon fünf Monate abgesessen und steht unter Hausarrest. In Berlin schockt ein Übegriff auf einen 23-Jährigen, der lebensgefährliche Verletzungen davon trägt, die Szene. Über 500 Menschen beteiligen sich an einer vom Überfalltelefon Maneo organisierten Mahnwache. Dann gibt es Berichte, dass der Übefall eine Auseinandersetzung unter Strichern war und keinen homophoben Hintergrund hatte, Maneo bleibt bei seiner Darstellung.

FEBRUAR: Lesbe regiert Island, Oscars für Milk

Die bisherige Sozialministerin Jóhanna Sigurðardóttir wird am 1. Feburar in Island erste lesbische Regierungschefin eines Staates. Die Sozialdemokratin wird nach der Parlamentswahl im April im Amt bestätigt. Der legendäre Oscar Wilde Memorial Bookshop im New Yorker Schwulenviertel schließt nach rund 42 Jahren die Pforten. Der Schwimmer Ian Thorpe und die Sängerin Kelly Clarkson bekennen, nicht homosexuell zu sein. Im US-Magazin "National Enquirer" wird der 37-jährige Jonathan Knight von New Kids on the Block von seinem Ex geoutet.

In Köln gibt es Aufregung um eine Charta für den CSD, eine Homo-Gurke und ein Rüffel vom CSD in Berlin folgen. In Neapel wird eine transsexuelle Mafia-Chefin verhaftet. Großbritannien spricht ein Einreiseverbot für Mitglieder der Phelps-Kirche aus und überlegt, homophobe Muslime zu Extremisten zu erklären. Das Terrornetzwerk Al-Kaida hat Berichten zufolge in Algerien junge Männer sexuell missbraucht, um in ihnen den Todeswunsch zu wecken.

Der zum Linzer Weihbischof ernannte Priester Gerhard Maria Wagner propagiert die Umpolung von Homosexuellen, bekommt Unterstützung u.a. von Bischof Elmar Fischer ("Schwule sind psychisch krank") und verzichtet nach Kritik auf seinen Posten. In Burundi wird ein geplantes Gesetz zur Bestrafung von Homosexualität in letzter Minute gekippt. Ende Februar läuft "Milk" in den deutschen Kinos an und räumt zwei Oscars ab - für das beste Drehbuch und für Sean Penn als besten Hauptdarsteller.

MÄRZ: Mord in Istanbul, Papst gegen Kondome

In der türkischen Metropole Istanbul wird die Transgender-Aktivistin Ebru Soykan im Alter von 28 Jahren erstochen. Papst Benedikt XVI. provoziert weltweite Kritik mit der Meinung, dass Kondome für die Zunahme von HIV-Infektionen verantwortlich sind. Eine Studie findet heraus, dass jeder vierte deutsche Fan keinem schwulen Fußballspieler zujubeln will.

In den USA findet eine Studie heraus, dass Konservative die größten Porno-Konsumenten sind. Für Aufsehen sorgt der schwule Pornostar Harlow Cuadra, der in einem Prozess, der tiefe Einblicke ins schwule Porno-Business bringt, für schuldig erkannt wird, einen Konkurrenten ermordet zu haben. Cuadra erhält lebenslänglich, die Todesstrafe wäre möglich gewesen. Ein anderer US-Pornostar gewinnt unter großem Medieninteresse ein Ringkampf-Turnier, nachdem er im Vorjahr wegen seiner Aufnahmen für "Fratpad" aus der Nationalmannschaft geworden worden war. Paul Donahoe geht jedoch nicht in die schwule Sport-Geschichte ein, er ist hetero.

In Thüringen stimmen die CDU und in Schleswig-Holstein die große Koalition gegen eine Gleichstellung von Lebenspartnerschaft und Ehe im Landesrecht. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) stellt in einer Rede vor der Katholischen Akademie in Berlin klar, dass die (Hetero-)Ehe besonderen Schutz genieße und bevorzugt werden müsse. Einen Einblick in die Homophobie früherer Jahre gibt ein Tonbandmitschnitt des früherer US-Päsidenten Richard Nixon, der warnt, dass "Schwuchteln" die Gesellschaft schwächen.

In Berlin eröffnet die Homo-Kette Axel ihr erstes Hotel in Deutschland, der Münchener Unternehmer Carlo Didillon plant derweil eine ganze Insel für Schwule. Ein Naturforscher erklärt, dass ein Drittel aller Gänse gleichgeschlechtlich liebt. In Großbritannien hingegen könnten die Saumschnabelenten aussterben, weil sich die letzten beiden männlichen Exemplare lieber miteinander als mit dem letzten Weibchen auf der Insel vergnügen.

(Zusammenstellung: nb, Collage: cs; Teil 2-4 folgen Dienstag bis Donnerstag)



#1 daisyAnonym
  • 28.12.2009, 16:30h
  • cs ? ..warum hastn dem guido schlämmers finger nicht ganz in die nase gesteckt ?...war dir als nail-art wohl zu popelig ?
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#2 Good ol friendAnonym
  • 28.12.2009, 17:24h
  • "Noch in der gleichen Nacht verspricht die Regierung auf der Webseite des Weißen Hauses umfangreiche Gesetzesinitiativen für Schwule und Lesben - bis zum Ende des Jahres setzt sie allerdings keine um."

    Und was ist hiermit? Ist das "nichts"? Jedenfalls etwas, wovon wir hierzulande weiterhin nur träumen können! Im Land der notorischen politischen Diskriminierungstäter und -dulder sollte man mit unzutreffender Polemik vielleicht etwas sparsamer umgehen.
    www.youtube.com/watch?v=vQcviUjEypc
    (Die User-Kommentare bei YouTube zeigen, wie viele Freunde Obama sich damit in gewissen Milieus gemacht hat.)

    Anm. d. Red.: Stimmt, haben wir übersehen, folgt dann in Teil 4.
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#3 Max KraftAnonym
  • 28.12.2009, 17:29h
  • Hier ist uns heute leider ein Kommentar durchgerutscht, der so nicht hätte durchgehen dürfen. Rechtsradikales Gedankengut hat auf queer.de keinen Platz, deswegen haben wir den Kommentar nachträglich gelöscht. Danke an die aufmerksamen Leser, die uns den entsprechenden Hinweis gegeben haben. (Die Redaktion)
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#4 Good ol friendAnonym
  • 28.12.2009, 17:52h
  • Antwort auf #3 von Max Kraft
  • Dass schwule Rechtsradikale und Rassisten bei anderen Rechtsradikalen und Rassisten auf Ablehnung stoßen, bedeutet noch lange nicht, dass sie deswegen keine Rechtsradikalen und Rassisten mehr sind. Es ist empörend, dass eine derart volksverhetzende Propaganda gegenüber muslimischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern hier veröffentlicht wird. Dabei sollte doch gerade in diesen Tagen deutlich geworden sein, von welchem religiösen Wahn "unser" Staat, "unsere" Gesellschaft und Politik einschließlich "unseres" Bildungssystems unterwandert waren, sind und bleiben.
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#5 BabyOrcaAnonym
  • 28.12.2009, 19:04h
  • Antwort auf #3 von Max Kraft
  • das soll ein witz sein, oder ?

    brauner sch**ss bleibt auch braun ,wenn man ihn rosa anmalt...

    also ich möchte nicht in so einer faschistoiden gesellschaft leben, selbst wenn sie von schwulen kommt.

    solche forderungen würde sich noch nichtmal die cdu trauen.

    wie kann man sich eigentlich so selber hassen ???

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#6 remixbeb
  • 28.12.2009, 20:14h
  • Antwort auf #3 von Max Kraft
  • seid ihr auch für:

    - Tarnkleidungs- und Springerstiefel-Pflicht bei Schwulen?
    - Frei erhältliche Schusswaffen zur Verteidigung der anständigen deutschen Bürger gegen Muslime?

    echt zum kotzen!
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#7 Good ol friendAnonym
#8 antos
#9 FoXXXynessEhemaliges Profil
#10 stromboliProfil
  • 29.12.2009, 11:18hberlin
  • noch mal dank an die redaktion und mitarbeiter, die diesen schmutzbrief schnellstens entfernt haben!

    Die unverfrorenheit, mit der dieser braune unflat hier reingesetzt wurde zeigt, wie sicher sich solche gestalten mittlerweile wieder fühlen; wie sehr sie auf den Mainstream hoffen und das "mögliche" ausloten! So offen, zeigt sich, können sie es nun doch nicht treiben... da brauchts der schützenhilfe der sarrazins &co.

    Trübe aussicht aufs kommende jahrzehnt!
    Dem "rest" der schwulen welt alles gute! Trotz manchem streit, ein MUß dass es euch gibt!
    Seid stolz drauf!
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