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In der kalifornischen Pornoindustrie kann vorerst weiter blank gepoppt werden. Ein Gericht in Los Angeles hat eine Petition, die Gummis in Pornos vorschreiben wollte, verworfen.

Von Christian Scheuß

Die Entscheidung des Los Angeles County Superior Court kam kurz vor Weihnachten und enttäuschte die Mitglieder der "AIDS Healthcare Foundation" (AHF), einer Organisation, die in den Bereichen Prävention und medizinischer Vorsorge weltweit Projekte betreibt. Die Stiftung fährt seit dem Sommer 2009 eine medienwirksame Kampagne gegen Pornoproduktionen, in denen keine Kondome verwendet werden. Im Frühjahr hatte sich eine Darstellerin mit HIV infiziert. Außerdem wurden die Daten einer Klinik veröffentlicht, in der vornehmlich Pornodarsteller und –Darstellerinnen behandelt werden. In der Praxis, die in der Region liegt, in der die Produktionsstudios ihren Sitz haben, wurden seit 2004 18 Fälle von HIV sowie mehr als 3.700 Fälle von Syphilis, Gonorrhoe und Chlamydien diagnostiziert.

Die AHF hatte daraufhin den Staat Kalifornien wegen Untätigkeit in der beruflichen Gesundheitsvorsorge verklagt und zum Boykott gegenüber Shops und Hotels aufgerufen, in denen kondomfreie Videos erhältlich beziehungsweise abrufbar sind. Die Petition an das Gericht war nun der vorerst letzte Versuch, gegen die aus Sicht der AHF untätigen Studios und Gesundheitsbehörden zum Handeln zu zwingen. Das Gericht sollte die Gesundheitsbehörden anweisen, eine Kondompflicht in Pornofilmen einzuführen und durchzusetzen. Die Richter lehnten die Annahme der Petition ab und verwiesen auf die generelle Eigenständigkeit, die staatlichen Einrichtungen bei ihrer Arbeit besäßen.

Die Leitung der AHF will nun mit weiteren Petitionen und Aktionen den Druck erhöhen. Die Pornoproduzenten haben darauf aber auch schon reagiert. Ihr Zusammenschluss, die "Free Speech Coalition" hat inzwischen einen Plan vorgelegt, in dem Schritte zum Schutz der Mitarbeiter am Sexarbeitsplatz vor der Kamera vorgeschlagen werden. Sie fordern auch die künftige Teilnahme bei Planungen staatlicher Stellen in Gesundheits- und Präventionsfragen in der Pornobranche.



20 Kommentare

#1 Born 2 PornAnonym
  • 29.12.2009, 17:21h
  • Es war schon zu erwarten, daß eine Klage für das Verbot von Barebackfilmen wirkungslos verpufft. Die Labels lassen sich halt nichts vorschreiben und produzieren weiter nach ihrem Gusto. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern!
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#2 UnitedAntifaAnonym
  • 29.12.2009, 18:29h
  • Antwort auf #1 von Born 2 Porn
  • Erstens: Keine Produktion ohne einen vorhandenen Markt.

    Zweitens: Es wäre sicher ein Fall für den Suprime Court, das Oberste Gericht der USA, wenn ein solches Verbot durchgesetzt würde, denn das würde bestimmt gegen irgendeinen Teil der Verfassung der USA verstoßen.

    Drittens: Ich könnte mir durchaus vorstellen, das Rechtskonservative Politiker in Deutschland ein solches Verbot anstreben würden.

    Viertens: Ein solches Verbot bringt absolut nichts, denn die Produzenten würden in andere Staaten ausweichen und der Vertrieb ist ohnehin via Internet sichergestellt.
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#3 herve64Profil
  • 29.12.2009, 21:08hMünchen
  • Was mich mal interessieren würde: wie viele Mitglieder der "AIDS Healthcare Foundation" poppen selbst ohne Gummi, frei nach dem Motto "In meiner Freizeit mache ich was ich will"? Ein derartiges Verhalten habe ich nämlich schon bei einigen Mitarbeitern der hiesigen AIDS-Hilfen erlebt und halte es dann für pure Heuchelei, wenn sie anderen Safer Sex schmackhaft machen wollen. Genauso gut könnte ein Raucher auf die Gefahren des Rauchens hinweisen und in dieser Hinsicht Öffentlichkeitsarbeit betreiben wollen. So etwas ist einfach nicht glaubwürdig, wenn man es nicht selbst vorlebt.
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#4 alfAnonym
  • 29.12.2009, 23:29h
  • Antwort auf #3 von herve64
  • Achje. Also wenn ein Mitarbeiter einer (hiesigen?) Aids-Hilfe ohne Gummi poppt...
    Ohne Gummi kann auch safer, ja sogar safe sein. Begreif das doch mal. Es kommt immer auf die Umstände/Absprachen an.
    Und brauchst Du einen Mitarbeiter der Aids-Hilfe als moralische Instanz um Dich im Fall des Falles für die gesündere Alternative zu entscheiden? Selbst denken ist erlaubt!
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#5 herve64Profil
  • 30.12.2009, 09:31hMünchen
  • Antwort auf #4 von alf
  • Du, darum geht es nicht. Dass im Grunde genommen jeder für sich selbst verantwortlich ist, darüber brauchen wir nicht zu reden.

    Was ich hervorheben wollte, ist der Widerspruch zwischen dem Angebot und dem persönlichen Verhalten. Und so etas geht enfach gar nicht, wenn man in einer Organisation tätig ist, die sich Prävention auf die Fahnen schreibt.
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#6 XDAAnonym
  • 30.12.2009, 10:41h

  • Letzens kam ein bericht auf arte, leben mit aids oder so, da hatte sich der chef der aidshilfe (ich weiß den ort nicht mehr,war aber irgendwo in NRW) mit HIV angesteckt. Er lebte zwar jahrelang in einer festen Beziehung hat aber ohne gummi fremdgepoppt. Zum glück hat er seinen partner nicht angesteckt- da sieht man doch die doppelmoral.
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#7 gelderAnonym
  • 30.12.2009, 12:21h
  • Antwort auf #6 von XDA
  • Das ist der Chef der Kölner AIDS-Hilfe, Michael Schumacher.

    Ich sehe da keine Doppelmoral, denn dann wäre diese ja auch vei Ärzten da; ihren Patienten sagen, sie sollen keinen Alkohol trinken und nicht rauchen - selber qualmen und saufen sie.

    Oder bei Polizisten, die Leute wegen zu schnellem fahren anhalten und dann selber rasen wie die irren.

    Nach dieser Logik gibt es immer und überall eine Doppelmoral.

    Ausserdem Leute, es geht nicht darum, das irgendwelche aktivisten heimlich bare poppen sondern es geht um einen möglichen Eingriff in Grundrechte, nämlich darum den Leuten borschreiben zu wollen wie sie sex zu haben hätten.
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#8 KonstantinEhemaliges Profil
  • 30.12.2009, 12:50h
  • meine fresse! kaum lese ich mal wieder die spießigen komentare bei queer.de und mir kommt die galle hoch! unglaublich, wie mache homos so dermaßen konservativ und kleinkariert sein können!
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#9 XDAAnonym
  • 30.12.2009, 14:58h

  • Die müssen ja nicht in den pornos auftreten,also von mir aus sollen sie alle ohne vögeln.

    Ach und einen arzt der trinkt und sagt, seine patienten sollen es nicht tun halte ich auch für sehr unglaubwürdig.
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#10 jochenProfil
  • 30.12.2009, 19:52hmünchen
  • Bareback-Pornos sollten selbstverständlich verboten werden.

    Das Argument : "Niemand ist gezwungen Pornofilme zu machen", hört sich zwar gut an , ist aber sehr naiv
    bzw. ignorant und nicht sehr realistisch.
    ("Niemand ist gezwungen auf dem Bau zu arbeiten,
    wenn er keinen Helm und Sicherheitsschuhe tragen möchte.
    Niemand ist gezwungen Auto zu fahren , wenn er keinen Sicherheitsgurt anlegen möchte...
    Also weg mit den Arbeitsschutzvorschriften,- nur weil sichs jeder ja eh aussuchen kann?)

    Auch wenn der Zuschauer das nicht immer sehen kann, gibt es ja bekannterweise im Sex-Geschäft einige (hauptsächlich Frauen) ,die sich diese Arbeit nicht immer freiwillig ausgesucht haben- Beispiel Zwangsprostitution...usw...

    Weiter kann man mit einem Verbot den Zugzwang zum Bareback-Pornos für die Darsteller verhindern.

    Wie gesagt : EIN einziger Bareback Fick kann erhebliche gesundheitliche Schäden für die Beteiligten zur Folge haben.

    Auch wenn man nicht verhindern kann, dass trotzdem in irgendwelchen Hinterzimmern bareback gedreht wird.
    Kann man mit einem offiziellen Verbot von solchen Filmen zumindest ein stückweit mehr Sicherheit den Leuten geben, die in der Sexbranche arbeiten.

    Und selbst, wenn man sich die Pornofilmerei gänzlich auch freien Stücken ausgesucht hat, haben diese Leute auch ein Recht auf körperliche Unversehrtheit.
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