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Magen-Darm-Probleme sind das häufigste gesundheitliche Wehwehchen auf Reisen in fremde Länder. Meist handelt es sich dabei um harmlose Anpassungsprobleme des Körpers, die mit einfachen Mitteln behoben werden können.

Von Dennis Klein

Bei seinem ersten Bangkok-Urlaub wollte Georg vollständig in die fremde Kultur eintauchen - auch beim Essen: So verschlang es genussvoll Pad Thai oder Panaeng Moo und spülte die scharfen Fleischgerichte später mit einem Thai-Whiskey herunter. Georg war im Himmel, nur sein Magen nicht: Nach anderthalb Tagen konnte der wackere Tourist die Toilette seines Hotelzimmers nicht mehr verlassen. Er durchlebte den schlimmsten "Dünnschiss" seines Lebens.

Dem thailändischen Essen kann man hier allerdings keinen Vorwurf machen. Zwar stellt sich bei besonders scharfem Essen die Ernährung ein wenig um. Was Georg wirklich umgehauen hat, ist aber die schnelle Veränderung. Denn der Magen mag es nicht, wenn jemand von seiner täglichen Ration Spaghetti Bolognese plötzlich auf Gerichte mit Chilis und für Europäer ungewöhnlichen Gewürzen umsteigt. Aber auch Stress, Sorgen oder Ärger tragen zu einem Ungleichgewicht in der so genannten Darmflora bei. Dieser heimelige Begriff bezeichnet die Gesamtzahl aller Mikroorganismen, die sich hinter dem Schließmuskel im Darmbereich befinden. Und geraten diese aus dem Gleichgewicht, hat das Unwohlsein, Durchfall oder Verstopfung zur Folge.

Natürlich sind auch andere Ursachen für Magen-Darm-Probleme möglich, etwa eine bakterielle Infektion. Jeder, der schon einmal nach dem Genuss von nicht durchgekochtem Hühnchen gegen eine Salmonelleninfektion kämpfen musste, weiß ein Lied davon zu singen. Opfer dieser Infektion müssen sich wenige Stunden nach dem Genuss von verunreinigten Lebensmitteln rund zwei Tage lang übergeben und leiden unter Durchfall. Bei besonders harten Fällen wird empfohlen, einen Arzt aufzusuchen.

Urlaubsapotheke nicht vergessen!

Bei den typischen Urlaubsdurchfällen braucht man aber den Onkel Doktor meist nicht. Die einfache Hausapotheke tut's auch. Am wirksamsten stoppt das Mittel Loperamid die unangenehmen Ausscheidungen. Dabei handelt es sich um ein Opioid, das aber nur im Darm wirkt. Gesunde Menschen können dieses apothekenpflichtige Medikament bedenkenlos einnehmen. Gerade wer - wie Georg - anfällig für Durchfälle ist, sollte es im Urlaub stets bei sich tragen. Die populärste Marke ist dabei Imodium, es gibt aber auch billige Generika. Eine Packung mit zehn Kapseln sind schon unter zwei Euro zu haben. Dieses Medikament ist nicht für den Dauereinsatz gedacht, da es dann zu Verstopfung führen kann. Für den Urlaub ist es aber ideal.

Bei Durchfall ist es gerade in den schönsten Wochen des Jahres wichtig, viel zu trinken, da der Körper viel Flüssigkeit verliert. Besonders bei einem heißen Klima kann das den ungeübten Touristen aus dem kalten Deutschland schnell umhauen. Auch der Elektrolytverlust sollte ausgeglichen werden - also der Verlust an lebenswichtigen Stoffen wie Natrium, Kalium oder Kalzium. Bei starken Durchfallerkrankungen wie Cholera oder Ruhr ist fast immer der Verlust an Wasser und an Elektrolyten Todesursache. Bei leichten Durchfällen kann man sich selbst abhelfen. Allerdings sind die im Handel erhältlichen Elektrolytdrinks wie Isostar nicht ideal, da diese Zuckergetränke den Darm reizen - wie alle Limonaden. Ein wenig Multimneralpulver in Wasser tut's auch.

Aber schon vor dem Urlaub kann jeder dafür sorgen, dass Magen und Darm nicht gleich auf stur schalten. Hier ist eine ballaststoffreiche Ernährung wichtig, also Vollkornprodukte, Obst und Gemüse. Und wer seine Ernährung - wie Georg - von einem auf den anderen Tag komplett umstellt, muss immer mit Problemen rechnen. Viel besser wäre es, zu Hause schon die ein oder andere thailändische Spezialität zu probieren - oder einfach ein paar Chilischoten in die Spaghetti hineinzuschneiden.

Alkohol hilft hier (leider) nicht

Wen das gegenteilige Problem - also Verstopfung - plagt, sollte sich nicht zu sehr auf Medikamente verlassen. Denn sowohl chemische Hämmer als auch Hausmittelchen wie Rhabarberwurzeln funktionieren sehr gut - und man ist erstmal für einige Stunden auf der Toilette gefangen. Viel besser sind im Normalfall die in Drogeriemärkten erhältlichen Verdauungs- oder Leber-Galle-Tees. In den meisten Fällen hilft aber eine einfache Lösung: Viel trinken. Alkohol hilft hier (leider) nicht. Die Lieblingsdroge der Urlauber entzieht dem Körper Wasser und macht damit (neben anderen Gesundheitsbeschwerden) den Stuhlgang schwerer.

Für seinen nächsten Urlaub ist Georg vorbereitet: Im Rucksack hat er nun immer ein Päckchen Loperamid, eine Flasche Wasser und zwei Packungen Taschentücher. Diese kann er dann schnell in Toilettenpapier umfunktionieren, falls doch mal etwas schief geht. Denn in Thailand gibt es auf öffentlichen Toiletten oft kein Papier, sondern nur Wasser und die eigene Hand.



#1 XDAAnonym
  • 01.01.2010, 14:52h

  • Frohes neues Jahr. Schöner Artikel. Man sollte aber nicht gleich zu Imodium etc. greifen, da das wie beschrieben den Darm lähmt und bei bakteriell oder viral bedingtem Durchfall dazuführt,dass die Übeltäter im Magen/Darm bleiben. Besser hier Perenterol, was der Darmflora hilft sich zu regenerien oder aussitzen.
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