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OKTOBER: Karlsruhe wird Homo-Aktivist

Die neuen Regierungen in Thüringen und Schleswig-Holstein vereinbaren im Koalitionsvertrag eine Gleichstellung von Lesbenspartnern im Landesrecht. Die CDU/FDP-Regierungskoalition in Hessen legt hingegen - trotz eines anderslautenden Versprechens - keinen entsprechenden Entwurf vor. Dann urteilt das Bundesverfassungsgericht am 22. Oktober entgegen allen Vorinstanzen, dass Lebenspartner im öffentlichen Dienst einen Anspruch auf Hinterbliebenenversorgung haben. Es ist das erste Mal, dass Karlsruhe die Rechte von Schwulen und Lesben nicht nur bestätigt, sondern ausweitet. Und das Urteil gibt zwischen den Zeilen den Politikern auf, alle weiteren Ungleichbehandlungen von Ehe und Lebenspartnerschaft zu entfernen.

In den folgenden Wochen kündigen viele Bundesländer eine Anpassung des Landesrechts an, darunter Bayern. Der Spruch aus Karlsruhe hat auch Auswirkungen auf den Koalitionsvertrag zwischen CDU und FDP im Bund, der nur wenige Tage später vorgestellt wird. Er verspricht eine Besserstellung von Lebenspartnern vor allem im Steuerrecht, verzichtet aber auf den Punkt Adoptionsrecht. Eine Hirschfeld-Stiftung soll eingerichtet und das Transsexuellengesetz reformiert werden. In Stuttgart deutet sich an, dass der homophobe CDU-Politiker Stefan Mappus Nachfolger von Günther Oettinger als Ministerpräsident werden wird. Die "Welt" veröffentlicht ein homophobes Essay aus der "Weltwoche", eine Homo-Gurke und eine Replik von Volker Beck folgen.

Das Schwulenzentrum in Bonn muss Insolvenz anmelden, auch die Weissenburg in Stuttgart steht vor dem Ende. Der Deutsche Fußball-Bund stellt das Länderspiel Deutschland gegen Finnland in Hamburg unter das Motto "Gegen Homophobie im Fußball" und verteilt Flyer. Nach dem Selbstmord von Nationaltorwart Robert Enke im November wird DFB-Präsident Zwanziger immer wieder betonen, wie wichtig das Aufbrechen von Tabus wie Depressionen oder Homosexualität im Profisport ist.

US-Präsident Obama tritt vor der Human Rights Campaign auf, gegen Ende des Monats unterzeichnet er das Matthew-Shepard-Gesetz; Straftäter erhalten nun eine höhere Strafe, wenn sie aus Homo-Hass handeln. Kalifornien führt einen Gedenktag an Harvey Milk ein. Ein Gesetzentwurf wird in das Parlament Ugandas eingebracht, der die Todesstrafe für "schwere Homosexualität" vorsieht. Der jamaikanische Reggae-Sänger Buju Banton trifft sich für 40 Minuten mit Homo-Aktivisten, die danach weiterhin Konzertabsagen fordern. In Breslau trifft eine Homo-Demo auf 300 Gegendemonstranten, die Polizei schützt den "Marsch für Gleichberechtigung" mit Tränengas. In Liverpool wird ein schwuler Polizei-Azubi durch eine Attacke von bis zu 20 Jugendlichen lebensgefährlich verletzt, eine weitere schwulenfeindliche Attacke durch eine Gruppe Jugendlicher folgt wenige Tage später.

Der frühere Lebenspartner von "Little-Britain"-Star Matt Lucas, Kevin McGee, begeht Selbstmord. Am 11. Oktober stirbt der offen schwule Sänger von Boyzone, Stephen Gately, im Alter von 33 Jahren.

NOVEMBER: Artikel 3 bleibt hetero, Sizzla vereint Szene

Die Initiative der Bundesländer Berlin, Bremen und Hamburg, ein Diskriminierungsverbot aufgrund der sexuellen Identität in das Grundgesetz aufzunehmen, findet keine Mehrheit im von der Union dominierten Bundesrat. Der CSU-Politiker Norbert Geis spricht bei "Maischberger" von Homosexualität als "Fehlentwicklung". Die Regierung in Österreich beschließt die Einführung einer Lebenspartnerschaft mit weitgehenden Rechten zum 1. Januar. Sie sieht keine Eintragung im Standesamt vor, in Großstädten ist dies aber durch eine Hintertür möglich. Ein Gericht in Graz verbietet es auf Antrag seiner Witwe vielen Medien, über die sexuelle Orientierung eines verstorbenen Politikers zu spekulieren.

Der jamaikanische Hass-Sänger Sizzla tourt durch Deutschland. In Berlin demonstrieren rund 500 Menschen gegen den Sänger, nach dem Kesselhaus am Nachmittag sagt auch eine Ersatz-Location das Konzert in letzter Minute ab. In Wuppertal tritt Sizzla zweimal auf, beide Male begleitet von Protesten auf der anderen Straßenseite. Auch in München und Stuttgart darf Sizzla vor Publikum singen.

US-Präsident Obama hebt das Einreiseverbot für HIV-Positive auf, es tritt zum Jahreswechsel in Kraft. Der Iran verurteilt drei Jugendliche wegen Homosexualität zum Tode. In Puerto Rico wird ein 19-jähriger Schwuler verbrannt, geköpft und zerstückelt. Der wenig später festgenommene Täter gibt an, er habe George Steven Lopez Mercado für eine Frau gehalten und in Notwehr gehandelt, die Polizei geht weiterhin von einem Hassverbrechen aus. In Italien wird Piero Marrazzo verbrannt in ihrer Wohnung gefunden. Die Transsexuelle stand im Mittelpunkt eines Polit-Skandals.

Eine Studie im Auftrag der katholischen Bischofskonferenz kommt zu dem Ergebnis, dass es keine Verbindung gibt zwischen der sexuellen Orientierung eines Priesters und dessen Wahrscheinlichkeit, Kinder zu schänden. Eine Webseite kündigt an, schwule Priester zu outen. Das US-Magazin "Washington Blade" stellt das Erscheinen ein, das Magazin "Advocate" wird zur Beilage des Magazins "Out".

DEZEMBER: Einwirken auf Uganda, Homo-Ehe in Latein-Amerika

Der frühere Gesundheitsminister des Vatikans, Javier Lozano Barragán, behauptet, dass Schwule nicht in den Himmel kommen; Radio Vatikan schickt eine umgehende Distanzierung zwischen den Zeilen um die Welt. Dann verurteilt der Vatikan in einer Stellungnahme bei den Vereinten Nationen alle Formen von Gewalt und Diskriminierung gegenüber Schwulen und Lesben, insbesondere Menschenrechtsverletzungen wie Folter und Exekutionen von Homosexuellen.

Damit reagiert selbst der Heilige Stuhl auf die Pläne Ugandas, eine Todesstrafe für "schwere Homosexualität" einzuführen. Politiker und Diplomaten aus der ganzen Welt reden auf das Land ein, das Ende Dezember ankündigt, von der Todesstrafe abzusehen. Mit dem Gesetz, dass 2010 endgültig beraten wird, soll Homosexuellen allerdings weiterhin Lebenslänglich drohen, auch für "Beihilfe" wie etwa die Vermietung einer Wohnung an Schwule oder Beratungstätigkeiten sollen Haftstrafen drohen.

Mexiko-Stadt öffnet die Ehe für schwul-lesbische Paare und gibt ihnen ein Adoptionsrecht. Zur ersten Ehe eines Homo-Paares in Latein-Amerika kommt es jedoch in Argentinien: Alex Freye und José María di Bello geben sich in Ushuaia das Ja-Wort, nachdem es in der Hauptstadt Buenos Aires zunächst nicht geklappt hatte. In Malawi, wo Homosexualität unter Strafe steht, feiert ein schwules Paar eine öffentliche Ehe-Zeremonie und wird verhaftet. Die beiden Männer werden in Einzelzellen untergebracht, ein Prozess erwartet sie im neuen Jahr.

Der Senat von New York lehnt die Einführung der Homo-Ehe ab, trotz demokratischer Mehrheit. Liechtenstein und Portugal kündigen die Einführung der Homo-Ehe für 2010 an. Hamburg stellt verpartnerte Beamte rückwirkend zum 1. August 2001 gleich, die Versorgungsanstalt des Bundes rückwirkend zum 1. Januar 2005. Die EU-Grundrechtecharta tritt in Kraft, sie verbietet Diskriminierung aufgrund der sexuellen Ausrichtung.

Der Hasssänger Buju Banton wird für den Grammy nominiert und wenig später in den USA wegen des Besitzes von über 5 Kilogramm Kokain verhaftet. Der schwule Pornostar Dustin Michaels stirbt im Alter von 23 Jahren bei einer Verhaftung durch die Polizei, als er nach einem Taser-Einsatz an einem Tütchen Haschisch erstickt.

Der CO-Trainer eines Zweitligisten ärgert sich über einen "schwulen Schiri". Der engagierte DFB-Präsident Zwanziger erwartet resigniert kein Outing eines Profi-Fußballers mehr und beendet damit die Diskussion des Jahres: "Ich habe in letzter Zeit mit einigen Leuten geredet , die in dieser Situation sind, und sie haben mir vermittelt, weshalb sie sich nicht outen wollen. Es hängt damit zusammen, dass für einen Homosexuellen im Fußball die persönlichen Bindungen, die Freude am Sport und auch das Geldverdienen verloren gehen können, wenn er sich outet", sagt er dem Kölner "Stadt-Anzeiger". Dafür outet sich gegen Ende des Jahres der walisische Rugby-Nationalspieler Gareth Thomas.

Zusammengestellt von Norbert Blech, Collage von Christian Scheuß.

Youtube | Malte Fuhrer und Jan-Philipp Scherz aus Köln haben einen eigenwilligen Jahresrückblick bei Youtube eingestellt. Mehr Infos zum


#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
#2 Good ol friendAnonym
  • 01.01.2010, 14:04h
  • Antwort auf #1 von FoXXXyness
  • Oder besser gemeinsam dafür sorgen, dass es nicht noch mehr hiervon bringt:

    www.welt.de/die-welt/politik/article5684732/Wenn-alles-geht-
    geht-nichts-mehr.html


    Die zentrale Frage lautet: Wie lange noch dürfen selbsternannte Herrenmenschen auf uns und unserer sexuellen Identität weitgehend ungestraft herumtrampeln? Wie lange noch jedem Menschen von kleinauf eine heterosexuelle Identität unterstellen und aufoktroyieren?

    Obiger Artikel ist übrigens ein ziemlich billiger Versuch, seine eigene mittelalterliche Ideologie als Zukunftsprognose zu verpacken. Und extrem peinlich für jemanden, der sich als Experte für "Kultur" ausgibt noch dazu. Glücklicherweise begann die Menschheitsgeschichte ja nicht erst mit dem - ich greife die Vokabel aus einem anderen Thread auf - zwangsneurotischen (!) und zwangsheterosexuellen Wahn des Christentums.

    Ich wünsche allen hier ein schwules neues Jahr!
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#3 Dr. C. HeiterAnonym
#4 MismuschelAnonym
  • 01.01.2010, 15:48h
  • Antwort auf #1 von FoXXXyness
  • Bestimmt mehr Mises.

    "Eine Regierung sieht sich immer dann genötigt, zu inflationistischen Maßnahmen zu greifen, wenn sie den Weg der Anleihebegebung nicht zu betreten vermag und den der Besteuerung nicht zu betreten wagt, weil sie fürchten muss, die Zustimmung zu dem von ihr befolgten System zu verlieren, wenn sich seine finanziellen und allgemein wirtschaftlichen Folgen allzu schnell klar enthüllen. So wird die Inflation zu dem wichtigsten psychologischen Hilfsmittel einer Wirtschaftspolitik, die ihre Folgen zu verschleiern sucht. Man kann sie in diesem Sinne als ein Werkzeug antidemokratischer Politik bezeichnen, da sie durch Irreführung der öffentlichen Meinung einem Regierungssystem, das bei offener Darlegung der Dinge keine Aussicht auf die Billigung durch das Volk hätte, den Fortbestand ermöglicht.".........

    Ludwig H. Edler von Mises, 1923

    de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_von_Mises

    .............Die grob materialistische Auffassung, die sich unsere Zeit für die Erklärung jeglichen Geschehens zurecht gezimmert hat, sieht in der Geldentwertung einen durch bestimmte „materielle“ Ursachen bewirkten Vorgang und sucht nach irgendwelchen währungstechnischen Mitteln, um sie zu bekämpfen. Man merkt nicht oder will nicht merken, daß die Wurzeln der Geldentwertung ideologischer Natur sind. Nicht die „wirtschaftliche Lage“ bringt die Geldentwertung mit sich, sondern die inflationistische Politik. Das Übel ist geistiger Art. Das Verkennen des Wesens des Geldes und die schiefe Beurteilung der Folgen der Geldentwertung haben die nun allgemein beklagten Zustände geschaffen. Der Inflationismus ist auch keine isolierte Erscheinung; er ist nur ein Glied des gesamten wirtschaftspolitischen und sozialphilosophischen Ideengebäudes unserer Zeit. Er gehört zum Imperialismus, zum Militarismus, zum Protektionismus, zum Etatismus, zum Sozialismus wie die Gut-Geld-Politik der Goldwährungsleute zum Liberalismus, zum Freihandel, zum Kapitalismus, zum Pazifismus gehört hatte. Und wie die Weltkatastrophe, die über die Menschheit seit 1914 hereingebrochen ist, kein Elementarereignis ist, sondern das notwendige Ergebnis der Ideen, die unsere Zeit beherrschen, so ist auch die Zerrüttung des Geldwesens nichts als die notwendige Folge der Herrschaft bestimmter geldwertpolitischer Ideologien.
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#5 MiesmacherAnonym
  • 01.01.2010, 16:35h
  • Antwort auf #4 von Mismuschel
  • Seltsam.

    Wir leben in einer Zeit des Imperialismus, Militarismus, Protektionismus, vor allem des Turbokapitalismus,

    aber dass wir in einer Zeit des Sozialismus leben, ist mir neu.

    "Von Mises hielt den Kapitalismus für einen Garanten menschlicher Freiheit und das einzig funktionsfähige Wirtschaftssystem."

    Soviel dazu.
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#6 HORRORSKOP 2010Anonym