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Im ostafrikanischen Malawi geht die Justiz mit aller Härte gegen ein Homo-Paar vor, das sich öffentlich geoutet hat - im Gefängnis soll es bereits zu gewalttätigen Übergriffen gekommen sein.

Der 20-jährige Tiwonge Chimbalanga und der 26-jährige Steven Monjeza hatten sich vor einer Woche in einer symbolischen Hochzeitsfeier vor 500 Zuschauern in Blantyre das Ja-Wort gegeben. Zwei Tage nach dem Fest wurden sie in ihrem gemeinsamen Haus von den Behörden festgenommen. Sie werden nun angeklagt wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses und Unzucht zwischen Männern. Dem Paar droht 14 Jahre Haft.

In medizinischen Tests will nun die Staatsanwaltschaft feststellen, ob Geschlechtsverkehr stattgefunden hat. Menschenrechtsorganisationen kritisierten Zwangstests bereits als Menschenrechtsverletzung und forderten, das Paar umgehend freizulassen.

Chimbalanga und Monjeza haben bei einer ersten Anhörung auf "nicht schuldig" plädiert. Sie erklärten, es gebe keine Beweise, dass sie Geschlechtsverkehr miteinander gehabt haben. In einem Interview mit der britischen Zeitung "Times" sagten sie auch, sie seien im Gefängnis mehrfach geschlagen und misshandelt worden.

Beide "Täter" versuchen nun, ihre Ehe mit einem Trick für legal zu erklären: So sagte Chimbalanga, der teilweise Frauenkleider trägt, dass er sich als Frau fühle und daher auch in Malawi eine Ehe mit einem Mann eingehen dürfe. "Ich liebe meinen Mann. Gesetze sollten Liebe nicht verbieten", so Chimbalanga.

"Andere Frau"

Monjeza erklärte dagegen, er sei bei der Hochzeitsfeier nicht zurechnungsfähig gewesen, da er zu viel Alkohol getrunken habe: "Mir ist wohl alles zu Kopf gestiegen. Ich wollte berühmt sein und bereue das jetzt", so Monjeza zur "Times". "Ich erkläre das ganze hiermit für ungültig. Ich bin nicht verrückt. Ich habe eine andere Frau, die ich heiraten wollte, aber ich liebte Tiwonge. Jetzt muss ich mich wohl bei der anderen Frau entschuldigen."

Sex zwischen Männern kann im mehrheitlich christlichen Malawi zu Haftstrafen bis zu 14 Jahren führen. Das Gesetz ist ein Überbleibsel der britischen Kolonialherren, die das Land 1964 in die Unabhängigkeit entließen. In Großbritannien ist das Homo-Verbot zwar 1968 aufgehoben worden, in Malawi gilt es aber unverändert fort.

Malawi gehört zu den am wenigsten entwickelten Ländern der Erde. Das Bruttosozialprodukt des Landes entspricht dem Liechtensteins. Dabei leben dort mit 15,2 Millionen Einwohnern 430 Mal mehr Menschen als in dem europäischen Fürstentum. (dk)



23 Kommentare

#1 jörgAnonym
  • 04.01.2010, 16:05h
  • Gibt's eigentlich auf diesem ganzen grauenhaften Kontinent ein einziges Land (mit - vielleicht - der Ausnahme von Südafrika), in dem ein schwuler Mann einigermaßen menschenwürdig leben kann?
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#2 Tobias MAnonym
  • 04.01.2010, 16:16h
  • Es Wirt immer Schlimer Mit Den Gesetzten:-(

    Dem Land Sollte Man Auch gelder streichen und
    Die nato,vereintennationen solten Solche regirungen. Besser und schneller bestrafen, den Das ist Asslozial Das man Menschen Die sich lieben Bestraft:-(

    Da merkt man Das dort Der glaube noch zuviel Macht und einflus auf die regirung hat.

    sowas muss aufhören aber sofort
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#3 seb1983
  • 04.01.2010, 16:20h
  • "In medizinischen Tests will nun die Staatsanwaltschaft feststellen, ob Geschlechtsverkehr stattgefunden hat."

    Einfach nur widerlich.
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#4 FoXXXynessEhemaliges Profil
#5 UnitedAntifaAnonym
#6 UnitedAntifaAnonym
#7 Katrin
  • 04.01.2010, 17:29h
  • Der christliche Gott ist kein liebender Gott, sondern ein extrem eifersüchtiger, streng strafender Gott. Er schafft es zwar nicht Schaden von den eigenen Schäfchen, oder seinem eigenen Sohn abzuhalten, aber dafür straft er seine Schäfchen um so rigoroser.
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#8 Oh je Oh jeAnonym
  • 04.01.2010, 19:32h
  • Hallo, denkt bitte mal nach, bevor ihr alle afrikanischen Länder einfach verteufelt!

    Natürlich ist es unerträglich, was hier passiert. Klar. Die hierfür politisch verantwortlichen -die in der Regel über einen europäischen Bildungshintergrund verfügen- sollten definitiv geächtet werden!!!

    Interessanterweise ist Homosexualität in den meisten 'Tribal Areas' kein Thema und wird als vollkommen normal wahrgenommen.

    Die sich in Schwulenverfolgung manifestierende verquere Sicht der Dinge haben erst unsere ach so christlichen Missionare nach Afrika gebracht. Deren Moral ist allerdings noch aus der Zeit vor der Aufklärung!

    Wollt Ihr ein liberales Afrika? Dann solltet Ihr sehr wohl dafür sorgen, dass die Bevölkerung mehr Rechte und bessere Bildung erhält; erst dann werden sich die Menschen nicht mehr von irgendwelchen zweifelhaften Potentaten unterdrücken lassen und nicht mehr den sogenannten Heilslehren gemeingefährlicher katholischer Geistlicher (Papst Joh. Paul II. hat in Malawi - eines der AIDS-Kathastropengebiete dieser Welt- massiv gegen den Einsatz von Kondomen gepredigt) folgen.

    Insofern bin ich GEGEN ein generelles Aussetzen von Entwicklungshilfemaßnahmen, sondern vielmehr für einen zielgerechteren Einsatz dieser Mittel.
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#9 AndyAnonym
  • 04.01.2010, 19:59h
  • Antwort auf #7 von Katrin
  • Auf dem Papier ist Deutschland auch ein überwiegend christliches Land. Diese Info sagt ja mal gar nichts aus. Es kommt eben an wie Christentum gelebt wird: Barbarisch und undifferenziert oder aufgeklärt und kritisch. Im Gegensatz zum Islam etwa haben Judentum und Christentum immerhin sowohl eine Reformation als auch eine Aufklärung erfahren....davon weiß man allerdings in einigen (vor allem afrikanischen) Ländern wenig.
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#10 GerdAnonym
  • 04.01.2010, 20:47h
  • Tja außer Südafrika, wo die Ehe sogar geöffnet wurde, ist der Kontinent Afrika mit Abstand der Schlimmste Kontinent der Welt für homosexuelle Menschen. Nur in Teilen Asiens ist es ähnlich schlimm.

    Was kann man dagegen machen ? Da es sich allesamt um Entwicklungsstaaten handelt, muss ein Schwerpunkt der LGBT Arbeit und des LGBT Lobbyismus auf die deutsche und europäische Entwicklungshilfe gesetzt werden.
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