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Vertreter der größten Partei der Schweiz haben sich in den letzten Wochen wiederholt über Homo-Aktivisten empört - und versuchen, Schwule in den eigenen Reihen ruhig zu stellen.

Der 19-jährige Anian Liebrand ist empört: Der Luzerner Chef der Jungen Schweizerischen Volkspartei (JSVP) hat - wie Mitglieder anderer rechtsgerichteter Parteien auch - Anfang des Jahres eine E-Mail von der Gaydating-Plattform Pink Map erhalten. Darin werden schwule und lesbische Mitglieder aufgefordert, sich zu outen. Gerade Homosexuelle im politisch rechten Lager hätten es oft schwer, offen zu leben, erklärte der Geschäftsführer der Seite. Er forderte "mehr Wärme und Unterstützung von diesen Parteien".

"Mann und Frau gehören zusammen"

Liebrand will aber sogleich deutlich machen, dass er nicht zu dieser Minderheit gehört: "Es ist eine Frechheit, so in meine Privatsphäre einzudringen", erklärte der Jungpolitiker. "Solchen Randgruppen mehr Wärme zu geben, ist nicht die Aufgabe unserer Partei." Es liege schließlich in "in der Natur der Menschheit, dass Mann und Frau zusammengehören".

Der Ausfall des Nachwuchs-Nationalkonservativen ist kein Einzelfall: Die Schweizerische Volkspartei, die bei der letzten Nationalratswahl 29 Prozent der Stimmen erhielt und damit zur stärksten politischen Kraft wurde, gilt als größter Gegner von Homo-Rechten im Parlament. Im Wahlkampf hatte die Partei postuliert, dass sich Homosexualität "gegen die Familie, den Ort des Fortbestandes des menschlichen Geschlechts und also auch des Überlebens einer Nation" richte. Homo-Aktivisten klagten erfolglos gegen diese Aussage. Die Richter argumentierten, dass diese Feststellungen keine Einzelperson diskriminieren würden (queer.de berichtete).

Auf der politischen Bühne macht die Partei vor allem durch populistische Äußerungen auf sich aufmerksam: So forderte ein SVP-Nationalrat im vergangenen Jahr, Schwule und andere Risikogruppen zwangsweise auf HIV zu testen (queer.de berichtete).

Angst vor "extremen Forderungen" von Homo-Parteimitgliedern

Auf die Gründung der GaySVP im Dezember schaut die Parteiführung mit Argwohn. "Wir Schwulen müssen uns organisieren, so wie es auch die Bauern tun", erklärte der Kantonalabgeordnete Thomas Fuchs, einer der Gründer der GaySVP. Sogleich spürte die Gruppe Gegenwind. Nationalrat Oskar Freysinger kritisierte die neue Gruppe scharf: "Ich bin dagegen, dass sich für jedes Spezialanliegen ein Grüppchen bildet. Schwierig wird es bei dieser Organisation vor allem, wenn sie mit extremen Forderungen auftritt", so Freysinger. "Extrem" sei etwa das Adoptionsrecht für Schwule und Lesben oder Homosexualität im Lehrplan der Schulen. Dennoch könnten angepasste Schwule mitarbeiten: "Für Homosexuelle, die eine strikte Ausländerpolitik verfolgen und die Souveränität des Landes nicht aufs Spiel setzen wollen, gibt es wohl keine andere Partei als die SVP."

Die Mutterpartei untersagte daher der GaySVP, das Parteilogo mit der aufgehenden Sonne zu verwenden. Auf ihrer Website benutzen die Homo-Konservativen stattdessen nur ein stilisiertes Logo. Sie erklären stolz, dass sie "bereits 27 Mitglieder" zählen. Besonders organisiert geben sie sich aber nicht: So finde die erste Zusammenkunft "spätestens in einer Woche; wo und wann noch offen" statt.

Die SVP hat an der Wahlurne zuletzt Erfolge mit einer restriktiven Ausländerpolitik und Kritik am Islam erreicht. Im November gewann die Partei überraschend die Volksabstimmung "Gegen den Bau von Minaretten". Seitdem dürfen keine Türme mehr an Moscheen gebaut werden. Auch das Lebenspartnerschaftsgesetz lehnte die SVP strikt ab. 2005 stimmte jedoch eine Mehrheit von 58 Prozent für die Einführung der "Ehe-Light" für Schwule und Lesben. (dk)



68 Kommentare

#1 UrsAnonym
  • 05.01.2010, 12:42h
  • War Liebrand an der Einladung H.M. Broders beteiligt ? Der hat doch bei denen gegen die
    muslimische Minderheit in der Schweiz gehetzt ?
    War das nicht in Luzern ?
    Übles Pack.
    Miese Querfronten.
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#2 Hühner-HugoAnonym
  • 05.01.2010, 14:40h
  • Es ist bemerkenswert, dass rechte Parteien so viel Zulauf von schwulen Männern haben. Die Beispiele Niederlande, Österreich und die Schweiz haben gezeigt, dass Schwule dort selbst in gehobene und hohe Positionen vorrücken können. Heutzutage haben Schwule offensichtlich weniger Angst vor ihren eigenen -rechtsgerichteten- Landsleuten als vor fanatischen Moslems. In den Niederlanden stellt sich die Partei von Geert Wilders sogar schützend vor Schwule und Lesben. Schwule, die von moslemischen Jugendlichen angegriffen wurden, könnten auf den Gedanken kommen, solche Parteien zu unterstützen.
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#3 goddamn. liberalAnonym
  • 05.01.2010, 15:00h
  • Wenn die Linke wieder richtig links und die Liberalen wieder richtig liberal werden, dann werden auch die Rechtsparteien an Zulauf verlieren.
    Der Antiklerikalismus muss halt nur gerecht auf ALLE abrahimischen Religionen verteilt werden und die alberne kulturrelativistische Naturschutzpolitik gegenüber reaktionären Muslimen muss aufhören...

    Der postmoderne europäische Selbsthass, den der idiotische Dämlack Foucault 1979 bei seinen Jubelartikeln aus Teheran an den Tag legte, wirkt halt noch nach. Aber gerade da werden wir vielleicht die erste neomoderne Revolution erleben dürfen...

    Andererseits erleben die schwulen SVPler gerade, dass es kein Wahres im Falschen gibt. Eigentlich ganz gut so!
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#4 eMANcipationAnonym
  • 05.01.2010, 15:39h
  • Antwort auf #3 von goddamn. liberal
  • "die alberne kulturrelativistische Naturschutzpolitik gegenüber reaktionären Muslimen muss aufhören."

    Das ist im Kern derselbe Unsinn, den auch die SVP absondert.

    Wenn in unserer Gesellschaft irgend etwas aufhören muss, dann "die alberne kulturrelativistische Naturschutzpolitik gegenüber reaktionären" CHRISTEN und die Unterwanderung von Staat und Politik durch eben dieselben. Gleiches gilt für Rassisten und Neonazis.

    Denn wer solche menschenverachtenden, volksverhetzenden Parolen schwingt wie im Artikel zitiert - sei es gegen Schwule, sei es gegen andere gesellschaftliche Gruppen - muss als das benannt werden, was er ist!
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#5 eMANcipationAnonym
#6 Schwyzer SchokiAnonym
  • 05.01.2010, 15:55h
  • Vielleicht sollte man den schönen Herrn Liebrand mal flachlegen und ihm zeigen, wie geil Homosex doch gegenüber dem Stino-Hetensex ist! Er würde nach dem Aussehen glatt als Schwuler durchgehen!
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#7 schwulenaktivist
  • 05.01.2010, 15:59h
  • Es ist nicht zu übersehen, dass gewisse Homosexuelle (Diejenigen, die über ihre Situation denken, nenne ich Schwule!) völlig unter der Moralfuchtel leben. Sie sind vorauseilend gehorsam, und freuen sich, wenn Andere ihre eigenen Kohlen aus dem Feuer holen... (zB. viele Bisexuelle)

    Das Beispiel der Abrahamischen Religionen und der katholischen Kirche zeigt eindrücklich, wohin das führt: zu Selbstverleugnung und hündischem Gehorsam. Alle die vielen christlichen Homosexuellen-Gruppen konnten in Jahrzehnten praktisch nichts ändern. Eher nimmt ein Papst Holocaust-Leugner wieder in den Schoss zurück...

    Auch das Beispiel Haider ist typisch! Mit verhaltener Männlichkeit, dem sogenannten "Feschismus" (von fesch, männlich) binden rechtsbürgerliche Bisexuelle und Heteros Homosexuelle an ihre Parteien, von denen diese die "wahre Männlichkeit" und Anerkennung erhoffen. (In diesem Fall von der SVP!)

    Auch heute winden sich Junghomos vor den Heteros, indem sie "hetero-friendly" Parties organisieren und damit ganz fesch die "ausgrenzende Einschlägigkeit" (Mann lasse sich das im Hirn zergehen!) gegenüber Heterosexuellen verhindern wollen. Plötzlich sind nicht mehr die Heteros ausgrenzend, sondern "die Schwulen"! Dabei hatten Heteros schon immer Zutritt zu allen Veranstaltungen, aber sie kamen nicht! (Warum wohl? Hier begänne das Denken!)

    "Wenn wir doch nur alle so wie Heteros wären, dann hätten wir keine Probleme mehr"!
    Hat jemand völlig "feschisierend" geschrieben. Klar. Die Gesellschaft wünscht sich "die Homosexuellen" weg vom Tisch - was sie dann darunter treiben müssen, ist ihnen wurscht.
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#8 GerdAnonym
  • 05.01.2010, 15:59h
  • Achja unsere Rechtskonservativen und Rechtsradikalen in Europa:

    * SVP in der Schweiz und Freiheitliche Partei Österreichs in Österreich

    Während in der Schweiz die Linkskonservativen/Konservativen mit der Christlichdemokratischen Volkspartei das Partnerschaftsgesetz unterstützt haben und in Österreich die linkskonservative/konservative ÖVP ebenso das jetzt in Kraft getretene Partnerschaftsgesetz unterstützt hat, kam von den Rechtskonservativen/Rechtsradikalen lauter, massive Angriffe im letzten Jahrzehnt.

    Was lernen wir daraus als homosexuelle Menschen:

    Im Bereich der rechtskonservativen und rechtsradikalen Menschen gibt es die größten Widerstände gegen homosexuelle Paare und deren staatlichen Anerkennung. Aber Neu ist das eigentlich nicht, wenn man an die schrecklichen Taten der Nationalsozialisten zurückerinnert.

    Gut das wir in Deutschland bisher "nur" die NPD und die Republikaner haben, die kaum bisher politische Bedeutung in den letzten Jahrzehnten hatten.
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#9 goddamn. liberalAnonym
  • 05.01.2010, 16:11h
  • Antwort auf #4 von eMANcipation
  • Weshalb muss mir Khomeini sympathischer sein als Franco und Ratzinger?

    Es gibt genug Iraner, denen er auch nicht sympathischer ist....

    Kulturrelativismus ist Unsinn und im Kern rassistisch, weil er dem Gegenüber, der aus einer angeblich anderen Kultur stammt, nicht die Humanität zuspricht, die man für sich selbst gerne in Anspruch nimmt...
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#10 Tobi CologneAnonym
  • 05.01.2010, 16:44h
  • 1. Es liegt nicht in der "Natur des Menschen", dass Mann und Frau zusammen sind. Sondern dass Menschen, die sich lieben, zusammen sind.

    Dass es Dinge gibt, die Herr Liebrand nicht versteht, ist sein Problem, aber seine Meinung legt nicht die Fakten fest, auch wenn er das (wie alle Ewiggestrigen) immer meint.

    2. Wenn er sich alleine schon von der Konfrontation mit dem Thema Homosexualität belästigt fühlt und als Eindringen in seine Privatsphäre empfindet, dann hat er verdammt große Probleme und dann ist in seinem Leben irgendwo was gehörig schief gelaufen.

    3. Natürlich sollten wir Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen uns stärker organisieren. Wenn man mal guckt, wie relativ wenig wir immer noch erreicht haben (wir sind nach wie vor als einzige Bevölkerungsgruppe nicht 100% gleichgestellt, dort ebenso wie hier) obwohl wir zahlenmäßig weit mehr sind als so manch andere Gruppe, die viel weiter ist, dann erkennt jeder, dass wir uns stärker vernetzen und organisieren müssen.

    Organisationen wie in Deutschland der LSVD sind da ein guter erster Schritt...
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