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Anders als von Homo-Gegnern behauptet, schwächt die Ehe-Öffnung keine heterosexuellen Beziehungen – die Zahl der Scheidungen nahm in homofreundlichen Staaten sogar ab.

Der New Yorker Statistiker Nate Silver verglich die rechtliche Lage für gleichgeschlechtliche Paare mit dem prozentualen Anteil von Ehescheidungen in den amerikanischen Bundesstaaten. Er benutzte dabei die offiziellen Scheidungszahlen der US-Regierung zwischen 2003 und 2008.

Er kam zu überraschenden Ergebnissen: In Massachusetts, dem damals einzigen Staat mit Homo-Ehe, ging die Zahl der Anteil der Scheidungen um 21 Prozent zurück. In Staaten ohne einem in der Verfassung verankerten Ehe-Verbot für Schwule und Lesben gab es sieben bis acht Prozent weniger Scheidungen. In Staaten, die das Verbot in ihrer Verfassung festgeschrieben haben, nahmen die Scheidungen dagegen um ein Prozent zu. Die höchste Zunahme gab es in Alaska, das bereits 1998 die gleichgeschlechtliche Ehe in der Regionalverfassung verboten hat.

Nevada und Arkansas sind Scheidungshochburgen

Auch der gesamte Anteil an Scheidungen ist in homofreundlichen Staaten niedriger – am niedrigsten in Massachusetts. Am meisten Scheidungen gibt es in Nevada und Arkansas. Beide Staaten verbieten die Homo-Ehe. Nevada führte jedoch im Jahr 2009, für das noch keine Zahlen vorliegen, Eingetragene Partnerschaften ein.

Es ist unklar, warum die Zahl der Scheidungen in homofreundlichen Staaten abnahm. Klar scheint aber, dass es keine Korrelation zwischen Homo-Rechten und erhöhten Scheidungsraten gibt, wie es von Konservativen immer wieder behauptet wird. Homo-Gegner erklärten wiederholt, dass sie die Ehe-Öffnung ablehnten, weil diese zu einer Schwächung der (heterosexuellen) Ehe führen würde. Neben einer höheren Scheidungsrate sagen manche wie der Aktivist Robert Peters ("Morality in the Media") etwa eine Zunahme von Prostitution, Vergewaltigungen und Inzest voraus, falls sich Schwule und Lesben das Ja-Wort geben (queer.de berichtete).

Derzeit haben fünf der 50 US-Bundesstaaten sowie die Hauptstadt Washington die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet. Neun weitere Staaten haben mit "Civil Unions" oder "Domestic Partnerships" eine "Ehe-Light" im Gesetz. (dk)



12 Kommentare

#1 Gay DivorceAnonym
  • 13.01.2010, 14:05h
  • Da bekamen die Gegner der Homoehe ein Schuß vor den Bug mit dieser Statistik verpaßt. Hinzu kommt noch, daß sich die beiden Bundesstaaten Nevada und Arkansas als Eheschließungsorte mit ihrer hohen Scheidungsrate selbst disqualifiziert haben. Da bekommt in Nevada auch der Satz "Den Ehemann bzw. die Ehefrau in die Wüste schicken" eine wörtliche Bedeutung!
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#2 SebiAnonym
  • 13.01.2010, 15:57h
  • Ich fürchte nur, dass das die hassverblendeten, ideologisierten Homogegnern nicht beeindrucken wird.

    Die hatten es noch nie so mit Fakten und Argumenten und werden weiterhin ihre Lügen verbreiten, selbst wenn das Gegenteil längst bewiesen ist!!
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#3 herve64Profil
  • 13.01.2010, 16:05hMünchen
  • Nun ja, wie heißt es so schön: "Konkurrenz belebt das Geschäft." Das scheint hier analog zu gelten. ;-)
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#4 XDAAnonym
  • 13.01.2010, 16:26h
  • Ich bezweifel einfach, dass es einen signifikanten Zusammenhang zwischen Homo-Ehe und Scheidungen in Hetero-Ehen gibt. Oder glaubt hier wirklich jemand, dass ein Heteropaar an der (zerrütteten) Ehe festhält, weil es die Homo-Ehe in seinem Bundesstaat gibt oder, dass weil eben die Homo-Ehe existiert, sich das Verhalten zwischen Mann und Frau in der Ehe irgendwie ändert? Denn gerade das würde ja den Theorien der Kirche bestätigen, dass die Homo-Ehe irgendeine Wirkung auf die Beziehung von Unbeteiligten der Ehe hätte - egal ob wie von Kritikern behauptet negativer Natur, oder eben wie von dieser Studie suggeriert positiver Natur.

    Das ganze ist einfach eine Scheinkorrelation, genau wie der statistisch erwiesene Zusammehang zwischen der Geburtsrate von Kindern und der Storchenpopulation.

    //

    "So zeigt sich in Untersuchungen verschiedener Länder ein hoher Zusammenhang zwischen der Storchenpopulation und der Geburtenrate (teilweise bis r=0,7) im Laufe der Jahrzehnte. Die Erklärung dieses verblüffenden Zusammenhanges ist einfach: Durch bessere Bildungs- und Berufschancen der Frauen ging die Geburtenrate zurück, durch zunehmende Umweltbelastung die Storchenpopulation. Daher ist der Zusammenhang von Storchenpopulation und Geburtenrate rein zufällig, er ergibt sich statistisch einfach dadurch, dass sowohl Storchenpopulation wie auch Geburtenrate hoch mit der Wirtschaftsentwicklung korrelieren. Diese führte zu besseren Jobchancen für Frauen und dadurch auch zu geringeren Kinderzahlen wie auch zu einer zunehmenden Umweltbelastung und damit zu sinkenden Storchenpopulationen."
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#5 eMANcipationAnonym
  • 13.01.2010, 17:15h
  • Warum soll es überhaupt "gut" sein, wenn so genannte Ehen nicht wieder geschieden werden?

    Mittelalterliche Zwangskonstrukte, die den Bedürfnissen der allermeisten Menschen in keiner Weise gerecht werden, sollten besser aufgelöst als fortgeführt werden.

    Insofern handelt es sich - von der wissenschaftlichen Unzulänglichkeit einmal abgesehen (statistische Korrelation ist nicht gleich kausaler Zusammenhang) - also eher um einen Indikator für den allgemeinen gesellschaftlichen Rollback, eben den Rückfall in "wertkonservative" Zwangsjacken.

    Eine effektive Gleichberechtigung unterschiedlicher sexueller Identitäten und überhaupt Lebensweisen in der konkreten Lebenswirklichkeit der Menschen VON KLEINAUF ist eben nicht und schon gar nicht in erster Linie durch eine "Homo-Ehe" zu erreichen.

    Daher sind bürgerlich-konservative Bestrebungen bestimmter Homo-Aktivisten bzw. deren einseitige Fixierung auf der einen und heterosexueller Rollback auf der anderen Seite zwei Prozesse, die sich im Grunde bestens ergänzen und uns am Ende keine wirkliche Freiheit und Gleichberechtigung ALLER Lebensweisen bringen werden.
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#6 walterAnonym
#7 seb1983
#8 XDAAnonym
#9 VolumeProProfil
  • 13.01.2010, 18:08hMönchengladbach
  • Ob das ganze nur eine Zufallskorrelation ist, müsste mit Parallel-Studien, die sich auch mit anderen Staaten der Welt beschäftigen, festgestellt werden.

    Da in den meisten Staaten Westeuropas die Ehe geöffnet wurde oder eine Lebenspartnerschaft eingeführt wurde, könnte man Westeuropa gut als Vergleichsraum nutzen.
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#10 seb1983
  • 13.01.2010, 19:30h
  • Antwort auf #9 von VolumePro
  • Letzen Endes entscheidet ja nun der Anwender auf Grund sachlogischer Überlegungen wo ein Zusammenhang und in welcher Richtung er vorhanden ist oder vermutet werden kann.
    Ansonsten bringt die ganze schöne Rechnerei herzlich wenig, auch wenn vordergründig sogar Zusammenhänge aufgedeckt werden, siehe Storche. Der Computer rechnet ja einfach nur brav durch womit man ihn füttert und spuckt ein Ergebnis aus.

    Also: Gibt es einen objektiv logischen Zusammenhang zwischen Scheidungsrate und möglichen Homoehen den man unterstellen könnte? Aha, Nein? Danke fürs Gespräch
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