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Seit dem Hörbuch-Boom ist auch das Hörspiel wieder beliebt. Das liegt auch an neuen Sendeformen. Ein Überblick über die Produktionen mit schwul-lesbischen Inhalten.

Von Christian Scheuß

In den Achtzigern des vergangenen Jahrhunderts war das Radio schon einmal totgesagt worden. "Video Killed the Radio Star" sangen die Buggles in ihrem Hit von 1980. So ganz konnten Video und TV dem Radio zwar nicht den Garaus machen, doch die Sender mussten sich neu erfinden, um Hörer zu finden. Zumindest für nebenbei.

Im Jahr 2009 singt Robbie Williams "Reality Killed the Video Star" und das Radio lebt noch immer. Es ist sogar vitaler und lebendiger geworden. Das Internet und die DSL-Flatrate hat den Hörern einen komplett neuen Kosmos an Stationen aus aller Welt beschert. Und die öffentlich-rechtlichen Stationen nutzen neben dem Streaming das Web als Archiv für viele Töne, die man bislang verpasst hatte, da kein Empfänger in der Nähe war. Auch eine sehr spezielle Nische der ARD-Sendeanstalten, das Hörspiel, kommt zu neuen Ehren. Produktionen, die sonst nur zu späten Zeiten ausgestrahlt wurden, und entsprechend Wenige erreichten, sind inzwischen zum großen Teil für eine Weile als Download verfügbar, und damit per MP3-Player jederzeit abspielbar.

Neben dem klassischen Genre wie dem Krimi probieren die Sender auch immer wieder Neues aus. So senden die Jugendstationen plötzlich experimentelle Klangcollagen oder präsentieren Hörspielreportagen mit packenden und hochaktuellen Themen. Und so manches mit schwul-lesbischem Bezug findet sich im Jahresprogramm der ARD-Radios ebenfalls. Queer.de hat die relevanten Sendungen zusammengetragen, die der WDR produziert hat. In der Regel werden die Features auch von allen anderen Landesanstalten übernommen und an anderen Tagen ausgestrahlt. Über das Internet lassen sich jedoch überall die angegebenen WDR-Sendezeiten ansteuern. Alternativ kann man auch den "WDR-Radiorecorder" nutzen, eine Software, die die Sendungen automatisch mitschneidet und anschließend zum Download anbietet (siehe Link unten).

Tipps für Reportagen und Hörspiele

Gayngstas
Die heftigste Beleidigung im Hip Hop ist "Faggot" – "Schwuchtel". Es gibt kaum einen anderen Musikstil, in dem die Homophobie größer ist. Die einst gegen Diskriminierung rappenden "Niggas" prügeln verbal auf die vermeintlich schwächeren "Homos" ein. Doch Rapper Deadlee aus L.A. schlägt zurück. Als selbst ernanntes "queer bastard child of DMX and Lil Kim", als schwules Bastardkind zweier bekennend homophober Hip Hop-Künstler, flucht er in seinem Gayngsta Rap gegen die schwulenfeindlichen Töne seiner Kollegen.
WDR3, 08.02., 23:05h / 1LIVE, 09.02., 23h

Prima La Donna

Was macht die echte Opern-Diva aus, wodurch wird sie zur Ikone und Legende? Vier Primadonnen der 1950er- und 1960er- Jahre geben Antwort, in Wort und Ton: Martha Mödl, Ljuba Welitsch, Elisabeth Schwarzkopf und Leonie Rysanek. Sie alle sangen zur Zeit der Callas und konnten der "Primadonna assoluta" etwas Eigenständiges entgegensetzen.
WDR3, 05.04., 23:05h / 1LIVE, 20.04., 23h

LoveArtLab Rules

Was passiert, wenn sich eine ehemalige Pornoqueen und nun Performance- Künstlerin in eine Professorin für bildende Kunst verliebt? Sie gründen das LoveArtLab(oratory), in dem sie die Liebe als Kunstform erforschen, herstellen und verbreiten. Als Auftakt geben Annie Sprinkle und Elizabeth Stephens einander das Ja-Wort in einer interaktiven Multi-Media-Hochzeit.
1LIVE 06.04., 23h / WDR3, 03.05., 23:05h

Thomas ist jetzt deine Freundin

Dank der sozialen Netzwerke wie Facebook, Schüler-VZ oder Twitter können wir heute neue Freunde sammeln, ohne auch nur einen einzigen Schritt vor die Tür zu setzen. Der vernetzte Mensch treibt seiner totalen Verhausschweinung entgegen. Ob das eingegebene Profil Selbstähnlichkeit mit seinem Verfasser hat, interessiert dabei niemanden. Soziale Medien sind die Anwendung der Mathematik auf das Zwischenmenschliche. Die Frage ist nicht, ob Thomas wirklich deine Freundin ist, sondern wer die Deutungshoheit über sein Profil hat.
WDR3, 19.04., 23:05h / 1LIVE, 04.05., 23h

Gaffer/Seitenwechsel

George ist Familienvater, aber sein Leben gehört dem Fußball. Als Trainer von Northbridge Town hat er genau 100 Tage Zeit, um den Verein aus der finanziellen Schieflage zu retten. Im Kampf um den sportlichen Aufstieg lässt er seinen Männern keine Schwäche durchgehen. Und er baut ein Nachwuchstalent auf. Als das Pokalspiel gegen den übermächtigen FC Liverpool fast schon verloren ist, kriegt der 17-jährige Darren Quinn seine große Chance. Über das Ausgleichstor ist der Trainer ebenso glücklich wie sein Schützling. Es wird ausgelassen gefeiert. Doch am Tag nach dem Erfolg erscheint ein Foto in der Zeitung, das einen Riesenskandal auslöst. Denn Homosexualität ist im Fußball tabu.
WDR3, 07.06., 23:05h / 1LIVE, 08.06., 23h

Kata

Burke, ein kleiner Gauner, schlägt sich als Privatdetektiv ohne Zulassung mehr schlecht als recht in New York City durch. Eines Tages bekommt er einen Auftrag von Flood, einer in Japan ausgebildeten Karatekämpferin. Die Tochter einer Freundin Floods ist ermordet worden – von "Cobra", einem Vietnamveteran mit einer Schwäche für Kindersex. Seine Suche nach der "Cobra" führt Burke in die finstersten Ecken der Großstadt, in eine Welt von Gewalt und Grausamkeit, in der es keine Tabus zu geben scheint. Doch Burke kämpft nicht allein. Den Rücken halten ihm sympathisch-durchgeknallte Außenseiter frei wie zum Beispiel Michelle, die transsexuelle Prostituierte, die jeden Cent für eine Geschlechtsumwandlung spart.
1LIVE, 17.06, Teil 1, 24.06., Teil 2, jeweils 23h



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
#2 carolo
  • 15.01.2010, 20:58h
  • Nicht immer nur konsumieren - selbst ist der Mann.

    Es ist heute von der Technik her einfacher denn je, selbst Hörspiele zu machen und per Internet zugänglich zu machen.

    Wer aus dem Dunstkreis von Nickstories und Co fühlt sich berufen, was zu schreiben oder hat schon was in der Schublade?

    Für die technische Seite könnte ich das eine oder andere beitragen...

    Carolo
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#3 Liedel
  • 16.01.2010, 02:30h
  • Das Auge ist bestechlich. Es sieht bunte Bilder und lässt sich täuschen. Dem Ohr kann man so schnell nichts vormachen

    Viele, die so gern auf "den Öffentlich-Rechtlichen" rumhacken, vergessen, dass dazu auch die ARD- Radioprogramme gehören. Lobenswert, wenn der WDR entdeckt, dass es vielleicht gar nicht mal so wenige sind, die nicht nur irgendwelche (Morgen-,Mittag-, Abend-)Crews oder die vielen Mainstream- Charthits umgeben von Werbegedudel hören wollen. Sowas ist bei den Privaten gut aufgehoben und soll da natürlich auch bleiben.

    Zu meinen Lieblings- Radiosendungen zählt schon seit längerem "Campus und Karriere" im Deutschlandfunk. Zwar sind schwul-lesbische Themen dort eher rar, aber an Musik bekommt man zwischen den Beiträgen auch mal sowas zu hören:
    www.youtube.com/watch?v=s_gumnTyTz0

    Im Ernst: da kommt doch Freude auf, wenn die Öffentlich- Rechtlichen öfter mal etwas wagen!
    Dazu gehören jetzt auch diese Hörspiele. Weiter so!!!
    Und der schwule Mainstream ist bei TIMM ja ganz gut aufgehoben...und soll da natürlich auch bleiben
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#4 Andreas11Profil
  • 18.01.2010, 20:38hMannheim
  • Danke für den Tip, Redaktion.

    Vielleicht könnt ihr auch eine Rubrik einrichten, "schwules Radio, diese Woche" ?
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