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In letzter Minute ist in China die erste "Mr. Gay"-Wahl von den Behörden verboten worden.

Als sich die Teilnehmer am Freitagabend für den Wettbewerb in einem Pekinger Club fertig machten, rückten Polizisten in Uniform an und sprachen ein Verbot aus. Die Beamten begründeten die Schließung damit, dass diese Veranstaltung zu "heikel" gewesen sei. Außerdem seien falsche Anmeldeformulare vorgelegt worden. Veranstalter Ben Zhang erklärte, dass er selbst nach mehrstündigen Gesprächen die Beamten nicht von dem Verbot abbringen konnte.

Chinesische Homo-Aktivisten erklärten daraufhin, dass die lokalen Behörden schwul-lesbische Veranstaltungen wiederholt mit angeblichen fehlenden Genehmigungen untersagt haben. Die kommunistischen Machthaber fürchteten offenbar, dass derlei Veranstaltungen von Oppositionsgruppen dazu genutzt werden könnten, das Regime zu destabilisieren, sagte einer der Organisatoren. Deshalb seien auch jegliche CSD-Paraden in der Volksrepublik untersagt. Mehrere Teilnehmer glaubten jedoch, die angestaubten Moralvorstellungen seien für das Verbot verantwortlich. So sagte Emilio Liu: "Die Aktion hat etwas mit moralischen Vorstellungen und der Kultur zu tun. Was die meisten Menschen nicht akzeptieren können, verbietet die Regierung einfach." Kulturelle Veränderungen dauerten in China eben länger, glaubt der 26-Jährige.

Die Wahl ist bereits seit Wochen beworben worden, weltweit haben Medien über diesen Wettbewerb berichtet – selbst die staatlichen chinesischen Fernsehnachrichten. So fanden sich am Freitagabend 50 in- und ausländische Medienvertreter ein, um über bei der Kür des Siegers dabei zu sein.

So fand das Verbot große Beachtung – und wurde sogar von US-Late-Night-Moderator Conan O`Brien erwähnt. Er richtete in seiner "Tonight Show" einen Appell an die Regierung in Peking: "Kommt schon, ihr könnt nicht die Geburt von Mädchen verbieten – und dann überrascht sein, dass zumindest einige der Jungs schwul sind."

China hat erst 1997 gleichgeschlechtliche Liebe legalisiert. Zuvor war es von der Regierung als Krankheit des dekadenten Westens oder von feudalen Gesellschaften angesehen worden. 2001 haben die Kommunisten Homosexualität schließlich von der Liste der Geisteskrankheiten gestrichen. (dk)



15 Kommentare

#1 Aba HatschiAnonym
  • 17.01.2010, 18:43h
  • Da haben die kommunistischen Diktatoren in China mal wieder ihre Muskeln spielen lassen! Das Reich der Mitte entwickelt sich für die LGBT-Community immer mehr zu einer No-Go-Area.
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#2 UAAnonym
  • 17.01.2010, 19:16h
  • Antwort auf #1 von Aba Hatschi
  • So sehe ich das nicht - denn auch andernorts auf der Welt gibt es Bestrebungen von Religiösen Fanatikern & auch von Nazis, derartige Veranstaltungen zu verbieten. Siehe Fred Phelbs in den USA oder die Nazis in Russland.
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#3 RoyAnonym
  • 17.01.2010, 19:43h
  • ---China hat erst 1997 gleichgeschlechtliche Liebe legalisiert. Zuvor war es von der Regierung als Krankheit des dekadenten Westens oder von feudalen Gesellschaften angesehen worden. 2001 haben die Kommunisten Homosexualität schließlich von der Liste der Geisteskrankheiten gestrichen.---

    Da sieht man mal wieder das liberale kapitalistische Länder mit freier Marktwirtschaft die freiesten Länder für Schwule sind! Fundamentalistische Islamische Staaten sind genauso gefährlich wie real existierende sozialistische Staaten. Wer als Schwuler den Zusammenhang zwischen Kapitalismus und Menschenrechten noch nicht erkannt hat dem ist auch nicht helfen.
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#4 LorenProfil
  • 17.01.2010, 19:53hGreifswald
  • Eine Nachricht, die mich weniger überrascht als die
    Meldung "Erstmals Mr. Gay-Wahl in China" vom 11.12.09 .
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#5 PierreAnonym
  • 17.01.2010, 19:55h
  • Man sollte den Chinesen schon Zeit lassen mit der Akzeptanz von Homosexualität. Es hat sich doch schon viel in den letzten Jahren zum positiven geändert.
    Unnötige Provokationen würden nur das Gegenteil bewirken.
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#7 QueenMargrethe
  • 17.01.2010, 23:15h
  • Was wird eigentlich von einem diktatorischen Regime erwartet, das sämtliche Menschenrechte mit Füßen tritt?

    Dort wird Menschen ein zwielichtiger Prozess gemacht und dann exekutiert man ganz schnell wegen ein bisschen Heroin, wo die Schuld nicht einmal nachgewiesen war... das Volk wird von seiner Volksrepublik systematisch unterdrückt, besonders "unangenehme" Minderheiten wie die Tibeter...

    Wieso wundert sich da irgendjemand über diese Meldung?
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#8 eMANcipationAnonym
  • 18.01.2010, 00:04h
  • Antwort auf #3 von Roy
  • Oh ja,

    diesen Zusammenhang habe ich erkannt:

    In dem Maße, in dem die Logik des Marktes regiert, ergeben sich soziale Spaltung und Ausgrenzung und Menschenrechte werden mit Füßen getreten. Das ist die kapitalistische Logik!

    In dem Maße, in dem diese Logik zurückgedrängt und verregelt, Konzentration von Kapital verhindert und ein angemessener Beitrag von denen, die Gewinne abschöpfen, eingefordert wird (oder das Abschöpfen gar nicht erst stattfindet), ergeben sich Chancen der Freiheit, Gleichberechtigung und Menschenrechte für Alle!

    Das sieht man sehr gut, wenn man beispielsweise skandinavische Länder mit den USA, aber auch zunehmend mit Ländern Mittel- und Westeuropas vergleicht.
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#9 TimmAnonym
  • 18.01.2010, 06:24h
  • @Roy und Aba Hatschi

    Das ist grosser Quatsch, was Ihr da schreibt. Wahrhscheinlich hätte der Wettbewerb stattfinden können, wenn da nicht so hohes internationales Medieninteresse aufgekommen wäre.

    In China herrscht nunmal eine Mentalität, dass im privaten Raum vieles möglich und erlaubt ist ("siehe auch Wirtschaftsmentalität der Chinesen und Schmiergeldzahlungen"), nur in der Öffentlichkeit darf es nicht gezeigt werden. Und dieses grundsätzliche System Chinas wirkt als Mechanismus auch im Bereich Homosexualität und deren öffentliches Sichtbarwerden.

    Wenn der Wettbewerb weniger stark international durch Medien hochgepusht worden wäre, wäre es den Behörden vor Ort egal gewesen und das muss ein wenig auch entsprechend in der Vorgehensweise in China bei solchen Aktionen geschickt bedacht werden.

    Ansonsten die Verhältnisse in China haben sich ganz anders als Du schreibst in den letzten Jahrzehnten stetig verbessert. Vor 30 Jahren herrschte noch Strafbarkeit und danach noch lange Zeit die ofizielle Staatsmeinung der Krankheit vor. Das hat sich in China geändert und nunmehr geht es darum, umsichtig und stetig eine LGBT Infrastruktur der Community auszuweiten und dabei hilft der wirtschaftliche Boom in China, der viele Freiheiten schafft. ABER es ist kontraproduktiv, wenn "mit aller Gewalt" die internationalen Medien die chinesische Staatsführung attackieren...das hilft nicht, sondern schadet eher.

    So wie es Westerwelle macht, ist es richtig. Nicht zu sehr das Thema "überziehen", aber andererseits durch Mitnahme des Freundes und der damit klaren Sichtbarkeit am "Ball bleiben".

    China schreitet insgesamt voran und nicht umgekehrt....da sind die Verhältnisse im Nahen Osten viel, viel problematischer und schwieriger.
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#10 Shang HaiAnonym