Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?11645

Der ugandische Parlamentarier David Bahati will an einem christlichen Gebetsfrühstück in Washington teilnehmen, an dem auch Präsident Barack Obama sprechen wird.

Bahati hat den Gesetzentwurf zur Einführung der Todesstrafe für "schwere Homosexualität" ins Parlament eingebracht (queer.de berichtete). Obgleich Präsident Yoweri Museveni erklärte, dass aufgrund des internationalen Druckes Schwule "nur" mit Gefängnisstrafen belangt werden sollen, hält Bahati an seinem Entwurf fest.

Wie die ugandische Zeitung "Sunday Monitor" meldet, wird Bahati nun in die USA reisen, um an dem alljährlich stattfindenden "National Prayer Breakfast" teilzunehmen. Es wird am 4. Februar im Hilton-Hotel von Washington stattfinden. Wie im letzten Jahr soll Präsident Obama die Hauptrede halten.

Die Veranstaltung wird von Kongressabgeordneten und von der evangelikalen Organisation "The Family" seit den 1950er Jahren organisiert. Dabei sind in den vergangenen Jahrzehnten viele hochkarätige internationale Gäste aufgetreten, wie Tony Blair oder Mutter Teresa. Von säkularen Organisationen wurde das Event allerdings immer wieder als Verletzung der Trennung von Kirche und Staat kritisiert. Es wird als Versuch der evangelikalen Bewegung angesehen, auf die Politik Einfluss zu nehmen.

Evangelikale Christen streiten über Todesstrafe

In der christlichen Community gibt es derzeit einen Streit darüber, ob Homosexualität mit dem Tod bestraft werden soll. Während viele US-Evangelikale den Gesetzentwurf als zu radikal kritisieren, stehen die meisten Kirchen in Uganda hinter dem Gesetzentwurf, das in den Medien oft als "Kill the Gays"-Gesetz bezeichnet wird. So will der Pastor Martin Ssempa einen "Millionen-Männer-Marsch" organisieren, um für die Exekution von Schwulen zu werben. "Wir wollen zeigen, wie viele Menschen das Gesetz unterstützen", so Ssempa in einer Pressekonferenz in Uganda. Westliche Länder, die Homosexualität tolerierten, würden als "gescheiterte Staaten" untergehen. Er posierte bei dem Pressetermin vor Postern mit der Aufschrift "Afrikaner vereinigt gegen Unzucht" und "Barack Obama, halt dich raus". Ssempa gilt als einer der lautstärksten Homo-Gegner. Er hat bereits 2007 eine Demo gegen Schwule organisiert, zu der er auch muslimische Aktivisten eingeladen hatte (queer.de berichtete). Der "Millionen-Männer-Marsch" soll am 17. Februar stattfinden.

Der Gesetzentwurf soll auch im Februar oder März im Parlament beschlossen werden. (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.

49 Kommentare

#1 carolo
  • 18.01.2010, 13:20h
  • Ein Gebetsfrühstück, soso. Im Hilton. Vater unser, der Du bist in den Spargelröllchen...

    Man wäre fast versucht, darüber zu lachen, wenn diese Drecksbande nicht die Macht hätte, Menschen zu ermorden, ins Gefängnis zu stecken, ins Unglück und in den Selbstmord zu treiben, bloß weil ihre perverse "Moral" es so will.

    Carolo
  • Antworten » | Direktlink »
#2 Simon H.Anonym
  • 18.01.2010, 13:56h
  • "Westliche Länder, die Homosexualität tolerierten, würden als "gescheiterte Staaten" untergehen."

    Und wieso geht es diesen Staaten dann soviel besser?

    ------------------

    Und zu Barack Obama:
    ich hoffe ja wohl, dass er sich nicht zu netten Gebetsfrühstücken mit solchen Faschisten begibt, die Schwule töten wollen.

    Stattdessen soll er lieber mal seine Versprechen gegenüber Schwulen und Lesben einlösen...
  • Antworten » | Direktlink »
#3 LorenProfil
  • 18.01.2010, 14:09hGreifswald
  • Pastor Martin Ssempa - ein wirklicher Hass-Prediger.
    Obama sollte entweder diesem Treffen fernbleiben
    oder sich dort deutlich für die Menschenrechte von
    LBGT weltweit einsetzen.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 GerdAnonym
  • 18.01.2010, 14:18h
  • Achja Afrika, der verlorene Kontinent der Menschheit...

    Nur in Südafrika ist eigentlich ein Lichtblick zu sehen, ansonsten sieht es in vielen afrikanischen Staaten aufgrund der Überbevölkerung echt mies aus.

    Während in ganz Europa, ganz Südamerika- und Nordamerika (ausser einige Karibikinseln) homosexuelle Handlungen legal sind, ist in vielen Entwicklungsstaaten Afrikas dies nicht der Fall.

    Wie das auf dem afrikanischen Kontinent weiter gehen soll, ist echt fraglich und problematisch. Kein Wunder, das jedes Jahr Afrikaner versuchen mit kleinen Booten nach Italien rüberzusetzen, um in Euroa frei leben zu können.

    Da lobe ich mir doch lieber die Kontinente Europa, Australien (inklusvie Neuseeland), Amerika (Nord- und Südamerika) sowie die nördlichen, westlichen und östlichen Regionen Asiens und natürlich die Antarktis.

    Aber Afrika ist echt ein hoffnungsloser Fall (Ausnahme das Land Südafrika).
  • Antworten » | Direktlink »
#5 eMANcipationAnonym
  • 18.01.2010, 14:23h
  • Antwort auf #3 von Loren
  • "Hass-Prediger"???

    Das ist einer der Protagonisten des geplanten Genozids an Homosexuellen!!!

    Es ist absolut unbegreiflich und schockierend, dass ein solcher Neonazi unbehelligt in die USA einreisen kann (allerdings sind dort ja auch die heimischen Neonazis unter dem Deckmantel der "Meinungsfreiheit" vor jeder rechtlichen Verfolgung geschützt).
  • Antworten » | Direktlink »
#6 carolo
#7 eMANcipationAnonym
  • 18.01.2010, 14:30h
  • Antwort auf #4 von Gerd
  • Ach ja, Gerd.

    Warum ist das so, dass der Kontinent, den Europäer und Nordamerikaner seit jeher als Kolonialherren ausgeplündert und ausgebeutet haben, dessen regionale Märkte sie jetzt als Neoimperialisten mit ihren Billigprodukten und Produktionsüberschüssen überfluten und gleichzeitig den dortigen Produzenten den Weg in die Märkte der EU und Nordamerikas versperren, sich in einer so "hoffnungslosen" Lage befindet???

    Könnte da vielleicht irgendein Zusammenhang bestehen ???
  • Antworten » | Direktlink »
#8 OlliGMProfil
  • 18.01.2010, 15:07hKöln
  • Das politiker nicht aus der vergangenheit lernen...
    Farbige wurden über viele jahre versklavt und diskriminiert...
    Die sklaverei ist ja zum glück verboten worden...
    Die diskriminierung gibt es leider immernoch, aber die haben wir homosexuellen ja auch noch uns gegenüber....
    Aber was uganda da abzieht ist jawohl der hammer...
    Die haben in ihrem land doch wohl andere sachen um die sie sich lieber kümmern sollten, als ihre homophobie...
  • Antworten » | Direktlink »
#9 Liedel
  • 18.01.2010, 15:50h
  • Aha. Tony Blair und Mutter Teresa waren auch schon da. Der Papst nicht auch zufällig?

    Mir ist immer nicht so ganz klar, ob das (geplante) gemeinsame Auftreten solcher Hassprediger als "protokollarische Ungenauigkeit", "Folge schlechter Beratung" usw. abgetan werden kann.
    Selbiges hatten wir in Deutschland schon mal mit F.-W. Steinmeier und dem "Sänger" Muhabbet:

    www.sueddeutsche.de/politik/551/424310/text/

    Zwar ist mir "Obama-Bashing" (noch) fremd, schließlich kennt man das Kokettieren mit Evangelikalen, Hasspredigern und dergleichen auch von hier, siehe UvL und das Christival.
    (Bloß dass in Uganda so ganz nebenbei Leib und Leben von schwulen und lesbischen Menschen akuter gefährdet sind bzw. künftig noch mehr gefährdet sein werden als hierzulande).

    Es wundert mich aber auch am Beispiel Haiti nicht, dass Obama dort sofort in den "Wettbewerb" um die größtmöglichste, schnellste Vor-Ort-Präsenz vor allem seiner Truppen eintritt. Da wird dann schon mal die Vorherrschaft über den Flughafen von Port-au-Prince übernommen. Der Einfluss der USA in der Karibik (sie besetzten 1915-1934 auch Haiti) stabilisierte zwar die Dominikanische Republik politisch und wirtschaftlich durch äußeren Zwang. Die Selbstzerstörung Haitis vermochten die Amerikaner jedoch nicht aufzuhalten. Die massive Hilfe Barack Obamas nach dem Erdbeben ist nicht nur uneigennützig - Washington will seinen politischen Einfluss steigern!
    Es sollte mich wundern, wenn das im afrikanischen Uganda anders sein sollte.
    Und es wird sich wohl traurigerweise (wieder einmal) bewahrheiten, dass LGBT- Rechte bei machtpolitischen Spielchen meistens unter den Tisch gekehrt werden...
  • Antworten » | Direktlink »
#10 Liedel
  • 18.01.2010, 16:07h
  • @Gerd

    Wie es da weitergehen soll? Stell die Frage doch mal unserem Außenminister!
    Wandel durch Handel natürlich

    "Das Deutschlandbild in Uganda ist positiv. Erfolgreiche Großveranstaltungen wie der Weltkirchentag in Köln im Jahr 2005 wie auch die Fußball-WM 2006 haben das Bild gefestigt."

    www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/Uganda
    /Bilateral.html


    Papstjubel für Uganda?

    (Also erstmal beschweren, dass die hochgelobte evangelische Kirche nicht erwähnt wird)

    Aber schenkt man dem Text glauben, wird ja auch unsere Kulturarbeit in Uganda immer intensiver. Aufgrund akuter Polemisierungsgefahr kommentiere ich das lieber nicht weiter
  • Antworten » | Direktlink »